Eppingen: Durchwachsenes Geschäft beim Raiffeisen-Zentrum
Eppingen. (db) Bei insgesamt acht Informationsabenden informierte das Kraichgau-Raiffeisen-Zentrum (KRZ) in seinem Geschäftsgebiet rund 350 Landwirte über die Geschäftsentwicklung des Unternehmens sowie über die Tendenzen auf dem Weltmarkt. Prokurist Dieter Schleihauf präsentierte unter anderem bei der Veranstaltung in der Eppinger Talschänke einen kurzen Blick auf die Zahlen der ersten neun Monate des laufenden Jahres.
Der Geschäftsbereich Pflanzenproduktion mit Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie Saatgut verzeichnete ein mengenmäßiges Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung hinkt der monetäre Umsatz hinterher: Er fiel im gleichen Zeitraum um 5,4 Prozent. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem der Saatgutabsatz, der durch die Ausweitung des Zuckerrübenanbaus und aufgrund des Greenings sowohl von der Menge als auch vom Umsatz geringer ausfiel. Deutlich wird dies anhand der Blühflächen (Greening), auf der im Geschäftsbereich des KRZ 480 Hektar weniger Getreide angebaut wurde.
Im Segment Tiernahrung laufen die Geschäfte trotz rückläufiger Tierhaltung sowohl bei der Menge als auch beim Umsatz mit einem Plus von zwei Prozent zufriedenstellend. Mager sieht es derzeit im Bereich Agrar noch mit der Vermarktung aus. Im Vorjahresvergleich verbuchte das KRZ bislang rund 30 Prozent weniger Umsatz. Die Ernte 2017 fiel immerhin durchschnittlich aus, sodass zum Jahresende noch größere Mengen auf Lager sein dürften. Auch spüre man derzeit die russische Konkurrenz auf dem Markt.
Der Geschäftsbereich Landtechnik ist derzeit nicht gerade im Aufwind. Sechs Prozent weniger Umsatz, was unter anderem an der zurückhaltenden Investitionsbereitschaft der Landwirte aufgrund der anhaltend schwachen Verdienstsituation liege. Schleihauf betonte jedoch, dass das KRZ im Branchenvergleich einen guten Umsatz verbucht habe. Erfreulich sieht es im Geschäftszweig Energie aus, der mit einem Umsatzplus von 11,6 Prozent deutlich zulegen konnte. "Die Tankstellen laufen gut, besser als gedacht", bemerkte der KRZ-Fachmann.
Der Einzelhandel läuft auf etwa gleichem Umsatzniveau, wobei der Online-Handel zunimmt. Unterm Strich blieb der Gesamtumsatz alle Geschäftszweige bis September um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück.
Nach den Geschäftszahlen des eigenen Hauses gab Schleihauf einen Einblick in die Entwicklungen auf dem Weltmarkt. Trotz einer weltweiten Rekordernte 2016 und hoher globaler Vorräte, bewegte sich der Preis für Weizen bis Mitte 2017 in einem schmalen Korridor. Nach explodierenden Preisen aufgrund der sommerlichen Trockenheit in den USA, in Europa und Australien entspannte sich die Lage schlagartig. Russland erwartete eine Rekordernte, und auch in Frankreich lief die Ernte besser als erwartet. Die Folge: Der Weizenpreis sank in spektakulärem Tempo. Die Lager sind zum Jahresende voll, und das Angebot aus Russland drückt auf den Preis.
Doch trotz dieser aktuellen Situation macht Dieter Schleihauf eine verblüffende Aussage: "Die zweitgrößte Ernte aller Zeiten auf dem Weltmarkt reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken."
