Wirtschaftsforum Mosbach: Wer fragt, gewinnt (plus Fotogalerie)
Mosbach. (schat) Da hatten sich die Schüler ganz schön was vorgenommen. Eine umfassende Analyse der Medienlandschaft Deutschland wollten die Anwärter der Fachhochschulreife (einjähriges Berufskolleg Wirtschaft) für das Mosbacher Wirtschaftsforum unter dem Titel "Fake News, Tweets und Freie Presse - wem kann man heute noch vertrauen" ausarbeiten, der eigentlichen Frage-Antwort-Runde voranstellen.
Am Ergebnis der intensiven Recherchearbeit durften sich am Dienstagabend die rund 150 Besucher in der Aula der Ludwig-Erhard-Schule (LES) erfreuen, rund 75 Seiten stark und inhaltsschwer war die Präsentation der LES-Schüler, gespickt mit Daten, Hintergründen, Statistiken. Und natürlich mit Fragen, die sich daraus und mit Blick auf das aktuelle Bild, das die Medien abgeben, für die 19- bis 29-Jährigen eröffnet haben.
Seit September hatten sich Berufskollegschüler, die allesamt schon eine Ausbildung hinter sich und nun noch einmal die schulische Herausforderung gesucht haben, mit dem Thema Medien im Allgemeinen und Zeitung im Besonderen beschäftigt. Unter Anleitung der Abteilungsleiterin der kaufmännischen Berufsschule an der LES, Michaele Brauch-Sievert, durchforsteten die Teilnehmer des Seminar Informatik/Medien unterschiedlichste Quellen. "Angefangen haben wir im Internet", beschreibt Gianluca Noto, gesichtet und ausgewertet wurden aber unter anderem auch das Jahrbuch des Zeitungsverlegerverbands, die Zeit und die RNZ.
Auch wenn man die regionale Tageszeitung als seriöse und informative Quelle (ein)schätzt und unter anderem dem Lokal- und dem Sportteil gute Noten geben würde - als regelmäßige Leser/Nutzer outen sich nur die Wenigsten. "Inhalte und Sprache müssten mehr auf uns zugeschnitten sein", begründen die Schüler. Benutzerdefinierte, individualisierte Angebote in digitaler Form, damit könnte man die thematisch sensibilisierten Seminarschüler eher abholen.
Dass das Wirtschaftsforum und die Vorbereitung darauf ihnen ganz neue Erkenntnisse ("Dass es einen Presserat gibt, wusste ich nicht") und überraschend tiefe Einblicke beschert haben, das vermittelten am Ende gleichwohl auch die "Macher" auf der Schülerseite. "Das war eine schöne Veranstaltung und eine neue Erfahrung, Danke", verabschiedete sich etwa Michael Maier von Martin Hess, dem Vorsitzenden des Unternehmenskreises Mosbach. Ein passendes Schlusswort, denn über den Erkenntnisgewinn durften sich am Ende nicht nur die Schüler freuen.
