Angela Merkel erstmals seit 2019 wieder persönlich auf CDU-Parteitag
Angela Merkel war wieder persönlich zu Gast bei einem CDU-Parteitag. Die ehemalige Kanzlerin schwieg. Schon ihr Kommen war eine große Geste. Schließlich gab es doch noch Standing Ovations von Angela Merkel . Die frühere Kanzlerin und CDU-Chefin erhob sich von ihrem Sitz in der ersten Reihe der Parteitagshalle und klatschte. Eifrig. Oben auf der Bühne galt es, einen besonderen Mann zu würdigen. Aber es ging in diesen Minuten nicht um Kanzler Friedrich Merz . Der verabschiedete am frühen Freitagabend auf der Parteitagsbühne mit einer sehr empathischen Rede einen ganz besonderen Unions-Politiker: Reiner Haseloff , fünfzehn Jahre lang CDU-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt, zu DDR-Zeiten an der Promotion gehindert, dann 1990 im Kino "Prisma" von Halle-Neustadt Mitgründer der CDU in Sachsen-Anhalt. Analyse: Merz gelingt ein kleines Kunststück Digital-Panne: Technische Probleme verzögern Merz' Widerwahl Ein weiter Weg aus dem Osten in die Mitte der CDU. Merkel kennt das. Helmut Kohl nannte sie "das Mädchen", da war Merkel längst Familienministerin. Später nannten sie angelsächsische Medien stolz die "Eiserne Lady". Ihre CDU feierte Merkel für ihre Wahlerfolge. Aber sie fremdelte doch mit ihrer Politik. Ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble hätte Griechenland in der Schuldenkrise gerne nach draußen gedrängt. Merkel votierte dagegen. In der Flüchtlingspolitik entschied sie sich für die Öffnung der Grenzen. Die Union kämpft damit bis heute. Merkel hielt sich nach ihrem Abschied aus dem Kanzleramt 2021 lange öffentlich zurück. Auch bei Parteitagen der CDU. Merkel war zuletzt 2019 auf einem CDU-Parteitag persönlich anwesend. Danach kam die Pandemie. Und bald darauf Merkels Abschied aus dem Kanzleramt. So war allein ihr Erscheinen in Stuttgart eine Geste. Und auch ihr Klatschen nach der Parteitagsrede von Friedrich Merz. Neben Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet Öffentlich meldete sich Merkel in Stuttgart nicht zu Wort. Aber sie blieb bis zur Wahl von Friedrich Merz. Länger als geplant also. Denn der Parteitag hing dem offiziellen Programm um mehr als zwei Stunden hinterher. Digitale Probleme verzögerten Merz' Wiederwahl. So saß Merkel in der ersten Reihe. Eingerahmt von Armin Laschet und Annegret Kramp-Karrenbauer , ebenfalls ehemalige Vorsitzende der CDU wie sie. Merkel tippte ab und an auf ihrem iPad. Nickte alten Bekannten zu. Ansonsten aber schwieg sie. Beharrlich. Auch das ein Symbol. Die Union muss jetzt ohne Angela Merkel auskommen. Die Partei feiert jetzt Friedrich Merz.