Heidelberger Altstadt: Anwohner blitzen beim Oberbürgermeister ab
Heidelberg. (dns) Der Schulweg in der Altstadt soll sicherer werden: Dafür hat die Stadtverwaltung Anfang dieser Woche 32 Parkplätze in der Landfriedstraße ersatzlos gestrichen - sehr zum Ärger der Anwohner. Doch das Sicherheitsaudit im Stadtteil hat ergeben, dass ein sicherer Fußweg dort nur möglich ist, wenn die Parkplätze auf der Südseite der Straße vom Gehweg auf die Fahrbahn verlegt werden. Damit Rettungswagen und Müllabfuhr aber noch durchkommen, müssten dann die Abstellmöglichkeiten auf der anderen Seite entfallen.
Die Anwohner der Straße haben kürzlich 110 Unterschriften zum Erhalt der Stellplätze gesammelt und wollten nun auch im Gemeinderat Druck auf die Stadtverwaltung ausüben. Gleich drei Mitglieder der Bürgerinitiative meldeten sich in der Fragestunde zu Wort. Sie forderten den Oberbürgermeister Eckart Würzner auf, andere Maßnahmen zu ergreifen, um den Verkehr in der Straße zu beruhigen - etwa ein konsequentes Durchsetzen der Schrittgeschwindigkeit oder ein Poller, der Unbefugten die Einfahrt verbietet. "Sonst werden die Anwohner vertrieben. Da will dann keiner mehr wohnen", so eine Anwohnerin.
Würzner machte jedoch deutlich, dass die Maßnahme bestehen bleibt: "Ich muss mal klarstellen: Der öffentliche Raum ist kein Parkplatz." Bisher habe es in der Straße eine Sondergenehmigung für die Anwohner gegeben, "ein Parkrecht, das sie eigentlich gar nicht haben", so Würzner. Die Stadt habe dies vor Jahrzehnten erteilt, weil Parkraum in der Altstadt Mangelware war. Damals habe man sicheren Schulwegen aber auch eine geringere Priorität eingeräumt als heute.
