Eckenberg-Gymnasium in Adelsheim: "Ein Garten zum Lernen" als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet
Adelsheim. (er) Das Adelsheimer Eckenberg-Gymnasium (EBG) mit Landesschulzentrum für Umwelterziehung (LSZU) wurde für sein Schulgartenkonzept "Ein Garten zum Lernen - für Kinder, Jugendliche und Erwachsene" von Landwirtschaftsminister MdL Peter Hauk im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz und des Bundesumweltministeriums als UN-Dekade-Projekt "Biologische Vielfalt" ausgezeichnet.
Zum Hintergrund: Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für die biologische Vielfalt erklärt. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Die Dekade soll die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben bewusst machen und zum Handeln anstoßen.
Zu der Auszeichnung hieß Schulleiter Meinolf Stendebach am Montagnachmittag im LSZU die Gäste willkommen, unter ihnen Minister Peter Hauk, Bürgermeisterstellvertreter Edgar Kraft, Regierungsschuldirektor Albrecht Schnitzer vom Regierungspräsidium Karlsruhe, Dr. Dorothee Benkowitz von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten, sowie die Mitarbeiter des LSZU.
Der Leiter des LSZU, Theo Prestel, betonte meinte im Anschluss: "Den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu vollziehen ist nicht technischer, sondern kultureller Art." Um eine Kultur zu verändern, bedürfe es einer positiv besetzten Narration. "Wir haben in den letzten 30 Jahren vergessen, unseren Kindern unsere Umwelt näher zu bringen", stellte Prestel fest.
Dr. Dorothee Benkowitz ging auf die Bedeutung eines Schulgartens ein. Nicht nur in Deutschland erlebe der Schulgarten eine Renaissance. Dieser besondere Lernort habe in der modernen Gesellschaft, in der die Menschen durch Digitalisierung und Globalisierung, Inklusion und Integration vor große Herausforderungen gestellt seien, eine ganz neue Bedeutung. Um der Öffentlichkeit zu zeigen, was Schulgärten leisten und welches Potenzial sie besitzen, rufe die Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten am 12. Juni zum bundesweiten "Tag des Schulgartens" auf.
Wenn man über die Vielfalt der Biologie spreche, spreche man von der Vielfalt der Arten wie zum Beispiel Vögel, Amphibien, Libellen, die keine Plätze zur Eiablage mehr haben, oder der Vielfalt von Pflanzen, Heilkräutern und der Gene. Diese Vielfalt sei bedroht. Ein Viertel dieser Tiere und Pflanzen sei gefährdet. Es müsse mehr für die biologische Vielfalt getan werden, betonte Benkowitz.
Alle Menschen sollten den Wert der Biologie kennen. Dazu sei ein Schulgarten geeignet. Schulgärten und Bildung seien für eine nachhaltige Entwicklung wichtig. Kinder müssten wieder an die Wurzeln der Biologie herangeführt werden. Den Kindern müsse erklärt werden, was ein Bio-Bauer sei. Im Team sei dies für Kinder besser zu verstehen. Dr. Benkowitz ging auch auf die Vielfalt der Schulgärten mit ihren Bäumen, Sträuchern, Gemüsearten, Blumen, Streuobstwiesen und dem Gewächshaus ein. "Hier am EBG ist die Vielfalt toll. Ich finde es gut, dass hier Lehrer im Schulgarten ausgebildet werden."
Minister Peter Hauk sagte, dass sich die Landesregierung seit dem Ende des letzten Jahrzehnts mit Schulgärten beschäftige. "Was könnte besser sein, als in den Schulgärten, die eine ganz zentrale Bedeutung haben, die biologische Vielfalt näher zu bringen?", so Hauk. Früher habe jeder seinen eigenen Garten gehabt. Obst und Gemüse würden heute im Supermarkt eingekauft. Wie dieses bis zur Ernte reife, werde kaum noch gesehen. Heute sei die Gartenernte nur noch wenigen bekannt. Man lebe aber in einem Zeitalter der "Retro-Kultur". Man wolle zum Beispiel mehr wissen über den Anbau von alten Sorten. "Ich möchte alle ermutigen, an den Schulen einen kleinen Garten anzulegen", erklärte der Minister abschließend.
Der Schulgartenbeauftragte des LSZU, Studienrat Christian Puschner, dankte im Namen des gesamten Teams für die Auszeichnung. Theo Prestel sagte: "Es wäre ein Traum, einmal im Monat hier Brot backen zu können."
In seinem Grußworte sicherte Bürgermeisterstellvertreter Edgar Kraft zu, dass er sich für die Realisierung eines Backofens einsetzen werde.
