Pligern von Walldürn nach Heilbrinn: Unterwegs auf dem Fränkischen Jakobsweg
Buchen-Hettingen. (KSC) Was letztes Jahr in Aschaffenburg mit dem Fränkischen Jakobsweg mit 80 Kilometer zu Fuß in zwei Tagen bis Walldürn begann, wurde dieses Jahr erfolgreich fortgesetzt. Gundolf Scheuermann und Heiko Leitner, zwei erfahrene Wanderführer, hatten im Frühjahr den neuen Plan für 2018 vorgestellt. Vorbereitet bis ins kleinste Detail und spirituell begleitet von Heiko Leitner sollte es von Walldürn nach Heilbronn gehen. Sogleich hatten sich 19 Pilger auch angemeldet. Erfahrene Jakobswegpilger, aber auch völlig neue Wanderer, machten sich am 10. Mai früh morgens mit vollgepackten Rucksäcken auf den Weg.
In der Walldürner Basilika wurde innegehalten und für eine gute Pilgerreise gebetet. Auf dem Limesweg ging es vorbei an den Walldürner Bauernsiedlungen in den großen Wald Richtung Hettinger Forsthaus. Und von dort Richtung Rinschheim, wo Ortsvorsteher Bernhard Bechtold und Sabine Scheuermann die Pilger auf dem Lausenberg empfingen. Wohlversorgt und mit Hinweisen über die Lausenberganlage ging es weiter auf dem Limesweg nach Osterburken.
Schon hier auf dieser Strecke lief man auf doch fast völlig unbekannten Pfaden. Das Wetter machte trotz anderer Vorhersage mit, und so gelangte man dann nach Adelsheim, wo die Jahrhunderte alte Jakobuskirche innen begutachtet werden konnte. Nach wenigen Kilometern erreichte man Sennfeld, wo die erste Übernachtung anstand.
Nach einer äußerst informativen Führung durch die Sennfelder Synagoge durch Reinhart Lochmann ging man zurück ins "Schloss Hotel", um sich von den Strapazen des Tages auszuruhen und zum gemeinsamen Abendessen, das man im umgebauten ehemaligen Schloss zu sich nahm.
Am nächsten Morgen ging es frohen Mutes und mit zwei zusätzlichen Wanderern auf die Königsetappe von 37 Kilometern Länge, die von Sennfeld über Roigheim, Waldmühlbach, Neudenau, Herbolzheim, Jagstfeld nach Bad Wimpfen führte, wo man in der Unterstadt im ehemaligen Malteser-Kloster Unterkunft fand. Hier auf dieser langen Strecke hatte man genügend Zeit, sich in Gesprächen dem Pilgerweg zu widmen. Nach dem freundlichen Empfang und einer kleinen Führung in der sehr großem Klosteranlage am Neckar, ließ es sich die Gruppe nicht nehmen, die Oberstadt auch noch zu besuchen, um dort noch Einkehr zu finden. Nach einer wohlverdienten Nacht, man hatte nun schon 70 Kilometer in den Beinen, hieß das Ziel dieser Reise jetzt Heilbronn. 15 Kilometer auf Rad- und Wanderwegen entlang des Neckars standen an. Kein einziger Berg oder Hügel musste erklommen werden, was der Gruppe am letzten Tag auch guttat.
Am Gedenkstein der vom NSU ermordeten Polizistin Michelle Kiesewetter wurde noch innegehalten, bevor man am Heilbronner Bahnhof von Svenja Scheuermann am Ende der Pilgerwanderung empfangen wurde.
Nach kurzer Pause wurde die Heimfahrt mit dem Zug nach Walldürn angetreten und die Gruppe ist überzeugt, dass man auch die letzten Wege nach Colmar mit Gundolf Scheuermann und Heiko Leitner noch erreichen will.
