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Июнь
2018

Plädoyer für den Freihandel: "Viele Länder schießen sich ins eigene Knie"

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Von Jens Schmitz, RNZ Stuttgart

Stuttgart. Baden-Württembergs Wirtschaft brummt, nicht zuletzt wegen ihrer Exporte: Waren im Wert von 18.366 Euro pro Kopf wurden im vergangenen Jahr ins Ausland verkauft, so viel wie in keinem anderen deutschen Flächenland.

Noch bis heute tagt in Stuttgart Deutschlands größter Kongress für Export und Internationalisierung, Global Connect, wo man nicht nur unbeschwert auf die Zukunft schaut. Rund um de Globus werfen wirtschaftliche und politische Herausforderungen ihre Schatten voraus.

Die RNZ sprach mit Wolfgang Grenke (67), dem Präsidenten des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags und Gründer des Finanzdienstleisters Grenke AG.

Herr Grenke, Baden-Württembergs Außenhandelsvolumen ist in den vergangenen zehn Jahren um gut ein Drittel gestiegen, es liegt 34 Prozent über dem Niveau vor der Finanzkrise. Die Stimmung muss gut sein in der Wirtschaft, oder?

Ja, die Stimmung ist gut. Mit der Einschränkung, dass die Aussichten nicht mehr ganz so positiv bewertet werden wie noch vor einigen Monaten. Wir können trotzdem ganz hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, denn es gibt auch eine Reihe positiver Elemente. In den vergangenen 15 Jahren haben wir das Auslandsgeschäft stetig ausgebaut - gerade auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Daran sieht man allerdings, dass wir von internationalen Verwerfungen zunehmend abhängig werden.

Wie sehr fürchten Sie die Schutzzölle des US-Präsidenten Donald Trump, Spannungen mit China oder die Folgen des Brexit?

Ich glaube, keiner dieser Faktoren allein wäre gravierend. Wenn mehrere zusammenkommen, werden wir allerdings schon zu leiden haben. Und manche Konflikte betreffen uns nicht direkt, aber mittelbar.

Können Sie das erklären?

Viele baden-württembergische Unternehmen haben mittlerweile in China investiert und produzieren dort, unter anderem so, dass in die USA exportiert werden kann. Deshalb hat selbst eine US-Besteuerung für Waren aus China Auswirkungen auf unsere Entwicklung. Woanders sind Zulieferer betroffen. Man kann da nicht mehr einfach bilateral denken.

Fürchten Sie, dass Protektionismus großflächige Handelskriege provoziert?

Ganz offensichtlich nützt er dem Freihandel nicht. Und ganz offensichtlich profitieren wir in Deutschland vom Freihandel in besonderem Maß. Insofern muss man das fürchten, auch wenn ich nicht glaube, dass wir nachhaltig diese Entwicklung haben werden. Viele Länder schießen sich da ins eigene Knie.

Was ist zu tun?

Es hat sich gezeigt, dass man bei Präsident Trump durch Gesprächsbereitschaft wahrscheinlich keine Änderung erzielt. Es wird deutliche Signale geben müssen.

Zum Beispiel?

Das werden Abwehrzölle sein. Das muss die EU machen, das ist keine deutsche Entscheidung.

Die EU steht mit dem Brexit auch vor einer Herausforderung von innen.

Bislang haben die verbleibenden 27 Länder im Hinblick auf Amerika wie auf den Brexit erstaunliche Solidarität untereinander gezeigt. Manchmal erhöht ja ein Gegenspieler von außen den inneren Zusammenhalt. Das sieht man nicht zuletzt an unserer Zusammenarbeit mit Frankreich.

Es gibt Stimmen, die Kanzlerin Merkel vorwerfen, sie reagiere zu zögerlich auf Versuche des französischen Präsidenten, die EU zu erneuern. Teilen Sie diese Kritik?

Das ist eine Frage der Spielregeln. Einfach eine Transferunion zu gestalten ist sicher nicht sinnvoll. In Deutschland gab es aber früher auch strukturschwache Zonenrandgebiete, die Subventionen erhalten haben.

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag beklagt Handelshemmnisse unter anderem in Russland. Meinen Sie die westlichen Sanktionen wegen der Krim-Annexion und vermuteter Gift-Anschläge in anderen Staaten?

Auch. Wenn ein Arzt Medizin verschreibt und sich nach drei Jahren nichts ändert, sollte man überlegen, ob das die richtige Medizin ist. In der Geschichte ist man sich immer über die Wirtschaft näher gekommen, nicht zuletzt in der EU. Ich halte Sanktionen generell nicht für ein geeignetes politisches Mittel. Sie schaden meist mehr als sie nützen.

Sie haben eingangs von einer Reihe positiver Elemente gesprochen, die Anlass zu Hoffnung böten. Welche sind das?

Die Wirtschaft ist nach wie vor sehr stark. Bei der Nähe zwischen Forschung und Wirtschaft machen wir deutliche Fortschritte. Im Moment diskutieren wir ja gerade über die Frage künstlicher Intelligenz. Da haben wir uns mit unseren französischen Freunden verständigt, dass wir Netzwerke haben wollen und nicht Einzelregionen. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg ist innovativ. Mit dem Studium Plus gibt es die Möglichkeit, parallel zum Hochschulstudium eine Duale Ausbildung zu machen. Im europäischen Kontext gibt es zunehmend Länder, die sich für unser Ausbildungssystem interessieren. Ich bin Vizepräsident im europäischen Kammerverbund Eurochambres. Das würde den Zusammenhalt Europas auch stärken, wenn wir in diesem Bereich Annäherung haben.




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