Seit über 30 Jahren steht sie vor der Kamera. Nun spricht Annette Frier über ihre negativen Erfahrungen mit der Schauspielbranche. Die Schauspielerin und Komikerin Annette Frier hat den Machtmissbrauch von Männern in der Branche in früheren Jahren verurteilt. "Grapschereien, erst recht unter Alkoholeinfluss, waren im Prinzip salonfähig", sagte die 51-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Wochenende. Als sie sich für ihre neue Serie "Frier und Fünfzig" mit ihren Erinnerungen auseinandergesetzt habe, sei sie bestürzt gewesen, "wie wenig Einspruch gegen solche Übergriffe erhoben wurde, auch nicht von mir". Solidarität unter Frauen sei damals "nicht auf der Liste der wichtigen Dinge" gewesen, fuhr Frier fort. Annette Frier ist "sehr alarmiert" Sie sei nun "sehr alarmiert", dass sich die Stimmung nach den Erfolgen durch die MeToo-Bewegung wieder drehen könne. "Nehmen Sie nur die Gleichstellungsvorgaben, die in jahrelanger mühsamer Arbeit erkämpft worden sind und jetzt bei großen amerikanischen Konzernen im Handstreich wieder abgeschafft wurden", sagte sie. "Bei uns geht der Trend in die gleiche Richtung." Sie glaube allerdings in ihrer "unerschütterlichen Naivität" fest daran, dass sich die rückwärtsgewandten Gesellschaftsmodelle von Männern wie US-Präsident Donald Trump , Russlands Präsident Wladimir Putin oder Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban "nicht durchsetzen werden".