Handball-EM: Alfred Gíslason bejubelt korrekte DHB-Auszeit
Bundestrainer Alfred Gíslason jubelt, obwohl gar kein Tor gefallen ist. Beim Sieg über Frankreich macht er seinen viel kritisierten Fehler wieder gut – nicht ohne eine alte Trainerweisheit. Mit ausgebreiteten Armen und einem breiten Grinsen im Gesicht stand DHB-Trainer Alfred Gíslason am Spielfeldrand. Co-Trainer Erik Wudtke legte den Arm um ihn und der Isländer hatte ein Dauerlächeln im Gesicht. Dabei stand die Partie nach 51 Minuten beim Stand von 30:28 noch auf der Kippe. Doch bei der deutschen Mannschaft klappte beim 38:34-Sieg über Frankreich das Timing in allen Aktionen: auch beim Drücken des Buzzers für die Auszeiten. Denn der Isländer drückte den Knopf just in dem Moment, als ein Pass von Nils Lichtlein zu Johannes Golla am Kreis nicht angekommen war, und verhinderte so einen möglichen Ballverlust. "Das ist ein Risiko und hätte Golli den Ball gefangen, würdet ihr anders reden", sagte der DHB-Coach im ZDF und erinnerte so an die Situation vor elf Tagen. Was war passiert? In der Vorrunde bei der Niederlage gegen Serbien hatte Gíslason den Buzzer mitten in der Wurfbewegung von Juri Knorr gedrückt und so einen sicheren Treffer verhindert. Dafür wurde der 66-Jährige im Anschluss heftig kritisiert. "Sich draufzustürzen und zu sagen, dass er im falschen Moment gedrückt hat, ist so einfach", stellte sich ZDF-Experte Sven-Gören Christophersen nach der Partie an die Seite des Trainers. "Wir sind in der Lage, ins Finale zu kommen" "Ich bin dieses Risiko schon zehnmal in meiner Karriere eingegangen und neunmal lag ich richtig. Gegen Serbien war das erste Mal, wo ich falschgelegen habe, und das nehme ich auf mich. Man muss als Trainer Entscheidungen treffen und dazu stehen." Im anschließenden Gespräch in der Mixed Zone wirkte Gíslason dann sogar noch deutlich gelöster als im TV-Interview und erklärte, dass er "gezockt" habe. "Ich habe mich gefreut, dass es diesmal richtig war – endlich mal wieder", fügte er mit einem Lachen an. Insgesamt sei er stolz auf das gesamte Team und gab die Richtung für die finalen zwei Spiele vor. "Wir sind in der Lage, ins Finale zu kommen. Dann muss die Mannschaft genauso gut spielen wie heute." Und Gíslason zur richtigen Zeit den Buzzer drücken.