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Ноябрь
2017

Medizinstudenten in Heidelberg: Die Meilensteine der Entwicklung verstehen lernen

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RNZ. Was die Entwicklung eines Kindes bedeutet, in welchen kleinen und manchmal auch großen Schritten ein Neugeborenes zum Kleinkind wird, können Heidelberger Medizinstudenten seit mittlerweile zehn Jahren im Rahmen des Lehrprojekts "Pädiatrisches Patenschaftsprojekt Prävention" (PäPP) erfahren. Als Paten begleiten sie "ihre" Kinder und deren Eltern zu den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt und besuchen die Familien mehrmals zu Hause. Bisher nahmen je 160 Studenten und Familien und jährlich sechs bis acht niedergelassene Kinderärzte aus dem Rhein-Neckar-Raum am PäPP teil.

"Vorrangiges Ziel des Projektes ist, dass zukünftige Ärzte an der normalen Entwicklung eines Kindes von Anfang an teilhaben können. Während sie im Alltag immer nur Momentaufnahmen sehen und meist mit erkrankten Kindern zu tun haben, können die Studenten durch das PäPP erleben, welche motorischen, psychosozialen und sprachlichen Kompetenzen ein Kind in den ersten Lebensjahren erlernt", sagt Dr. Astrid Helling-Bakki, eine der Leiterinnen des PäPP am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg.

Die angehenden Mediziner können sich durch die Zusammenarbeit schon während ihres Studiums mit dem Berufsbild eines niedergelassenen Kinderarztes vertraut machen und die sogenannten "U-Untersuchungen" schrittweise und unter Aufsicht durchführen. Besonders der Präventionsgedanke steht im Mittelpunkt. "Das Projekt zeigt den Studenten, dass die Arbeit eines Kinderarztes viel mehr ist, als nur Krankheiten zu behandeln. Mit den regelmäßigen Kindervorsorgeuntersuchungen prüfen wir, ob die wichtigen Meilensteine der Entwicklung erreicht werden, und möchten dazu beitragen, dass ein Kind gesund bleibt", beschreibt Dr. Volker Bothe die Idee des PäPP. Seine Praxis in Schwetzingen ist akademische Lehrpraxis der Universität Heidelberg und einer der Orte, an dem angehende Mediziner und junge Familien als Team zusammengebracht werden. Um potenzielle Patenkinder zu finden, sprechen die teilnehmenden Kinderärzte Familien an, die schon mindestens ein älteres Kind und deshalb auch etwas Routine im Umgang mit einem Baby haben. 16 Plätze gibt es pro Jahr, um die sich interessierte Medizinstudenten vom ersten Semester an bewerben können.

Auch die Schulung der kommunikativen Fähigkeiten der zukünftigen Ärzte zählt zu den Zielen des PäPP. "Die Studenten müssen üben, mit unterschiedlichen Menschen auszukommen. Sie müssen Empathie lernen und verstehen, dass jeder Weg anders ist", sagt Helling- Bakki.

Wie erfolgreich das Projekt ist, zeigt sich daran, dass viele Kontakte zwischen Medizinstudenten und ihren Patenfamilien auch weit über die Dauer der Patenschaft hinaus bestehen. Gelernt wird dabei neben dem Fachwissen durchaus auch Ungewöhnliches: Barbie spielen beispielsweise, wie ein Pate feststellen konnte, als bei einem seiner Hausbesuche beim Patenkind auch die große Schwester beschäftigt werden musste.




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