HP will bis zu 6.000 Stellen streichen – Fokus auf KI
Im Tech-Sektor investieren zahlreiche Firmen massiv in die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Jetzt zieht der US-Hersteller nach – auf Kosten Tausender Mitarbeiter. Der US-Computer- und Druckerhersteller HP hat am Dienstag angekündigt, im Zuge des verstärkten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) weltweit Tausende Stellen streichen zu wollen. Dem jüngsten Jahresbericht des Unternehmens zufolge sollen bis Ende 2028 4.000 bis 6.000 Stellen abgebaut werden. Das Unternehmen plant diesen Schritt, um sich auf die Einführung von KI zu konzentrieren und auf diese Weise die Innovationskraft und Kundenzufriedenheit zu steigern. 4.000 bis 6.000 Arbeitsplätze entsprechen rund zehn Prozent des Personals von HP. Traditionsunternehmen: Faber-Castell streicht 130 Jobs und verlagert Produktion 118 Mitarbeiter betroffen: Krankenhaus muss nach Insolvenz schließen "Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahme über einen Zeitraum von drei Jahren Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Dollar erzielen wird", sagte HP-Chef Enrique Lores bei einer Telefonkonferenz. Betroffen seien Beschäftigte aus den Bereichen Produktentwicklung, Verwaltung und Kundendienst. Der US-Konzern hatte zu Jahresbeginn im Rahmen eines vorangegangenen Sparpakets den Abbau von bis zu 2.000 Stellen angekündigt. Steigende Chip-Preise setzen HP unter Druck Lores warnte zudem vor möglichem Margendruck durch steigende Speicherchip-Preise. Der Effekt werde voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2026 spürbar. Bis dahin verfüge der Konzern über ausreichende Lagerbestände. Sein Unternehmen suche nach günstigeren Lieferanten und plane Preiserhöhungen, um die Belastungen für die Bilanz gering zu halten, fügte Lores hinzu. Er prognostizierte für das Geschäftsjahr 2025/2026 einen Gewinn von 2,90 bis 3,20 Dollar je Aktie. Analysten hatten bislang 3,33 Dollar je Aktie erwartet. HP-Aktien brachen daraufhin im nachbörslichen Geschäft der Wall Street um gut fünf Prozent ein. Die Zahlen für das abgelaufene Quartal fielen weitgehend im Rahmen der Erwartungen aus. Der Umsatz stieg um 4,2 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar (12,6 Milliarden Euro). Der Gewinn schrumpfte jedoch um 3,1 Prozent auf 0,93 Dollar (0,80 Euro) je Aktie. Im Tech-Sektor investieren viele Firmen massiv in die KI-Entwicklung und nutzen die Technologie zugleich, um die Betriebskosten zu senken. Tech-Giganten wie Google, Microsoft und Amazon haben in den vergangenen Jahren angekündigt, die Anzahl ihrer Beschäftigten zu verringern – viele begründeten das mit der Notwendigkeit, Ressourcen in andere Felder wie KI-Initiativen umzuleiten.