Fachpflegezentrum im PZN Wiesloch: Am Großprojekt gibt’s "nichts zu meckern"
Wiesloch. (seb) Die ersten Bewohner sind schon eingezogen, die nächsten folgen Anfang Juni: In bester Laune wurde jetzt die Einweihung des Großprojekts von Psychiatrischem Zentrum, Mannheimer Unternehmensgruppe Diringer und Scheidel (D&S) sowie den Illenauer Stiftungen auf dem PZN-Areal gefeiert. Der bei Spatenstich und Grundsteinlegung 2016 genannte Zeitplan wurde eingehalten, ebenso der Kostenrahmen von 21,66 Millionen Euro, was nicht selbstverständlich ist. Doch nicht nur deswegen war die Stimmung hervorragend: Wie Heimleiterin Anke Rinne berichtete, "haben sich die Bewohner schon eingelebt und fühlen sich wohl". PZN-Geschäftsführerin Anett Rose-Losert erzählte augenzwinkernd, man habe von aus dem PZN hierhergezogenen Bewohnern mit das höchste Lob erhalten: "Es gibt nichts zu meckern."
Die drei Partner haben auf die gestiegene Nachfrage sowohl nach alternativen Wohnformen für Senioren als auch nach modernen Pflegeheimplätzen reagiert und zudem die Wiedereingliederungshilfe für Patienten des PZN ausgebaut. Auf über 6300 Quadratmetern ist zum einen die Verbundeinrichtung "Service-Wohnen & Pflege Wilhelmshöhe" entstanden. Diese beiden miteinander verbundenen Häuser beherbergen 83 stationäre Pflegeplätze auf über 4100 Quadratmetern für alle Pflegegrade sowie 27 Senioren-Service-Eigentumswohnungen auf insgesamt über 2200 Quadratmetern. Eine öffentliche Cafeteria rundet die Einrichtung ab. Betreiber der "Wilhelmshöhe" ist die D&S-Tochtergesellschaft Avendi Senioren Service.
Das dritte Gebäude hat D&S im Auftrag der Illenauer Stiftungen als Generalunternehmer auf dem Nachbargrundstück errichtet. Auf über 1000 Quadratmetern gibt es Platz für sechs Wohngruppen für die Wiedereingliederung von Patienten mit psychischen Erkrankungen oder seelischer Behinderung. 22 Personen im Alter zwischen 28 und 62 Jahren, die teils schon Jahre im Heimbereich des PZN leben, werden Anfang Juni dort einziehen.
Avendi-Geschäftsführer Patrick Weiss moderierte die Feier, die von der Jazz-Band "All Ears" aus dem Raum Heidelberg umrahmt wurde. Eingangs blickte D&S-Geschäftsführer Heinz Scheidel auf die nicht immer einfachen Bauarbeiten zurück und nannte beeindruckende Zahlen, etwa gut 70.000 Lohnstunden, die geleistet werden mussten, bis die drei Gebäude schlüsselfertig waren. Scheidel hob hervor, dass er über die "gelungene Gestaltung" schon "viele positive Stimmen" gehört habe, lobte alle Beteiligten und Unterstützer und bedankte sich. Gerade die Zusammenarbeit mit dem PZN und auch der Stadt Wiesloch bezeichnete Scheidel als hervorragend. Er verwies auch auf ein Novum: "Wir übernehmen Bewohner vom PZN, aber auch Pflegepersonal", auch von ihnen habe er schon viel Positives vernommen. Das Einleben falle umgeben von vertrauten Gesichtern leichter. Die Vernetzung mit dem PZN sei auch darüber hinaus vielseitig, nannte Scheidel die Zusammenarbeit mit Küche und Wäscherei, außerdem sei man ans Fernwärmenetz angeschlossen. Er wünschte "uns allen erfolgreiche gemeinsame Jahre und den Nutzern alles Gute im neuen Zuhause".
Den Dank erwiderte PZN-Chefin Anett Rose-Losert, die Zusammenarbeit laufe nicht nur reibungslos, sie habe das Gefühl, man wachse zusammen: "Das macht Spaß mit Ihnen und Ihren Leuten." Die Neubauten seien mit ihrer "einladenden, freundlichen Atmosphäre" nicht nur für Bewohner beziehungsweise Patienten das Richtige, man habe so auch eine "mitarbeiterorientierte Lösung" gefunden.
Die "schmucken Bauten" auf dem PZN-Areal bieten ihr zufolge im Fall des Wohngruppengebäudes "beste Voraussetzungen für den Inklusionsgedanken, beste Chancen für die Bewohner auf Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe", im Fall des Fachpflegezentrums "eine würdevolle Alternative zu nicht immer bedarfsgerechten Wohnformen". Aus persönlichen Erfahrungen in ihrer Familie wisse sie, dass es nicht einfach sei, eine Wohnform für Senioren zu finden, die möglichst lange ein eigenbestimmtes Leben führen möchten, denen ihr altes Zuhause zu groß werde, die sich aber zu fit für ein Heim fühlten. In ihre an alle Beteiligten gerichteten Dankesworte schloss Anett Rose-Losert auch Wieslochs Oberbürgermeister Dirk Elkemann, Stadtverwaltung und Rat ein: Der Austausch sei "stets konstruktiv und vertrauensvoll".
Das gab Elkemann zurück und hob die Bedeutung des PZN für Wiesloch hervor, zumal man mit den Partnern auch immer wichtiger werdende Angebote geschaffen und Wiesloch damit noch familienfreundlicher gemacht habe. Für die Illenauer Stiftungen mit mit Sitz in Freiburg, die sich in der Förderung von psychiatrischer Betreuung und Forschung engagieren, sprachen Dr. Jörg-Heinrich Linke und Dr. Rolf-Dieter Splitthoff: In ihren Dankesworte hoben sie "das sehr gute Miteinander aller Partner" hervor. Die 22 Bewohner fänden ab Juni im Neubau "ein Ambiente, das allen Verantwortlichen schon lange vorschwebt", in dem sie bestens auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet würden.
Heimleiterin Anke Rinne, die auch für ihr über zehnjähriges Wirken bei Avendi geehrt wurde, zeigte sich gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Sabine Nötzel, die zuvor mehr als 27 Jahre am PZN tätig gewesen war, höchst angetan von den Bedingungen in den Neubauten. Anschließend nahmen die Klinikseelsorger Christian Bott und Reiner Karcher die Einsegnung der neuen Gebäude vor.
