Wohnmobil-Weltrekordversuch: "Es läuft alles geschmeidiger als 2017"
Hardheim. (adb) Zur Jahrtausendwende war die Freude groß: Da die TVH-Handballer den Rekord im Dauerhandballspielen knackten, fand Hardheim im "Guinness Buch der Rekorde" erstmals Erwähnung. Für den zweiten Verweis auf die Erftalgemeinde könnte der Versuch von Gisela und Dieter Goldschmitt verantwortlich zeichnen, am 15. September auf dem Standortübungsplatz den längsten Wohnmobil-Konvoi der Welt zu stellen. Am Montag trafen sich die Verantwortlichen am Ort des Geschehens zum Pressegespräch.
"Es geht nicht darum, drei Kilometer zu fahren und sich dann in alle Himmelsrichtungen zu zerstreuen - viel mehr versteht sich der Konvoi als Teil eines Unterhaltungsprogramms mit Festzelt für Jung und Alt, zu dem Auftritte der ‚Starlights‘ und der Alpenrock-Formation ‚Hunis‘ gehören", stellte Dieter Goldschmitt klar. Nun gelte es, die Werbetrommel zu rühren - auch für die Aktion "C-Kennzeichen": Von Plänen, laut denen alle Fahrzeuge unterhalb der Schadstoffklasse Euro 6 aus Städten ausgesperrt werden sollen, wären auch Reisemobile betroffen. "Wenn man aber nicht mehr an die Wilhelma fahren kann, ist das für alle Beteiligten tragisch", prognostizierte der 65-Jährige im Hinblick auf den dadurch aussterbenden Innenstadt-Tourismus.
Die Idee zum "C-Kennzeichen" kam auf, als man die Vorteile des für Oldtimer gedachten "H-Kennzeichens" analysierte und mit der Lage von Reisemobilen verglich: "480.000 Oldtimer stehen 490.000 Reisemobilen gegenüber, die ebenso gut gepflegt und wenig gefahren werden", rechnete Goldschmitt vor und merkte an, dass der Konvoi als klares Statement für diese in Berlin vom Bundestagsabgeordneten Alois Gerig vertretene Aktion anzusehen sei. "So möchten wir nicht nur möglichst viele Fahrzeuge aneinander reihen, sondern viel mehr auf Camper und deren Situation aufmerksam machen - gemeinsam sind wir stark und haben eine gewisse Kaufkraft, die auch unserer Region zugute kommen könnte - wir sitzen alle im selben Boot!", ließ er wissen.
2017 jedenfalls habe "alles nach Walldürn geschielt", wobei von Dieter Goldschmitt dieser Tage probeweise in Hardheim geführte Gespräche ergaben, "dass niemand so richtig weiß, um was es eigentlich geht und man eher denkt, wir würden Hardheim einem Verkehrs-Kollaps aussetzen", wie er bedauerte. Hier sicherte er zu, "Riesen-Gaudi statt Belästigung" zu organisieren und dankte Alexander Imhof vom Gemeindeverwaltungsverband Hardheim-Walldürn, dessen Konzept den Rahmen der Veranstaltung regele. Durch diese Unkenntnis suche man derzeit auch noch händeringend Helfer - schließlich sei das Ausmaß des Tages nicht abzusehen: "Bei gutem Wetter können wir eventuell mehr Besucher anlocken, als wir verkraften, wofür wir natürlich jede helfende Hand benötigen", mahnte Goldschmitt an. Immerhin rechne man mit rund 10.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit zur Vorbereitung und Durchführung des Events. "Es ist keine kommerzielle Sache, aus der jemand Profit schöpft - was an Geld möglicherweise übrig bleibt, kommt karitativen Zwecken zugute", betonte er.
Auch die Situation auf dem Standortübungsplatz sei besser: "Die Strecke ist topographisch einfacher", so Gisela Goldschmitt. Zugelassen sind aber wie gehabt nur Reisemobile: "Für Wohnwagen-Gespanne wäre der organisatorische Aufwand zu groß", fügte sie an. Dafür sendet Wolferstetten am dritten September-Wochenende ein eigenes Radio-Programm: "Es wird ein Sender eingerichtet, der die Bevölkerung live über den Konvoi informiert", freute sich Dieter Goldschmitt.
Die Bürgermeister Volker Rohm (Hardheim) und Thomas Schreglmann (Külsheim) sowie Landrat Dr. Achim Brötel und MdB Alois Gerig dankten schließlich dem Ehepaar Goldschmitt sowie der Bundeswehr, die den Standortübungsplatz zur Verfügung stellt. "Wir haben eine besondere Chance, für unsere Tourismus-Region zu werben", schilderte Alois Gerig, während Thomas Schreglmann und Volker Rohm eine "wachsende Branche" beschrieben.
Wie Dieter Goldschmitt noch betonte, laufe alles "deutlich geschmeidiger als 2017, wo man noch auf den Last-Minute-Effekt hoffen musste". Man habe aus diversen Ereignissen gelernt und könne sich nun auf den 15. September freuen: 673 Teilnehmer werden zum Rekord benötigt - deren 658 haben sich schon angemeldet. Von Zurücklehnen und Entspannung aber kann drei Wochen vor dem großen Tag nicht die Rede sein. So besuchen die Goldschmitts den Düsseldorfer "Caravan-Salon" als größte Reisemobil-Fachmesse Deutschlands (25. August bis 2. September) und werden dort auf das Projekt sowie die Region Odenwald-Tauber aufmerksam machen. Aus gutem Grund, wie Dieter Goldschmitt beschrieb: "Jeder Reisemobilist möchte etwas von der Gegend sehen, in der er unterwegs ist - und bei uns hat er jede Menge touristischer Attraktionen von Wildpark bis Tropfsteinhöhle!
