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Ноябрь
2017

Lisa Eckhart in Gemmingen: "Probieren Sie es doch mal mit Kannibalismus"

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Gemmingen. (isi) Einen schwarzhumorigen Auftakt hatte jetzt die 16. und damit letzte Reihe der "Kronischen Kleinkunst". Wie berichtet steht der Saal der "Krone" als Veranstaltungsort der beliebten Kleinkunstreihe nicht mehr zur Verfügung. "Doch unsere Kleinkunstreihe bleibt", kündigt Christa Seiter, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Kunst, Kultur und Kommunikation - kurz Kukuk - gleich zu Beginn an. Zunächst wird mit den Veranstaltungen im Winter in die Festhalle Stebbach ausgewichen. "Vielleicht gefällt es uns dort ja so gut, dass wir nicht mehr wegwollen." Von Größe und Ambiente ist die Festhalle des Ortsteils vergleichbar mit dem "Kronesaal". Zudem fällt das Parkplatzproblem weg, das auswärtige Besucher in der Gemminger Ortsmitte seither hatten. Wer künftig die Bewirtung übernimmt, soll bis zu kommenden Spielsaison geklärt sein.

"Erwarten Sie kein Über-Ich", stellt Lisa Eckhart gleich zu Beginn ihres Auftritts "Als ob Sie Besseres zu tun hätten" klar. Kaum ein Thema, zu dem sie keine Meinung hat und diese unverblümt kundtut. Sie reimt und redet in einem Tempo, dass schon wieder Pause ist, kaum dass es begonnen hat. Die Österreicherin, die in Paris studiert hat und in Berlin lebt, gibt Antworten, wo andere Kabarettisten nur über Missstände palavern. "Seien Sie keine Rassisten, hassen Sie alle", lautet eine ihrer Anregungen. Kannibalismus sei eine gute Möglichkeit mit vielen Problemen fertig zu werden. Kriege und Hungersnöte etwa würden sich gegenseitig ausschließen. "Jeder, der einen erschießt, muss sein Opfer danach aufessen. Dann dauern Kriege ganz schön lange." Und auch Massenzuwanderungen könnte man damit unter einem völlig neuen Aspekt sehen. "Jetzt seien Sie nicht gleich so hysterisch, wenn es um Fleisch geht." Schließlich könne damit auf Massentierhaltung verzichtet werden. Und falls das mancher geschmacklos finde, auch Menschen, die fleischlos leben, könne man essen. "Dann haben Veganer, was sie schon immer wollten: Sie stehen im Mittelpunkt und können Märtyrer sein."

Manch einem im Publikum blieb bei ihren Vorschlägen die Spucke weg, in ihrer Welt voller arbeitsloser Burn-out-Kühe und depressiver Schweine, in der die Nutztiere ihre Daseinsberechtigung verloren haben und damit nicht einmal mehr auf die Wildtiere - also die Penner der Natur - heruntersehen könnten.

Allergiker bekommen bei Lisa Eckhart ebenfalls nicht ungeschoren davon. "Ich bin auf dem Land aufgewachsen, da gab es keine Allergiker, keine Alternativen und kein Ablaufdatum von Lebensmitteln." Sie macht Lebensmittelunverträglichkeiten an der Klassenzugehörigkeit fest. "Wir brauchen Feindbilder. Wer nicht intolerant gegenüber Ausländern sein darf, ist halt Laktose-intolerant." Es sei ganz großes Evolutionskino, wenn plötzlich so viele Säugetiere gegen Milch allergisch sind.

Und schon war die Schnellsprecherin bei Kompetenzen, schließlich vertraue sie auch keinem Anwalt, der nie im Knast saß. Und wie kompetent sei bitte ein Terrorexperte, der nie bei einer terroristischen Vereinigung aktiv war. "Die haben überhaupt keine Ahnung von ihrem Thema und verbreiten nur blutleeres, akademisches Gewäsch. In jedem Beruf muss man vorher ein Praktikum machen."

Die Welt sei ihre Bühne. Ob sie sich mit Reizwörtern wie "Aloha Nacktbar" oder "O sama nur zu viert" die Aufmerksamkeit beim NSA verschaffen oder Phantomschmerzen inszenieren, die wahre Angst der meisten Bürger sei, überhaupt keine Geheimnisse zu haben und ein derartig langweiliges Leben zu führen, dass sie gar niemand abhören wolle. "Jeder möchte ja interessant erscheinen", wettert Lisa Eckhart weiter in ihrem Plädoyer gegen die öffentlich zur Schau gestellte Scheinheiligkeit.




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