Adler Mannheim: 4:2 gegen Nürnberg - Nur im letzten Drittel war Zittern angesagt
Von Rainer Kundel
Mannheim. Zweites Heimspiel, erster Heimsieg: In einem gutklassigen und zum Schluss hoch spannenden Match besiegten die Adler Mannheim mit einem überzeugenden Auftritt am dritten Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) den Dauerrivalen Nürnberg Ice Tigers mit 4:2 (2:1, 1:0, 1:1).
Das Heimteam präsentierte sich mit einer leicht veränderten Aufstellung. Adam, Huhtala und Lampl kehrten nach Verletzungen zurück. Neben dem verletzten Goc und dem angeschlagenen Seider blieben Möser, Reul und Raedeke als überzählig auf der Tribüne.
"Der Nürnberger Kader ist für eine Meisterschaft zusammengestellt", zeigte sich Mannheims Trainer Pavel Gross vor dem Spiel vom Gegner beeindruckt. Papier ist bekanntlich geduldig. Auf dem Eis zogen die Adler das Geschehen sofort an sich, beherrschten die Franken fast das komplette erste Drittel und gingen durch zwei Überzahltreffer in Führung.
Beim 1:0 war die Strafe gegen Lalonde bis auf eine Sekunde abgelaufen, als Kolarik (7.) nach Doppelpass mit Desjardins Torhüter Jenike in der kurzen Ecke überwand. Schneller ging’s beim Treffer von Markus Eisenschmid (11.). Da hatte erneut Lalonde gerade für fünf Sekunden den Platz auf der Strafbank eingenommen, als der Schlagschuss des 23-jährigen Allgäuers im Netz zappelte.
Mit schellen Pass-Stafetten und gutem Spielverständnis wurden die Franken im eigenen Drittel eingeschnürt. Einer der seltenen gefährlichen Attacken der Gäste führte allerdings vor der ersten Pause zum Anschluss, als sich der vierte Block das 2:1 durch Jason Bast (19.) einfing. Zuvor hatte der für Dennis Endras ins Adler-Tor rotierte Chet Pickard nur bei einem Alleingang von Alanov (4.) eine größere Tat vollbringen müssen.
Offener gestaltete sich die Partie im Mittelabschnitt, als die Nürnberger häufiger die Zweikämpfe für sich entschieden und die Defensive der Einheimischen oft vor Probleme stellten. Bei einem von Bassen verlängerten Schuss (30.) sahen die Fans die Scheibe fast schon hinter der Linie.
Die Blau-Weiß-Roten überstanden nicht nur zwei Strafzeiten schadlos, sie befreiten sich auch zum richtigen Zeitpunkt und legten durch David Wolf (35.) zum 3:1 nach. Wie ein Strich schlug der Schuss des bekennenden Gartenstädters unterm Tordach ein.
Nach dem schnellen Anschlusstor von Shawn Lalonde (42.) war im letzten Drittel Spannung angesagt. Aber auch Geduld, um den Ice Tigers keine Breaks zu gestatten. Das gelang mit wenigen Ausnahmen. Es dauerte dennoch bis elf Sekunden vor der Sirene, ehe Andrew Desjardins zum 4:2-Enstand in das verwaiste Gehäuse der fränkischen Tiger traf.
Teil zwei des Tiger-Wochenendes folgt am Sonntag um 16.30 Uhr, wenn es gilt, am Straubinger Pulverturm Raubtiere zu bändigen.
Adler Mannheim - Nürnberg Ice Tigers 4:2 (2:1, 1:0, 1:1), Tore: 1:0 Kolarik (7.), 2:0 Eisenschmid (11.), 2:1 Bast (19.), 3:1 Wolf (35.), 3:2 Lalonde (42.), 4:2 Desjardins (60.); Schiedsrichter: Howard (USA), Hunnius (Berlin); Strafminuten: 8/10; Zuschauer: 9847.
