Dossenheim: Feuerwehr meldet Bedarf von 800.000 Euro an
Von Doris Weber
Dossenheim. Der Tagesordnungspunkt "Neubeschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs - Beschaffung eines HLF 10" klingt wenig spektakulär. Die Unterhaltung der Feuerwehr gehört zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde, wie Kommandant Stefan Wieder bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss (HuF) erinnerte. Ersatzbeschaffungen sind daher wiederkehrende Routine. Die HuF-Mitglieder empfahlen dem Gemeinderat geschlossen, der Anschaffung des neuen Löschfahrzeugs zuzustimmen. Diese Neuanschaffung im geschätzten Anschaffungspreis von 400.000 Euro markiert allerdings erst den Anfang demnächst notwendiger Investitionen.
Kommandant Wieder hatte dem Ausschuss die jüngste Entwicklung dargelegt. Er machte deutlich, dass sämtliche derzeit voraussehbare Bedarfe notwendig und in kurzer Abfolge von nur zwei, drei Jahren zu decken sind. Unterem Strich bot sich eine Summe von über 800.000 Euro.
Das Löschfahrzeug, das die Liste anführt, kostet die erwähnten 400.000 Euro. Die Ausgaben für den zu ersetzenden Rüstwagen werden sich nach allen Abzügen auf 270.000 Euro belaufen. Es wird dringend ein Notstromaggregat benötigt, Kostenpunkt rund 60.000 Euro. Der Funkraumtisch ist im Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung ebenfalls zu erneuern. Hierfür kalkuliert man mit 80.000 Euro. Die Summe verringert sich etwas durch den vom Kreis bewilligten Zuschuss zum Fahrzeug.
Dessen Beantragung und erste Ablehnung hatte außerdem zu einer Neuorientierung geführt. Im Ergebnis wurde der Feuerwehrbedarfsplan aus dem Jahr 2014 überarbeitet. Die alte Fassung war eine Fortschreibung im Sinne einer Aktualisierung des Bestands.
Der neue Plan nimmt auf die sich immer stärker ausformende interkommunale Zusammenarbeit Rücksicht. Sie geht auf die durch die veränderte Arbeitswelt erschwerte Situation zurück, im Brandfall genügend einsatzfähige Kräfte mobilisieren zu können. Und sie setzt darauf, dass nicht jeder Freiwillige Feuerwehr alle Gerätschaften vorhalten muss.
Das ist möglich, weil räumlich nah beieinander liegende Brandschutzzentralen schon lang zu organisatorischen Einheiten, genannt Unterkreise, zusammengeschlossen sind. Seit Jahren arbeitet Dossenheim mit Ladenburg und Schriesheim eng zusammen.
Die Umrüstung führt für die ehemalige Steinbrechergemeinde zwar zu einem Verlust in der technischen Ausstattung. So wird man künftig am Ort keine Seilwinde vorhalten. Darüber verfüge aber die Ladenburger Wehr. Schon immer haben allein die Schriesheimer eine Drehleiter. Sind die zeitnah notwendigen Fahrzeugneubeschaffungen erst einmal abgeschlossen, stelle man sich gleichwohl besser dar. Vorteile seien die erhöhte Löschmittelmenge und die Plätze für Einsatzkräfte.
Die Ausschussmitglieder vertrauten auf die Erfahrung des Fachmanns. Und sie lobten die Feuerwehr, die in einer Kommune der Größenordnung Dossenheims ihren Dienst überdies ehrenamtlich versieht.
