Rot-Weiss Essen: Anhänger singen rassistische Lieder nach Cottbus-Spiel
Nach dem Spiel gegen Cottbus stimmen rund 100 Fans von Rot-Weiss Essen rassistische Lieder an. Der Verein zeigt sich "massiv enttäuscht" über den Vorfall. Ärger bei Rot-Weiss Essen: Rund 100 Fans des Drittligisten haben nach dem Topspiel gegen Cottbus am Sonntagabend rassistische Lieder und Sprechchöre angestimmt. Das geht aus mehreren Medienberichten und Instagram-Beitragen hervor. Demnach blieben die Anhänger eine halbe Stunde nach Abpfiff auf der Westtribüne und warteten offenbar, bis die Cottbuser Fans das Stadion verlassen hatten. Der Instagram-Account "Rot-Weisse Solidarität" veröffentlichte zudem ein Video des Vorfalls. Darin singen die Fans: "Hey, was geht ab? Wir schieben sie alle ab!" Der Gesang ähnelt dem sogenannten Abschiebesong, der vergangenes Jahr bei einer AfD-Wahlparty in Brandenburg gesungen wurde. Die AfD hatte in der Folge eine Unterlassungserklärung unterschreiben müssen, nachdem die Band "Die Atzen", deren Song die AfD damit kopiert hatte, gegen den Abschiebesong vorgegangen war. Nach Angaben der "Rot-Weissen Solidarität" sollen die Fans jedoch auch antiziganistische Gesänge angestimmt haben. Zudem sei Cottbus als "Hauptstadt der Schwulen" bezeichnet worden. Ein Vereinsvertreter erklärte gegenüber der WAZ, Rot-Weiss Essen sei "massiv enttäuscht" von dem erneuten Vorfall. Die Verantwortlichen wollen "wie in der Vergangenheit auch zivilrechtlich und strafrechtlich aktiv werden", wenn nötig, heißt es weiter. "Die Gesänge, die wir in dem uns vorliegenden Video wahrnehmen, widersprechen den Werten unseres Vereins. Unsere Satzung verpflichtet uns zu Respekt, Toleranz und einem klaren Nein zu Ausgrenzung und Diskriminierung – auf den Tribünen, auf dem Platz und in der Gesellschaft. Das ist kein Trend, das ist Haltung", betonte der Verein weiter. Gesänge sind nicht der einzige fragwürdige Vorfall Die Gesänge sind längst kein Einzelfall mehr. Teile der Essener Fans waren dieses Jahr bereits mehrfach mit diskriminierenden Aktionen aufgefallen. Im März beleidigten Dutzende Anhänger die Schiedsrichterin Fabienne Michel beim Spiel gegen SC Verl als "Hure". Vor wenigen Wochen tauchte ein Flyer aus dem Ultra-Umfeld auf, der unter anderem forderte: "Keine Weiber in den ersten Reihen." Rot-Weiss Essen versucht den unschönen Szenen immer wieder durch gezielte Aktionen entgegenzuwirken. Im Mai lief der Verein in einem Sondertrikot mit der Aufschrift "Essen ist bunt" auf. Zudem arbeitet der Klub an einem Awareness-Konzept, das auf Vorstandsebene angesiedelt ist. Konkrete Konsequenzen für die betreffenden Fans wurden bisher allerdings nicht kommuniziert.