Formel 1: Verstappen düpiert Piastri und Norris in Katar – WM-Traum lebt
Beim Großen Preis von Katar verzockt sich McLaren mit der Strategie. Max Verstappen profitiert und hofft weiter auf den WM-Titel. Max Verstappen hat beim Großen Preis von Katar einen wichtigen Sieg im WM-Kampf errungen. Der Niederländer profitierte im Wüstenstaat davon, dass seine Konkurrenten von McLaren eine Safety-Car-Phase nicht für einen Boxenstopp nutzen. So konnte Verstappen das Rennen gewinnen, Piastri wurde nur Zweiter, WM-Spitzenreiter Norris sogar nur Vierter. Carlos Sainz komplettierte als Dritter in seinem Williams überraschend das Podium. Vor dem letzten Rennen in Abu Dhabi am kommenden Wochenende hat Verstappen nun nur noch zwölf Punkte Rückstand auf Norris. Piastri liegt vier weitere Punkte dahinter. In der WM ist alles also noch möglich. So lief das Rennen Gleich am Start konnte sich Max Verstappen von seinem dritten Startplatz an dem zweitplatzierten Norris vorbeischieben. Piastri behauptete die Führung. Es deutete sich ein eher ereignisloses Rennen auf dem Kurs an, auf dem Überholen als schwierig gilt. Doch dann krachte es. Und es erwischte ausgerechnet Nico Hülkenberg in seinem 250. Grand Prix. Bei einem Überholversuch berührte sein Sauber den Alpine von Pierre Gasly und schlitterte ins Kiesbett – das Safety Car musste raus. Alle kamen rein zum Reifenwechsel, weil das in so einer Phase Zeit spart. Nur die beiden McLaren nicht. Entsprechend verwundert erkundigte sich Norris umgehend bei der Box. Den Restart meisterte Piastri ziemlich souverän, Norris konnte Platz zwei verteidigen. Verstappen blieb Dritter und hatte jetzt die besten Siegaussichten. Piastri und Norris drückten nun mächtig aufs Tempo, sie mussten Zeit rausfahren, weil beide noch zweimal die Reifen wechseln mussten. Aus Sicherheitsgründen wurde der Einsatz der Reifen auf 25 Runden limitiert, 57 waren zu fahren. Nach 24 Runden rief McLaren Piastri an die Box, Norris fuhr noch eine mehr. Die beiden Stallrivalen reihten sich danach auf den Rängen vier (Piastri) und fünf (Norris) ein. Neuer Führender war Verstappen, der schon vor einer Woche in Las Vegas gewonnen und dank der Disqualifikation beider McLaren wegen eines technischen Regelverstoßes den Rückstand im Klassement weiter verkürzt hatte. Wohlgemerkt: Verstappen hatte nach seinem Heimrennen in Zandvoort 104 Punkte Rückstand auf Platz eins. "Ich habe damals gedacht, ich habe ausgecheckt aus dem WM-Kampf", erinnerte er sich in Katar. Als Erster absolvierte er den zweiten Reifenwechsel und reihte sich ein hinter Piastri und Norris, der dann auch kurz von der Strecke abkam und einen Schaden an seinem Wagen befürchtete. Verstappen – ohnehin einen Boxenstopp im Vorteil – kam von hinten auch näher. Die Boxenfunk-Frequenz bei McLaren war nun hoch. Kein gutes Zeichen. Verstappen und seine Crew spielten die Routine von bis dahin schon 69 Grand-Prix-Siegen aus. Piastri ging auf Attackemodus und ließ den zweiten Reifensatz aufziehen, Norris blieb noch ein bisschen länger draußen. Als Fünfter kam der WM-Führende mit frischen Reifen dann wieder auf die Strecke, der nächste Rückschlag im Titelrennen nahm weiter Formen an. Vorn brachte Verstappen den Sieg sicher ins Ziel, Piastri kam nicht mehr entscheidend näher. Norris schaffte es zwar noch an Antonelli vorbei, verpasste aber einen Podiumsplatz.