Valentinstag im Tierreich: Dem Liebesleben der Vögel auf der Spur
Rhein-Neckar. (kaz) Valentinstag auch in Wald und Flur: Die spärlichen Sonnenstrahlen des Jahres wecken bei den ersten Vögeln bereits Frühlingsgefühle. Spaziergänger können jetzt am Abend besonders gut die heimischen Eulen hören und erleben, denn nun beginnt bei ihnen die Balzzeit. "In diesen Tagen sind besonders der Waldkauz und der Uhu aktiv", erklärt Christiane Kranz, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes (Nabu) Rhein-Neckar-Odenwald.
"Während die Eulen nachts mit Liebesrufen auf Partnersuche gehen, versuchen Greifvögel tagsüber mit akrobatischen Balzflügen zu imponieren." Wer als Greifvogelmännchen ein Weibchen überzeugen will, muss auch beim Neubau oder der Renovierung eines Horstes Talent beweisen. "Wander- und Turmfalke müssen außerdem zeigen, dass sie ihren Nachwuchs ernähren können. Neben Balzflügen ist daher auch die Übergabe von Beute Teil der Brautwerbung", sagt Kranz.
Brautgeschenke gibt es auch bei anderen Vogelarten. Bei Zaunkönig und Gartenrotschwanz präsentiert das Männchen dem Weibchen potenzielle Nistplätze - sie wählt dann den Standort aus. "Das ist kein Gezicke anspruchsvoller Luxusvögelchen, sondern dient der optimalen Fortpflanzung. Das Vogelweibchen muss sich sicher und wohl fühlen, damit sie beruhigt zwei Woche lang dort fast ununterbrochen im Nest brüten kann", erläutert Kranz.
Sonnenstrahlen bringen auch die ersten Singvögel in Balzstimmung, darunter den Star mit seinem dunklen, metallisch glänzenden Gefieder. Der Star versucht mit pfeifenden, zischenden und schnalzenden Geräuschen die Damenvogelwelt zu erobern. Dabei ist der rund 20 Zentimeter große Vogel recht erfinderisch und trällert variantenreich von Hecken und Bäumen. Bevorzugt sind Stare in Parks, auf Friedhöfen und in Gärten unterwegs. "Der Star, unser Nabu-Jahresvogel 2018, ist in Beziehungsfragen recht offen und flexibel. Während manche Starmänner ihrer Liebsten immer treu bleiben, pflegen andere den Kontakt zu mehreren Vogeldamen gleichzeitig", berichtet die Biologin. "Läuft alles nach Plan, hat der schillernde Stimmenimitator im März erfolgreich seine Nisthöhle bezogen.
Beim Star sind die Rollen zu Hause klar verteilt: Er füllt die Höhle mit grobem Nistmaterial, sie macht das neue Heim mit feineren Pflanzenteilen kuschelig. Fürs Brüten ist das Starweibchen zuständig, das ab Anfang April allein die vier bis sechs Eier ausbrütet." Die heimischen Spechtarten kommen ebenfalls allmählich in Balzstimmung. Während der Buntspecht durch lautes Trommeln an hohlen Ästen und Stämmen auf sich aufmerksam macht, lässt der Grünspecht seinen markanten Ruf, der wie ein gellendes Lachen klingt, weithin erkennbar ertönen.
Jetzt wird lautstark das Revier abgesteckt, man vergrault schon mal mögliche Nebenbuhler und lockt Weibchen an. "Die Brutzeit beginnt für die Spechte jedoch erst im April", erklärt die Nabu-Expertin.
Info: Wer die verliebten Vogelarten gerne etwas näher kennenlernen will, kann sich einer der Nabu-Vogelexkursionen anschließen, die in den nächsten Wochen stattfinden: Am 18. Februar, 9 Uhr, und am 17. März, 7 Uhr, geht es zum "Frühling im Spechtwald", Treffpunkt ist die Brücke zur Rheininsel in Ketsch. Eulen und andere Nachttiere können auf der Exkursion am 10. März, 18.30 Uhr, erlebt werden. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz "Weiße Hohl" am Ortsausgang Nußloch Richtung Maisbach.
