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Июнь
2019

Mosbach-Diedesheim: Verkauf von Zuse Hüller Hille wirft Fragen auf

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Von Alexander Rechner

Mosbach-Diedesheim. Insolvenzen, Zukunftssorgen, neue Eigentümer und Investoren - die Belegschaft des Diedesheimer Traditionsunternehmens an der Steige musste ihre Leidensfähigkeit in der Vergangenheit schon mehr als einmal unter Beweis stellen. Die rund 170 Mitarbeiter der Zuse Hüller Hille Werkzeugmaschinen GmbH bangten zuletzt erneut um ihre Arbeitsplätze.

Der 1947 als Maschinenfabrik Diedesheim (MfD) gegründete Betrieb ist in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Dann kam die erfreuliche Nachricht: Der vom Amtsgericht Mosbach bestellte Insolvenzverwalter vermeldete den (unter den üblichen Gremienvorbehalten gestellten) Verkauf. Die Erleichterung nach dieser Botschaft war in der Belegschaft sicherlich groß. Auch in der gesamten Region atmete man für das alteingesessene Unternehmen mit auf. Die Aussicht auf ein weiteres, positiveres Kapitel der bewegten Unternehmensgeschichte war wieder da. Allerdings werden dahinter zuletzt auch Fragezeichen gesetzt, denn Fragen kommen auf.

Dem Insolvenzverwalter zufolge hat man mit der Transaktion des Verkaufs den Geschäftsbetrieb in allen Produktions- und Dienstleistungsbereichen sowie alle bestehenden rund 170 Arbeitsplätze am Standort in Mosbach sichern können. Die "wesentlichen Vermögenswerte" der Mosbacher Zuse Hüller Hille Werkzeugmaschinen GmbH seien an die Visionmax Germany GmbH, ein Unternehmen des Investors Visionmax Asset Management Co. Ltd., verkauft worden. Und just über diesen neuen Investor, der seine Wurzeln in China haben soll, wird nun spekuliert. Dabei ist der ehemalige Geldgeber William W., Chef der CW Group Holding, ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Die CW Group aus Singapur war nämlich auch die Gruppe, die hinter der Zuse Holding stand.

Folglich werden Fragen laut: Welche Geschäftsbeziehung unterhält der alte Investor mit Visionmax Asset Management Co. Ltd.? Welche Rolle spielt der alte Geldgeber eventuell immer noch? Ein Branchenkenner erläutert hinter vorgehaltener Hand, dass in einer globalisierten Welt mit bisweilen komplizierten Unternehmensverflechtungen diese Fragen mitunter schwer zu beantworten seien. Andere Gesprächspartner, die man zum Thema hört, wollen diesen Fragen dennoch nachgehen, zumal die Mitarbeiter nicht länger vor einer ungewissen Zukunft stehen sollten und auch Insolvenzgeld geflossen sei. Laut Susanne Wunderlich, Vorsitzende Richterin am Landgericht Mosbach, ist von der Bundesagentur für Arbeit für die Monate März, April und Mai dieses Jahres Insolvenzgeld gezahlt worden. Das richte sich in der Regel nach der Höhe des Nettoverdienstes der Mitarbeiter.

Der Pressesprecher des Insolvenzverwalters wollte sich zu den Fragen nach möglichen Verbindungen nicht äußern und verwies in einer E-Mail auf den Investor. Die Rhein-Neckar-Zeitung solle sich direkt an diesen wenden. Eine überraschende Note hat das Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main parat. Es gibt als Geschäftsadresse der Visionmax Germany GmbH eine Frankfurter Rechtsanwaltsgesellschaft an. Aus der Kanzlei war am gestrigen Freitag zu erfahren, dass die Fragen der RNZ-Lokalredaktion nach der Visionmax Germany GmbH eingegangen und in Bearbeitung seien. Bis Redaktionsschluss am Freitagabend lagen jedoch noch weder nähere Auskünfte noch Antworten vor.

Auch vom Landgericht Mosbach erfolgte keine nähere Erläuterung zu den Fragen. "Die Veräußerung eines Unternehmens durch den Insolvenzverwalter im laufenden Insolvenzverfahren erfolgt durch den Insolvenzverwalter. Dieser sucht nach geeigneten Erwerbern und führt die Gespräche", legt Richterin Susanne Wunderlich dar und ergänzt: "Das Insolvenzgericht ist insoweit nicht eingebunden. Die Entscheidung über die Veräußerung des Unternehmens trifft letztlich die Gläubigerversammlung in dem dafür angesetzten Termin der Gläubigerversammlung." Man solle sich direkt an den Insolvenzverwalter wenden.

Dagegen war von der IG Metall immerhin zu erfahren, dass die Frage nach besagtem Geldgeber von Mitarbeitern des Diedesheimer Traditionsunternehmens selbst auch aufgeworfen wurde. Auf einer Versammlung soll die Frage im Raum gestanden haben, ob es Verbindungen zwischen dem neuen Investor und dem alten Investor gebe, teilt die Gewerkschaft hierzu in einer schriftlichen Stellungnahme mit. "Der Sprecher der Visionmax Germany GmbH bestätigte eine frühere Zusammenarbeit, verwies aber darauf, dass es aktuell keine Verbindungen gebe", heißt es in der schriftlichen Mitteilung der Gewerkschaft.

Die IG Metall schaut demnach vorsichtig optimistisch in die Zukunft. "Wir nehmen den neuen Investor beim Wort und hoffen, dass sich die Lage in Mosbach stabilisiert und der Betrieb zukunftsfähig aufgestellt wird", lässt die IG Metall keinen Zweifel an ihrem Standpunkt aufkommen. Dabei sei den Verantwortlichen der Gewerkschaft bewusst, dass die bevorstehende Zeit nicht einfach werde und "noch keine Garantie für ein positives Ende besteht".

Aus Sicht der IG Metall müssten nun im Diedesheimer Traditionsunternehmen möglichst schnell Aufträge abgearbeitet und Vertrauen zurückgewonnen werden. Schließlich hätten es die rund 170 Beschäftigten verdient, dass "alles getan wird, um den Betrieb zukunftsfähig zu machen und die Arbeitsplätze zu sichern".




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