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"Tatort" aus Bremen: Wie eine Reality-Show – nur in schlecht

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Sie zitieren Gedichte, tanzen bis zum Morgen, fallen in Prüfungen durch – oder die Treppe herunter. So drastisch dieser Bremer "Tatort" beginnt, so schnell verflüchtigt sich sein Anspruch. Eine "Tatort"-Kritik von Steven Sowa "Feuer über Bremen , es brennt in ihrer Seele – doch keiner kann es sehen." Mit dieser Zeile, vorgetragen im Stil eines Poetry-Slams, eröffnet der Film "Wenn man nur einen retten könnte" – und macht ungewollt deutlich, wohin die Reise geht. Die Worte stammen von einem der WG-Mitbewohner der Toten und sollen offenbar Tiefe erzeugen. Stattdessen liefern sie eine Blaupause für die 90 folgenden Minuten: aufgeladen mit Bedeutung, aber leer im Kern. Denn eigentlich wäre der Fall ein gefundenes Fressen für einen "Tatort", der sich gesellschaftskritisch geben will. Leistungsdruck, Einsamkeit, Clubnächte, Geldsorgen – das Bremer Team hat sich ein aktuelles und brisantes Themenpaket geschnürt. Nur: Der Film weiß nichts damit anzufangen. Was auf dem Papier komplex klingt, wirkt in der Umsetzung eindimensional. Tijan Njie bleibt in seiner Rolle nur eine vage Idee Klassischer Krimi-Einstieg: Leiche vor dem Club, Ermittlerinnen am Tatort , WG-Befragung, familiäre Konflikte – und mittendrin eine Tote, deren Geschichte schrittweise rekonstruiert wird. Das ist solide konstruiert, aber arm an Überraschungen. Linda Selb (Luise Wolfram) liegt diesmal im Krankenhausbett – ein ungewöhnlicher Schachzug, der Raum für Neues schaffen könnte. Doch anstatt der Figur dadurch zusätzliche Tiefe zu verleihen, wird sie zur Stichwortgeberin im Pyjama degradiert. Während sie ihre Erkenntnisse aus der Distanz beisteuert, rückt der Neuzugang in den Vordergrund: Patrice "Prince" Schipper (Tijan Njie) vom Kriminaldauerdienst übernimmt an ihrer Seite – oder versucht es zumindest. Denn was als frische Dynamik im Team gedacht war, entpuppt sich als wenig harmonisch. Die Chemie zwischen Moormann und Schipper wirkt künstlich und unausgereift. Das liegt nicht nur an der schablonenhaften Figur des charmanten Womanizers, sondern auch daran, dass das Buch keine echte Idee hat, wie er sich in das Ermittlerduo einfügen soll. Statt Ergänzung: Belastung. Statt Spannung: Beliebigkeit. Die geteilte Wohnung der jungen Verdächtigen hätte ein Brennglas sein können: auf psychische Überforderung, toxische Gruppendynamiken und die Schattenseiten studentischer Freiheit. Doch auch hier bleiben Figuren wie Konflikte auf dem Niveau einer Vorabend-Soap. Vom reichen Schnösel über die queere Projektionsfläche bis zur sozial engagierten Mitbewohnerin: Die WG-Bewohner wirken wie Casting-Kandidaten in einer Reality-Show – aber nicht wie Charaktere, die einem Sonntagabendkrimi Spannung verleihen. Der Film streift Obdachlosigkeit, Medikamentenmissbrauch, Finanznot, familiären Leistungsdruck und soziale Ungleichheit. Doch statt aus diesen Themen Spannung oder Reibung zu gewinnen, werden sie wie Checklistenpunkte abgearbeitet. Kaum eine Szene, die sich Zeit nimmt. Kaum eine Figur, deren Innenleben mehr liefert als einen weiteren Themenbaustein. Und am Ende: gähnende Ratlosigkeit Selbst der Club, als zweiter zentraler Handlungsort neben der WG, bleibt blass. Dass der Betreiber gleichzeitig der Freund der Schwester des Opfers ist, klingt nach Drama – verpufft aber wirkungslos. So bleibt der Versuch, studentisches Leben zwischen Hörsaal, Absturz und Eskalation abzubilden, genau das: ein Versuch. Leistungsdruck an Hochschulen, mentale Krisen junger Menschen, fehlende soziale Absicherung – das alles sind brennende Themen im Jahr 2026. Sie hätten ein starker Unterbau für diesen Bremer "Tatort" sein können. Doch anstatt Haltung zu zeigen, bleibt "Wenn man nur einen retten könnte" vage. Er dokumentiert Zustände, statt sie zu durchdringen. Und lässt damit genau jene Ratlosigkeit zurück, die er erzählen will. Teilen Sie Ihre Meinung mit Wie gefiel Ihnen dieser "Tatort"? Schreiben Sie eine E-Mail an Lesermeinung@stroeer.de . Bitte nutzen Sie den Betreff "Tatort" und begründen Sie.



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