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Industrie in Deutschland verschwendet Milliarden durch Subventionen

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Pro Jahr gibt der deutsche Staat Milliarden für Energiesubventionen aus. Das verhindert Investitionen, zeigt eine neue Studie. 2025 hat die Bundesregierung laut Subventionsbericht 58,2 Milliarden Euro für finanzielle Hilfen ausgegeben. Für 2026 waren damals 59,5 Milliarden veranschlagt. Davon geht ein Großteil auf den Energiebereich zurück: Zur Entlastung bei Strompreisen (vor allem für die Industrie), zur Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen, aber auch in Form von Steuernachlässen werden bestimmte Energien begünstigt. Doch eine neue Studie des Forums für Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) kommt nun zu dem Schluss, dass insbesondere die Energiesubventionen in Höhe von rund 23 Milliarden Euro im Jahr zu Fehlanreizen führen und eine Verschwendung von Energie in der Industrie begünstigen. Die Untersuchung im Auftrag der Umweltverbände Bellona und des Umweltinstituts München liegt t-online vorab vor. Statt Subventionen braucht die Industrie Effizienz Den Studienautoren zufolge könnte die deutsche Industrie jährlich 29 Milliarden Euro an Energiekosten einsparen, wenn sie konsequent bestimmte Effizienzmaßnahmen umsetzen würde. Dabei beziehen sich die Autoren vor allem auf Maßnahmen, die sich innerhalb von drei bis vier Jahren amortisieren würden, wie etwa Dämmung, Nutzung von Abwärme sowie den Einsatz von effizienten Steuerungssystemen oder neuer Geräte und Motoren. Würden solche Maßnahmen umgesetzt werden, blieben Strompreissubventionen den Autoren zufolge weitgehend unnötig. Den Forschungsergebnissen zufolge brauchen Unternehmen in der Regel einen Anstoß von außen, um Effizienzmaßnahmen wirklich umzusetzen. Das habe sich in der Vergangenheit durch die Einführung von Effizienzgesetzen gezeigt, aber auch in der ersten Energiekrise 2022 und 2023 haben Unternehmen nach Möglichkeiten gesucht, um ihren Verbrauch zu verringern und so Kosten zu sparen. Durch den Einsatz von Subventionen lohne sich der Aufwand und die Investition in Energieeffizienzmaßnahmen aber häufig nicht mehr, so das FÖS. "Einige Subventionen vergünstigen zudem den Einsatz fossiler Energieträger und hemmen damit die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien", so die Autoren. Deutsche Unternehmen stehen unter Wettbewerbsdruck Allerdings empfiehlt das FÖS nicht die grundsätzliche Streichung von Energiesubventionen. Vor allem bei Stromsubventionen sollte geprüft werden, ob sie dazu beitragen, die Attraktivität von Strom im Vergleich zu fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu verbessern . Insbesondere in energieintensiven Industrien, die hohe Energiekosten haben, kann eine Strompreissubvention den Anreiz stärken, in klimafreundliche Technologien zu investieren. "Ideal wären innovationsanregende Subventionen für klimaneutrale Energien, durch die Effizienzanreize nicht untergraben werden und flexibles Verhalten angereizt wird", lautet die Empfehlung. Unternehmen befinden sich allerdings in einer Zwickmühle, die auch das FÖS anerkennt: Viele Unternehmen stehen unter hohem Wettbewerbsdruck, das Wachstum fällt noch immer nur bescheiden aus . Das verringert den Spielraum für Investitionen – die wiederum nötig sind, um in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren. Hier sollten Subventionen nach Ansicht der Autoren ansetzen: "Flankierend als Brücke zu neuen Prozessen und Anlagen". Abgesehen vom Klimaschutz sei dies auch aus Resilienzgründen unerlässlich, argumentieren die Autoren. Die Industrie bezieht 95 Prozent ihres Erdgasbedarfs und 100 Prozent der Steinkohle über Importe. In geopolitisch unsicheren Zeiten sei es daher auch im Interesse der Bundesregierung, die Reduktion des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen so weit wie möglich zu unterstützen. Neuer Industriestrompreis als gutes Beispiel Als positive Beispiele für Subventionen nennt das FÖS die Strompreiskompensation für die Industrie, aber auch den neuen Industriestrompreis, der rückwirkend ab Januar 2026 für die energieintensive Industrie gelten soll. Darin ist vorgesehen, dass Unternehmen einen vergünstigten Strompreis erhalten, wenn sie im Gegenzug bestimmte Effizienzmaßnahmen umsetzen. Dadurch wird ein Anreiz zur Nutzung von Strom verbunden mit einem Anreiz zur Investition in Effizienzmaßnahmen. Die Studie wird im Zusammenhang mit dem gerade im Bundestag diskutierten Energieeffizienzgesetz (EnEfG) vorgelegt. Dieses wird gerade reformiert und soll noch im Herbst final beschlossen werden. In der Novelle sollen einige bestehende Vorgaben abgeschwächt werden.

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