Добавить новость
ru24.net
World News
Июнь
2018

Heidelberg: Was jeder auf dem Neckar darf und was nicht

0

Von Anica Edinger

Heidelberg. An einem Traum-Sommerwochenende wie diesem ist nicht nur die Neckarwiese voll. Auch auf dem Fluss selbst herrscht Hochbetrieb. Dort tummeln sich in Heidelberg längst nicht mehr nur Ruderer und Gäste der großen Ausflugsschiffe: Freizeitsportler haben den Fluss für sich entdeckt. Wer alles auf dem Neckar unterwegs, was erlaubt und was verboten ist - die RNZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist los auf dem Fluss? Viel. "Darauf mit dem Schiff zu fahren, ist alles andere als trivial", sagt Peter Fischer von der Wasserschutzpolizei. Der Neckar sei wie eine Autobahn. Laut Wasser- und Schifffahrtsamt sind täglich rund 25 Berufsschiffe unterwegs, etwa Güterschiffe oder Kohlefrachter. Nur: "Der Neckar ist eben auch noch Spiel- und Trainingsgelände", so Fischer. Vom Stand-Up-Paddler - also einem, der sich, auf einem Surfbrett stehend, mit einem Paddel fortbewegt - über das kleine Mädchen, das gerade rudern lernt, bis zum Leistungssportler: Auf dem Fluss sind sie alle unterwegs. Dazu kommen noch die sieben Fahrgastschiffe der Weißen Flotte. Fischer: "Ich arbeite seit 40 Jahren bei der Wasserschutzpolizei, wurde bundesweit eingesetzt - so eine intensive Nutzung eines Flusses habe ich noch nirgends erlebt." Und dafür, so Fischer, passiere "relativ wenig". Damit das so bleibt, ist die Wasserschutzpolizei täglich im Einsatz, ebenso wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Was darf der Laie? Alles - fast. Mit einem Schlauchboot, Tretboot oder Stand-Up-Brett kann man friedlich auf dem Neckar und auch im Seitenkanal Wieblingen schippern - allerdings gilt das Recht des Stärkeren. Das heißt: Kommen große Schiffe, müssen alle anderen schnell in Richtung Ufer. "Vor allem im Seitenkanal kann es sehr eng werden, wenn Berufsschiffe vorbeikommen", weiß Johanna Reeg vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Und: Vom Schiffsführer-Haus aus kann der "tote Bereich", in dem der Kapitän vor seinem Schiff nichts sieht, bis zu 300 Meter betragen. Es ist also Vorsicht geboten!

Was ist verboten? Von einer Brücke in den Neckar zu springen. Wer diesen Kick sucht, begeht eine Ordnungswidrigkeit - und bringt sich selbst in Gefahr. "Vor zwei Jahren sprangen drei Menschen vom Wehr in Wieblingen - und nur zwei tauchten wieder auf", erinnert sich Fischer - und insistiert: "Von Brücken springen und auch schwimmen im Brückenbereich ist lebensgefährlich und deshalb verboten." Doch gibt es leider viele allzu Waghalsige. Nahezu täglich springe jemand von einer Brücke in den Neckar, wie Fischer erklärt. Außerdem tabu für Freizeitwassersportler: Schleusen, Wehre und Kraftwerke. "Dort dürfen etwa Schlauchboote nicht hineinfahren", berichtet Johanna Reeg. Gerade bei Kraftwerken herrsche oft eine starke Strömung - und damit Lebensgefahr.

Und was ist mit Baden und Schwimmen? Verboten ist es nicht - außer im Naturschutzgebiet am Altneckar in Wieblingen. Dennoch ist das Baden im Neckar alles andere als ratsam. Das Gesundheitsamt des Landkreises Rhein-Neckar sagt deutlich: Baden im Neckar ist gesundheitsgefährdend. Denn er ist kein Schwimm- und Badegewässer nach der offiziellen EU-Richtlinie. Dort werden etwa Industrieabfälle, vor allem aber Abwasser aus Kläranlagen eingeleitet. Bei Niedrigwasserstand besteht das Wasservolumen des Neckars aus bis zu 40 Prozent Klärwasser. "Dies dürfte besonders in der sommerlichen Badesaison häufig der Fall sein", heißt es aus dem Gesundheitsamt.

Macht Baden im Neckar also krank? Auch wenn viele Neckar-Schwimmer das für Panikmache halten: Durch das Abwasser können laut Gesundheitsamt Krankheitserreger wie Viren, Pilze, Fäkalkeime oder eben Salmonellen in den Fluss gelangen. Zwar werden die Keime im Klärwerk zum größten Teil abgebaut, nie jedoch vollständig. Ein weiteres Problem sind Fäkalien von Tieren, in Heidelberg insbesondere der Kot der Gänse. Ganz aktuell zudem ein Thema: multiresistente Keime. Eine noch laufende Studie zur Zunahme von Resistenzen gegen Antibiotika zeigte bereits, dass - wegen der Kläranlagen und besonders in Verbindung mit Krankenhäusern - auch in Gewässern wie dem Neckar anzunehmen ist, dass die Konzentration dieser Keime im Wasser steigt.

Und wie sieht es am Altneckar in Wieblingen aus? Dort stehen die Tiere im Mittelpunkt. Denn der Bereich zwischen Wehrsteg Wieblingen und Edingen ist als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) und teilweise als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Neckarinseln dürfen generell nicht betreten werden. So sollen besonders die sensiblen Uferbereiche geschützt werden, in denen seltene Vögel brüten - etwa der Eisvogel oder die Zwergdommel. "Wassersportler sollten möglichst großen Abstand zum Uferbereich halten", so ein Stadtsprecher. Und auch Sportfischer sollten mindestens zehn Meter Abstand halten. Die Kiesbänke dienen ebenso als Lebensraum und Brutquartier für empfindliche Vogelarten. Zudem finden sich in langsam fließenden, kiesigen Bereichen Fischkinderstuben. "Wer hier anlegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit", so der Sprecher.

Gibt es eine Kennzeichnungspflicht für Freizeitboote und Stand-Up-Bretter? Im Prinzip: Ja. Wer mit dem Schlauchboot auf den Neckar geht, sollte diesem einen Namen geben. "Er sollte sichtbar an der Boot-Außenseite angebracht sein", erklärt Peter Fischer. Sinnvoll sei, den eigenen Namen und die Adresse an der Boot-Innenseite zu vermerken. "Etwa falls es mal abgetrieben wird", so Fischer. Motorboote ab drei PS müssen sich ein amtliches Kennzeichen beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt besorgen. Bei Stand-Up-Brettern werde ein Auge zugedrückt - wo soll man da schon den Namen gut sichtbar anbringen?

Info: Wenn Sie wissen wollen, wo Sie noch in der Region baden gehen können, dann finden Sie unsere Übersicht hier




Moscow.media
Частные объявления сегодня





Rss.plus
















Музыкальные новости




























Спорт в России и мире

Новости спорта


Новости тенниса