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Grüne in der Opposition: Konstruktiv statt laut – erfolgreiche Strategie?

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Die Grünen suchen in der Opposition oft nicht die lautstarke Konfrontation, sondern setzen lieber auf konstruktive Vorschläge. Ist das ein Erfolgsrezept für die Partei? Selbst farblich wirken Katharina Dröge und Britta Haßelmann perfekt aufeinander abgestimmt: Zur Klausur des Fraktionsvorstands der Grünen erscheinen die beiden Vorsitzenden in Lachs- und Bordeauxfarben – Harmonie bis ins Detail. Schrill oder laut ist an diesem Auftritt im Bundestag nichts. Gute Politik, so die Botschaft, soll den Menschen vielmehr ein "bisschen Hoffnung" geben. Und: In der Ruhe liegt die Kraft. Es ist die viel beschworene konstruktive Oppositionsarbeit, die Haßelmann und Dröge vor dem Beginn ihrer Klausur anpreisen. Die Grünen wollen anders sein als AfD und Linke. Denn das Funktionieren einer Demokratie hänge davon ab, dass man politische Vorschläge auch daran messe, ob sie vernünftig seien und funktionierten, mahnt Dröge. Seriös statt sensationsheischend lautet das Motto. Doch wird die Partei mit diesem Ansatz auch gehört oder ist sie damit in diesen polarisierten Zeiten auf verlorenem Posten? Bei der Bundestagswahl holten sie 11,6 Prozent, damals schieden sie aus der Regierung aus. Jetzt sind sie in der Opposition, kämpfen darum, sichtbar zu bleiben – und liegen seit Monaten stabil bei rund 12 Prozent. Gewiss, die Partei hat in den Umfragen seit der Bundestagswahl nicht eingebüßt. Doch für eine Oppositionspartei ist diese Stagnation nicht unbedingt als Erfolg zu werten. Außerdem haben die Grünen den Anspruch, Kanzlerin oder Kanzler in Deutschland zu stellen. Dafür braucht es schon ein paar mehr Prozentpunkte. Strategie für 2026: Alltagssorgen der Menschen Bei ihrer Klausur will die Fraktionsspitze nun eine Strategie für das neue Jahr festlegen. Drei Themen setzt der Vorstand: Nach dem mutmaßlich linksterroristischen Anschlag auf das Berliner Stromnetz soll der Schutz kritischer Infrastruktur verbessert werden. Außerdem schaut man auf die "Alltagsfragen" der Menschen. Dazu gehören Sorgen wie steigende Mieten und Energiepreise oder die Frage, wie sicher der eigene Arbeitsplatz ist. Schließlich will die Fraktion auch die "junge Generation" stärker in den Blick nehmen, denn sie sei es, die am Ende die Zeche zahle, wenn nicht vorgesorgt werde. Haßelmann und Dröge bemühen sich, trotz der angespannten außenpolitischen Lage ein dezidiert positives Signal zu senden. "Wir wollen den Leuten auch Lust darauf machen, dass Politik anders und besser geht", sagt Dröge. Man wolle mit einem Stück weit "guter Laune" ins neue Jahr starten. Als Oppositionspartei legten die Grünen zwar den "Finger in die Wunde", um die Regierung unter Druck zu setzen. Doch wenn man immer nur mit den härtesten Vorwürfen komme, dann werde Politik etwas zum "Abgewöhnen", warnt Dröge. "Wir wollen schon auch um eine Gesellschaft kämpfen, wo auch ein differenziertes Argument noch gehört wird." Dieser pragmatische Ansatz zeigte sich schon auf dem Parteitag der Grünen Ende November. Miteinander ringen: ja. Sich öffentlich fetzen: nein. Die Parteivorsitzende Franziska Brantner teilte in ihrer Rede zwar ungewöhnlich deutlich gegen die Regierung aus und gab sich kämpferisch. Doch die Botschaft ihrer Rede zielte vor allem auf ein Deutschland, in dem sich mit positiver Energie viel bewegen lasse. Demonstrativer Optimismus trotz schlechter (Welt)Lage also. Das wohl Kontroverseste, was die Partei im letzten Jahr zu bieten hatte, war ihre Jugendorganisation. Da war eine Jette Nietzard, die keinen Skandal ausließ. Stichwort: Anti-Polizei-Pulli. Im Herbst löste ein neues Duo Nietzard und ihren Kollegen Jakob Blasel an der Spitze der Jugendorganisation ab . Mit Luis Bobga und Henriette Held, so die Hoffnung der Partei, sollte die Grüne Jugend wieder ruhigere Fahrwasser ansteuern. Zunächst sah es auch so aus, als ob genau das gelingt. Chef der Grünen Jugend beleidigt Söder Doch vor einigen Tagen zeigte der 23 Jahre alte Bobga, dass in der Jugendorganisation schon noch ordentlich Provokationspotenzial steckt. Bobga hatte in einem Video zu Musik des Künstlers Haftbefehl mitgerappt. Als das Wort "Hurensohn" fiel, wurde ein Bild des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder eingeblendet . In dem auf der Plattform Instagram veröffentlichten Video kritisierte er den Vorschlag des CSU-Politikers, die Zahl der Bundesländer in Deutschland zu verringern. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. In der CSU wurden Rücktrittforderungen laut, und auch bei den Grünen äußerten sich einige kritisch. Bobga hielt es schließlich anders als seine Vorgängerin Nietzard, die häufig lieber erst einmal nachlegte, statt sich zu entschuldigen. Bobga äußerte hingegen Bedauern. Es sei nie sein Ziel gewesen, Söder mit dieser Beleidigung direkt anzusprechen. Dass dies durch den von ihm ausgewählten Song passiert sei, tue ihm leid. Man finde das richtig, dass er sich dafür entschuldigt habe, sagte Dröge, auf den Vorfall angesprochen, am Montag knapp. Die Grünen wollen nicht durch verbale Ausfälle, schräge Vorschläge oder Panikmache auffallen. In den aktuellen Zeiten kann man das schon fast als radikal mutigen Ansatz bezeichnen. Denn parallel schlagen die Linken vor, dem Wehrdienst zum Beispiel durch Kiffen zu entgehen. Und die AfD schürt Ängste und ist sich für keine Entgleisung zu schade. In Umfragen wird sie dafür belohnt, sie liegt mit gut 25 Prozent teils vor der Union (Bundestagswahlergebnis: 20,8 Prozent). Die Linke hat sich zwischen zehn und elf Prozent eingependelt und steht damit etwas besser da als bei der Bundestagswahl (8,8 Prozent) und deutlich besser als noch vor rund einem Jahr. "Stopp" zum Populismus Vor diesem Hintergrund werden die Grünen immer wieder gefragt, ob sie angesichts dieser Lage nicht zu leise, zu zurückhaltend seien. Einige sagen: zu langweilig. Dröge fragt zurück, ob es in einer Gesellschaft nicht auch eine Kraft brauche, die darum kämpfe, dass man beim Populismus "Stopp" sage. Ihre Antwort darauf ist klar: Ja. Aber sie gesteht mit Blick auf Algorithmen in sozialen Medien auch ein: "Das ist schwer. Das sehen wir schon." Ob sich das nüchterne Politikmachen der Grünen am Ende auszahlt, lässt sich aktuell schlecht vorhersagen. Nach dem Rückzug von Annalena Baerbock und Robert Habeck fehlen weiterhin schillernde Führungsfiguren, die der Partei etwas Glanz verleihen. Am knalligsten tritt gerade wohl Ricarda Lang auf. Die ehemalige Parteivorsitzende hat sich im Netz zu einer Art Polit-Popstar etabliert. Dabei geht es allerdings oftmals weniger um Inhalte als Selbstvermarktung, so scheint es. Klicks und Aufmerksamkeit bringt es aber allemal. Auch die Landtagswahlen in diesem Jahr sind eine wichtige Wegmarke für die Partei. Im bürgerlichen Baden-Württemberg etwa will Cem Özdemir den in Rente gehenden Parteikollegen Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen. In Umfragen liegen die Grünen allerdings hinter der CDU . Während Özdemir auf klare Realo-Kante setzt, will in Berlin der Parteilinke Werner Graf Regierender Bürgermeister der progressiven Hauptstadt werden. Vielleicht sind es gerade diese Landtagswahlen mit sehr unterschiedlichen Ideen von grüner Identität, die Partei und Fraktion derzeit Zurückhaltung üben lassen. Lieber weniger polarisieren, dafür mehr Verlässlichkeit ausstrahlen. Am Ende entscheiden diese Wahlen auch über das künftige Profil der Partei. Und wenn das erst mal steht, werden die Grünen vielleicht auch wieder lauter.



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