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Andrea Kiewel über ZDF"Fernsehgarten": "Vermisse Roland Kaiser"

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Der "Fernsehgarten"-Exodus geht weiter: Auf der Gästeliste fallen immer häufiger prominente Namen weg. Andrea Kiewel sieht darin mehr als nur ein Zufallsproblem. Der "ZDF-Fernsehgarten" gehört seit Jahrzehnten zu den festen Konstanten des deutschen Fernsehens. Kaum eine Musikshow läuft auf derart stabilem Niveau, kaum ein Format bringt über Monate hinweg derart viele Künstler auf eine Bühne. Doch zuletzt fällt zunehmend auf: Einige prominente Namen fehlen seit Jahren – andere sagen Auftritte inzwischen bewusst ab. Dabei geht es längst nicht mehr nur um einzelne Absagen. Deutet sich hinter den Kulissen vielmehr ein Wandel an, der die gesamte Musik- und Fernsehbranche betrifft? Andrea Kiewel beobachtet diese Entwicklung seit Jahren. Die Moderatorin erlebt unmittelbar, wie sich die Bedeutung klassischer TV-Auftritte verändert. "Es gibt ja kaum noch Musikshows" Im Gespräch mit t-online verteidigt Kiewel zunächst die Bedeutung des Formats. "Es gibt ja kaum noch Musikshows mit richtigen Auftritten von Künstlern im deutschen Fernsehen", sagt sie. Dann zählt sie die verbliebenen großen Bühnen auf: "Giovanni, Flo Silbereisen, Kiwi. Finito." Kiewel ist sich sicher: "Die Sängerinnen und Sänger, die im 'Fernsehgarten' performen, sind sehr, sehr glücklich mit ihren Auftritten." Für viele Musiker sei der "Fernsehgarten" weiterhin relevant, betont die Moderatorin. Besonders deutlich werde das aus ihrer Sicht beim sogenannten Mallorca-"Fernsehgarten". "In der High Season am Ballermann kommen Mickie Krause , Lorenz Büffel und Co. zu uns, oftmals mit beschwerlichen An- und Abreisen", erklärt Kiewel. Ihre Schlussfolgerung: "Wäre der 'Fernsehgarten' nicht relevant, nun ja, dann müsste ich singen. Will keiner, ich weiß." Andrea Kiewel scheint die Diskussion um die Bedeutung der Show wahrzunehmen und begegnet dem Phänomen mit einer ihr typischen, sehr eigenen Mischung aus Galgenhumor und Durchhaltewillen. Denn tatsächlich kämpft das Format seit Jahren mit einer auffälligen Entwicklung: Immer mehr bekannte Musiker bleiben fern. Roland Kaiser fehlt seit Jahren Besonders deutlich zeigt sich das bei Roland Kaiser . Der Sänger trat zuletzt 2016 im "Fernsehgarten" auf. Kiewel verhehlt nicht, dass sie das bedauert. "Roland Kaiser vermisse ich sehr", sagt sie t-online. Gleichzeitig betont die Moderatorin: "Und ich weiß auch, dass es nichts Persönliches ist. Es passt eben manchmal einfach nicht." Auch Matthias Reim gehört zu den prominenten Namen, die seit Jahren fehlen. Sein letzter Auftritt liegt sogar noch länger zurück. Bereits 2014 stand er letztmals auf der Bühne des "Fernsehgartens". Zu t-online hatte der Musiker die Gründe für seinen Rückzug bereits früher erläutert. Er wolle seine Songs nicht "zwischen Kochnischen und Akrobaten bei strahlendem Sonnenschein" präsentieren. Andere Fälle entwickelten sich zu offenen Konflikten. Roberto Blanco kritisierte einst veränderte Vertragsbedingungen beim ZDF . Pietro Lombardi kündigte nach einem Streit über seine Kopfbedeckung an, nie wieder im "Fernsehgarten" auftreten zu wollen. Inzwischen betrifft die Entwicklung offenbar nicht mehr nur etablierte Stars. Aufmerksamkeit produzierte vergangenes Jahr auch die Absage des ESC-Duos Abor & Tynna. Andrea Kiewel machte die Ablehnung öffentlich und erklärte in einer Sendung, das Geschwisterpaar sehe sich "im 'Fernsehgarten' nicht", was sie persönlich "zum Kotzen" fand. "Das müssen Sie die Künstler fragen" Gerade darin zeigt sich das Spannungsfeld, in dem sich der "Fernsehgarten" inzwischen bewegt. Einerseits erreicht die Sendung weiterhin ein Millionenpublikum und zählt zu den erfolgreichsten Sommerformaten im deutschen Fernsehen. Andererseits scheint das Format für manche Künstler nicht mehr zum eigenen Image zu passen. Kiewel selbst vermeidet es allerdings, darüber zu urteilen. Warum manche Künstler häufig kommen und andere fernbleiben, wolle sie nicht bewerten. "Das müssen Sie die Künstler fragen", sagt sie. An der Gage liegt es nicht. Weder im positiven noch im negativen Sinne. Für einen Auftritt im "Fernsehgarten" soll es pro Auftritt eine Aufwandsentschädigung von 750 Euro geben – also für große Künstler nicht der Rede wert. Auf das Geld komme es nicht an, versichern namhafte Stars auf Nachfrage. Vielmehr gehe es um die Promotion, den Werbeeffekt und damit die Möglichkeit, das eigene Schaffen einer breiten Zielgruppe zu präsentieren. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass sich die Mechanismen der Musikbranche verändert haben. Früher galten große Fernsehsendungen als zentrale Plattform für Reichweite. Heute erreichen viele Musiker ihr Publikum direkt über soziale Netzwerke, Streamingplattformen oder eigene Konzerttourneen. Besonders jüngere Acts setzen stärker auf digitale Sichtbarkeit als auf klassische TV-Präsenz. Gleichzeitig verändert sich auch die öffentliche Wahrnehmung bestimmter Formate. Der "Fernsehgarten" steht seit Jahren für eine sehr eigene Mischung aus Schlagermusik, Unterhaltung, Spielen und Sommeratmosphäre – für manche Künstler offenbar ein Umfeld, mit dem sie sich nicht identifizieren möchten. Andrea Kiewel hält dagegen Die Moderatorin hält dennoch demonstrativ an der Bedeutung ihrer Sendung fest. Der "Fernsehgarten" sei weiterhin ein Ort, an dem unterschiedlichste Musikrichtungen zusammenkämen. "Per se liebe ich unseren sehr eigenen 'Fernsehgarten'-Musikmix sehr", sagte Andrea Kiewel bereits im vergangenen Jahr zu t-online. "Wir sind eine coole und interessante Mischung aller Genres." Dennoch dürfte dem ZDF nicht entgehen, dass die Gästelisten heute oft nicht mehr so prominent besetzt sind. Während einige Künstler seit Jahren fest zum Inventar gehören, fehlen andere Namen dauerhaft. Für den "Fernsehgarten" entsteht daraus eine Herausforderung, die weit über einzelne Absagen hinausgeht: Die Sendung muss ihren Platz in einer Medienwelt behaupten, in der klassische TV-Auftritte längst nicht mehr dieselbe Strahlkraft besitzen wie noch vor einigen Jahren. Bisher scheint es dem Format zu gelingen. Denn nachhaltige Auswirkungen auf die Quotenentwicklung des ZDF-Dauerbrenners hat der Promi-Exodus bisher nicht. Die Reichweiten der Show vom Lerchenberg sind seit Jahren nahezu stabil.



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