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Ноябрь
2017

Eberbach: Wie "Basti" zur lebenden Brosche wurde

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Eberbach. (alb) Innerhalb der RNZ-Serie "Einfach tierisch" berichtet die Eberbacherin Susanne Noll über Mauersegler "Basti", der sich an einem "schlüpfrigen Ort" wohl fühlt und Grundschüler ganz leise werden ließ.

",Mama guck mal, die Frau da hat einen Vogel!’" Diese vermeintlich vorlaute Bemerkung war der Mama erst peinlich, aber als es dann noch piepste, bestätigte sich die Aussage des kleinen Mädchens. Besagte Frau - nämlich ich - hatte tatsächlich einen Vogel. Am Ausschnitt meines T-Shirts hing ein waschechter Mauersegler, ließ sich gemütlich herumtragen und machte keinerlei Anstalten fortzufliegen.

Was aber bewegt einen ausgewachsenen Vogel dazu, sich spazieren tragen zu lassen? Das kam so: Das damals noch winzige und spärlich befiederte Vögelchen wurde mir in hilflosem Zustand in Obhut gegeben. Das Vogelbaby fraß und gedieh gut. Jede Stunde wurde ihm mauerseglertaugliches Futter in den Schnabel gesteckt, das es gierig schluckte. Vormittags durfte es mit an die Arbeitsstelle der Ziehmama - eine Schule - und in jeder Pause gefüttert.

Die Kinder nahmen Anteil und lernten so ganz nebenbei eine Menge über Mauersegler. Dass er etwa Vogel des Jahres 2003 war, und den Schwalben zwar ähnelt, mit diesen aber nicht näher verwandt ist. Er ist nämlich eine Vogelart aus der Familie der Segler. Seine Winterquartiere liegen in Afrika, vor allem südlich des Äquators. Mit Hilfe einer Weltkarte wurde die Entfernung bestaunt, die ein solch kleiner Vogel zurücklegen kann.

Große Bewunderung rief die Information hervor, dass sich Mauersegler außerhalb der Brutzeit über mehrere Monate ohne Unterbrechung in der Luft aufhalten und bei ihren Flugmanövern Geschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometer in der Stunde erreichen können. ,Fast so schnell wie ein Rennfahrer, so wie der Sebastian Vettel’, meinte ein Junge und schon hatte der Vogel seinen Namen weg. Der kleine Mauersegler hieß fortan also Basti.

Seine Anwesenheit im Unterricht hatte auch noch einen anderen überaus positiven Nebeneffekt. Während der Fütterungszeit in den Pausen waren die Kinder mucksmäuschenstill und überhaupt ganz stolz auf ihren Rennfahrer-Vogel im Klassenzimmer. Dann fingen die Sommerferien an, und jedes Kind schrieb zum Abschied einen Wunsch für den kleinen Basti auf. ,Fiele grüse an die Kinder in Afrika’ lautete einer davon. Nur: Basti dachte gar nicht daran, den Kontinent zu wechseln. Er dachte überhaupt nicht ans Fliegen. Es schien beinahe, als wäre ihm das Element Luft piepegal. Er wollte scheinbar nur zwei Dinge: fressen und herumgetragen werden.

So zierte er also weiterhin als lebende Brosche die Kleidung, wenn immer wieder Ausflüge in mauerseglerfreundliche Gebiete unternommen wurden, um dem Vogel seine eigentliche Bestimmung schmackhaft zu machen. Wir versuchten auch immer wieder Aussetzungen an geeigneten Orten. Nach Stunden saß Basti aber immer noch an der gleichen Stelle und wirkte total unglücklich. So wollte man ihn dann doch nicht los werden.

Ornithologen wurden befragt und Recherchen im Internet betrieben. Alle anderen von Menschenhand aufgezogenen Mauersegler - so konnte man lesen - nutzten flugs die erstbeste Gelegenheit, in die Freiheit entlassen zu werden. Nur Basti nicht. Aber inzwischen wurde es wirklich höchste Zeit für ihn, sich startklar zu machen für seinen langen Flug. Sonst würde er es nicht mehr schaffen, sich zu akklimatisieren - und was dann? Einen Wildvogel in Gefangenschaft zu halten, entspricht nicht meiner Auffassung als Tierschützerin.

Und dann geschah das Wunder. Bei einem letzten Auswilderungsversuch - natürlich an meinem T-Shirt hängend - waren die typischen schrillen Rufe von anderen Mauerseglern zu hören. Basti, der sonst immer völlig entspannt an seinem angestammten Platz an der Kleidung hing, wurde unruhig und blickte irgendwie sehnsüchtig zu seinen Artgenossen hoch.

Das war die Gelegenheit! Schnell nahm ich Basti vom Shirt, setzte ihn auf die Hand und reckte diese hoch. Ein kleiner Schubs von unten - und er flog! Er flog in die Freiheit zu den anderen Mauerseglern und kommunizierte auch sogleich mit ihnen. Diese schrillen Rufe hören sich nicht unbedingt lieblich an, aber in meinen Ohren waren sie Musik - beinahe so schön wie die von Udo Lindenberg, dessen größter Fan ich bin.

Die ,fielen grüse an die Kinder in Afrika’ werden also doch angekommen sein."

Info: RNZ-Leser können weiterhin ihre tierischen Geschichten mit Bildern und gerne auch Videos einsenden. Auf www.rnz.de/einfachtierisch gibt es bereits Fotostrecken und Videos zu sehen.




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