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USA greifen Venezuela an: Wie geht es nach Maduros Entführung weiter?

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Die USA haben Venezuela angegriffen und Machthaber Maduro entführt. In Caracas tut sich ein Machtvakuum auf. Kann das Regime sich nochmals stabilisieren? Manch ein Bewohner von Caracas war noch wach, als am frühen Samstagmorgen die ersten Geschosse der USA in der venezolanischen Hauptstadt einschlugen. "Sie überfallen uns! Sie bombardieren die Basis, Alter!", ist im Hintergrund eines Videos zu hören, das auf der Plattform X kursiert, und in den Morgenstunden in einer Bar in Caracas aufgenommen worden sein soll. Zu sehen sind hektisch davonlaufende Menschen und ein nächtlicher Himmel, der erst von Explosionen hell erleuchtet und dann von dicken Rauchschwaden verdeckt wird. Wenige Stunden später ist der Spuk vorerst wieder vorbei. Doch Venezuela ist nun ein anderes Land. Wie US-Präsident Donald Trump am frühen Morgen mitteilte, haben Spezialkräfte der US-Armee den linksautoritären Staatschef Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores festgenommen und außer Landes gebracht. Maduro soll jetzt in New York unter anderem wegen Verbrechen im Zusammenhang mit Drogenhandel angeklagt werden. Laut Trump ist das Ehepaar bereits per Kriegsschiff auf dem Weg in die Ostküsten-Metropole. Maduro entführt: Verstößt Trump gegen US-Recht? Die US-Angriffe sind nicht nur ein Bruch des Völkerrechts, sondern auch ein Verstoß gegen das Gewaltverbot von Artikel 2, Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen. Dort heißt es: "Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt." Ebenso könnte Trump mit dem Befehl US-Recht gebrochen haben. Maduros Entführung, die ebenfalls juristisch fragwürdig ist, stellt den Zirkel der Macht in Caracas vor neue Herausforderungen. Will sich das Regime weiter an der Macht halten, braucht es alsbald einen geeigneten Nachfolger. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die USA weiter Druck ausüben, um ihr mutmaßliches Ziel eines Regimewechsels in Venezuela nach ihren Wünschen zu vollenden. Wie also geht es jetzt in dem südamerikanischen Land weiter? USA nehmen Maduro gefangen: Warum Trump keine Gegenwehr fürchten muss US-Angriffe gegen Venezuela: Trumps wahre Ziele sind eindeutig Newsblog: Alle aktuellen Entwicklungen rund um die US-Angriffe aus Venezuela "Dass Maduro direkt ins Netz ging, ist überraschend" Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ist diese Frage selbst für die Venezolaner schwer zu beantworten. Die Straßen nahe dem Präsidentenpalast Miraflores in Caracas blieben demnach am Samstagmorgen menschenleer, lediglich bewaffnete Uniformierte sicherten Kontrollpunkte. Die meisten Bewohner blieben zu Hause und verfolgten die Nachrichten auf ihren Mobiltelefonen. Viele rätseln, wer nun die Führung des ölreichen Landes übernommen hat. Dass Maduro in einer Nacht-und-Nebel-Aktion entführt werden würde, hatten wohl die wenigsten Beobachter auf dem Zettel. Der Lateinamerika-Experte Günther Maihold nennt die US-Angriffe auf Venezuela zwar "die nächste erwartbare Eskalationsstufe". Der Politologe erklärt im Gespräch mit t-online aber auch: "Dass Maduro dabei direkt ins Netz ging, ist jedoch überraschend." Laut Maihold galt der Militäreinsatz der USA letztlich aber nicht nur der Staatsführung in Caracas. "Es war ein dreifacher Angriff der USA: auf Maduro, auf das venezolanische Militär und durch die Zerstörung ziviler Infrastruktur auch auf die einfache Bevölkerung des Landes." Die Folgen dessen seien noch kaum absehbar. Kaum Gegenwehr des venezolanischen Militärs Auffällig war dabei jedoch, dass die US-Kräfte bei ihrem Einsatz offenbar auf nur wenig Gegenwehr stießen. Zwar berichtete das venezolanische Militär von einigen Toten und Verletzten in den eigenen Reihen. Die zuletzt vom Regime und der Armee vielfach beschworene Luftverteidigung aber war zumindest auf kaum einem der Videos im Einsatz zu sehen, die aktuell in sozialen Netzwerken kursieren. Dafür gab es zahlreiche Bilder tieffliegender US-Helikopter. "Die ausbleibende Reaktion des Militärs und etwa der Luftverteidigung sollte nicht als Kapitulation der Armee gewertet werden", erklärt Maihold dazu. "Wahrscheinlicher scheint, dass das Militär verhindern wollte, den USA durch eine direkte Reaktion eine Legitimation für einen ausgewachsenen Krieg zu geben." Es sei davon auszugehen, dass das Militär in Caracas bereits einen Gegenschlag vorbereite. "Vermutlich wird dies zunächst jedoch durch die Mobilisierung aller verfügbaren uniformierten wie zivilen Kräfte erfolgen", so der Experte. Wer folgt auf Maduro? Trump will Systemkandidaten verhindern Neben dem Militär und der Polizei besteht der Machtblock in Venezuela aus verschiedenen Arbeiterorganisationen sowie zivilen Milizen, die das Regime unterstützen. Machthaber Maduro hatte diese Organisationen in den vergangenen Wochen bereits mehrfach präsentiert und ihre angebliche Schlagkraft hervorgehoben. Die Strukturen gehen noch auf den revolutionären Vorgänger Maduros, Hugo Chávez, zurück. Das System wird auch als Chavismus bezeichnet. "Dem Machtblock geht es jetzt um den Machterhalt, nicht um eine Aggression gegen die USA, die man ohnehin verlieren würde", erklärt Günther Maihold. Doch wer könnte nun nach Maduros Entführung die Spitze des venezolanischen Staates übernehmen? Im Kern gibt es dabei sechs mögliche Kandidaten: Innenminister Diosdado Cabello Verteidigungsminister Vladimir Padrino López Vizepräsidentin Delcy Rodríguez oder ihr Bruder und Informationsminister Jorge Rodríguez Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado oder Maduros Gegenkandidat bei den Präsidentschaftswahlen, Edmundo González Aktuell gilt es als am wahrscheinlichsten, dass eine Person aus dem chavistischen Machtzirkel zunächst die Staatsführung übernehmen wird – auch wenn Trump das laut eigener Aussage verhindern will. Friedensnobelpreisträgerin Machado gilt zwar als Hoffnungsträgerin, doch es ist unbekannt, wo sie sich derzeit aufhält. Zur Verleihung des Nobelpreises war sie Anfang Dezember aus Venezuela geflohen. Zuvor lebte sie mehr als ein Jahr im Untergrund. Ob sie politisch handlungsfähig wäre, bleibt angesichts des Drucks durch Sicherheitskräfte und Justiz offen. Diosdado Cabello gilt als aussichtsreicher Kandidat Für Günther Maihold kommt daher vor allem der aktuelle Innenminister infrage. "Diosdado Cabello ist nun der Mann, der die Fäden der Macht in den Händen hält", sagt der Lateinamerika-Experte. "Er kommt selbst aus dem Militär und ist Maduro nie in den Rücken gefallen. Als Innenminister hat er zudem den besten Zugriff auf die wichtigen militärischen und zivilen Sektoren des Landes." Strack-Zimmermann über US-Angriff: "Eine Warnung von Trump" Erst Drogen, jetzt Öl: Was Trump mit Venezuela vorhat Am frühen Samstagmorgen kursierten zunächst Gerüchte über den Tod Cabellos. Womöglich ist das auch ein Zeichen dafür, welche Macht der Innenminister hat. Dann aber meldete er sich im staatlichen Fernsehen: "Am Ende dieser Angriffe werden wir siegen", sagte Cabello. Es sei "nicht der erste Kampf gegen unser Volk", sagte er weiter und fügte hinzu: "Es lebe das Vaterland! Es lebe! Immer loyal! Niemals Verräter!" Das venezolanische Volk wisse, wie es "unter allen Umständen überlebt". Der auf Lateinamerika spezialisierte österreichische Historiker Christian Cwik erklärte auf Anfrage von t-online, dass er es für eher unwahrscheinlich hält, dass Cabello nun die Macht übernimmt. "Das wäre für die USA kein Ersatz für Maduro." Ebenso wenig wahrscheinlich sei es aber auch, Oppositionsführerin Machado schlicht als Präsidentin einzusetzen. Dafür sei die Opposition nicht geeint genug. Cwik hält einen Militär als Nachfolger Maduros daher für am wahrscheinlichsten. Nachfolger wird vermutlich ein Militär Verteidigungsminister Vladimir Padrino López gilt als wichtiger Akteur im venezolanischen Machtgefüge. Neben dem Militär kontrolliert der 62-Jährige auch Schlüsselbereiche der Wirtschaft und Verwaltung, darunter Häfen, die Lebensmittelverteilung und staatliche Programme. Damit ist er nicht nur Garant für die Loyalität der Armee, sondern ein entscheidender Pfeiler der Regierung. Die Entscheidung über die Staatsspitze geht daher, wenn er nicht selbst will, stets über seinen Schreibtisch. Cwik hält es dabei für möglich, dass zunächst ein Kandidat aus dem militärischen Machtblock eine Übergangsregierung anführt, bis es zum Jahresende hin zu neuen Wahlen kommen könnte. Wie genau ein solches Szenario aussehen könnte, sei jedoch zu undurchsichtig. Trumps strategisches Dilemma Entscheidend für die Zukunft des Landes wird auch sein, wie sich die USA weiterhin verhalten, macht Politologe Günther Maihold deutlich. "In der Vergangenheit folgten sie meist der sogenannten Kartenhaus-Hypothese: Doch das System wird trotz der Entführung Maduros nicht einfach in sich zusammenfallen." Trump habe zwar mögliche Absprachen mit der Opposition um Machado. "Doch ob diese Früchte tragen, entscheidet die Zivilbevölkerung." "Und hier steht Trump vor einem strategischen Dilemma: Lässt er Venezuela weiter bombardieren, um den Machtblock unter Druck zu setzen, riskiert er den Ärger der Zivilbevölkerung und könnte so das Regime in Caracas letztlich stärken", erklärt Maihold. "Überlässt er Venezuela nun aber seinem eigenen Schicksal, könnten Trumps Angriffe gegen das Land ohne die gewünschten Ergebnisse bleiben." In der Bevölkerung kochten derweil nach den nächtlichen Angriffen die Emotionen hoch. "Meine Schwester in den USA hat mich mit der Nachricht geweckt, sie hat geweint. Wir haben zusammen vor Freude geweint", sagte der 39-jährige Mechaniker Jairo Chacin in der Öl-Metropole Maracaibo der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe aus Angst vor Plünderungen nach seinem Geschäft gesehen, die Straßen seien jedoch menschenleer gewesen. "Ich wollte tanken, aber die Tankstellen sind schon geschlossen. Ehrlich gesagt, bin ich hin- und hergerissen zwischen Angst und Freude."



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