Oettinger schließt Brauerei – mehr als 100 Jobs in Gefahr
Der Brauriese Oettinger schließt einen Standort. Mehr als hundert Arbeitsplätze gehen verloren. Die Brauereien hierzulande sorgen sich vor allem wegen einer Altersgruppe. Die Brauerei Oettinger wird in Braunschweig kein Bier mehr brauen. Die Produktion werde bis zum Jahresende eingestellt, sagte eine Sprecherin der Brauerei. Derzeit arbeiten rund 120 Beschäftigte in Braunschweig, davon sollen zehn Arbeitsplätze in der Logistik und Materialwirtschaft erhalten bleiben. Das hatte zuerst die "Braunschweiger Zeitung" berichtet. Die Brauerei hatte bereits im Sommer angekündigt, die Produktion an die Standorte Oettingen und Mönchengladbach zu verlagern. Ursprünglich war die Teilschließung im Laufe des Frühjahrs 2026 geplant. Als Gründe nannte das Unternehmen sinkende Absätze und veraltete Technik. Möbelhandel: Traditionsunternehmen vor dem Aus Westerwald: Beliebtes Feriendorf rutscht in die Insolvenz Die Brauereibranche im Land steht vor einem Umbruch. Das hatte Oettinger-Chef Stefan Blaschak zuletzt selbst eingeräumt. "Die Brauereien werden wie Fliegen von der Wand fallen", sagte Stefan Blaschak der "Augsburger Allgemeinen". "Die Welt der Brauereien bröckelt, bei den Kleinen sehen wir fast täglich Insolvenzen, es wird auch die Großen treffen." Generation Z lässt Brauereien zittern Sorgen machen den Bierherstellern nicht allein steigende Energiekosten und höhere Preise für den Hopfen, sondern auch ein verändertes Konsumverhalten. Die Generation Z pfeift auf Bier. Der Brauereiabsatz sinkt. Bislang sei der Konsum relativ konstant um zwei bis drei Prozent pro Jahr gesunken, so Oettinger-Chef Blaschak "Dieses Jahr aber erleben wir einen Erdrutsch", so der Brauerei-Boss. "Der Markt ist um 7 bis 7,5 Prozent eingebrochen", so Blaschak. "Die Branche verlor allein im ersten Halbjahr 2025 im Inland rund 2,6 Millionen Hektoliter, das entspricht etwa drei Millionen Dosen pro Tag", fügte er hinzu. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Betriebsrat hatten sich gegen die Pläne gewehrt. Aus ihrer Sicht wäre der Standort nach Investitionen weiterhin leistungsfähig. Sie hatten die Hoffnung, dass ein anderer Getränkeproduzent einsteigen würde. Auch für die Brauerei "wäre der Erhalt aller Arbeitsplätze das Wunschszenario gewesen", betonte die Sprecherin der Brauerei. Doch aus der Übernahme werde leider nichts. Die Brauerei in Braunschweig wurde 1871 gegründet. Oettinger hatte die frühere Feldschlößchen-Brauerei 2009 von Carlsberg übernommen.