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Tarifkonflikt mit Folgen: Warnstreik legt Nahverkehr vielerorts lahm - Was fährt noch?

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Millionen Menschen nutzen täglich Busse und Stadtbahnen. Doch viele Haltestellen werden einen Tag lang nicht angefahren. Für viele Pendler und Schüler ist das eine Herausforderung.

Keine U-Bahnen, Straßenbahnen und Stadtbahnen sowie nur wenige fahrende Busse: Der öffentliche Nahverkehr fällt heute in großen Teilen Nordrhein-Westfalens weitgehend aus. Mit dem Betriebsbeginn sollen Warnstreiks in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben starten. Zu den ganztägigen Arbeitsniederlegungen hat die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. 

Bestreikt werden nahezu alle großen kommunalen Verkehrsbetriebe wie KVB (Köln), Rheinbahn (Düsseldorf), DSW21 (Dortmund) oder der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Münster. Die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag sind nach Angaben der Gewerkschaft eine der wenigen Ausnahmen in NRW, auf die sich die Tarifverhandlungen für die kommunalen Verkehrsbetriebe nicht beziehen.

Was ist mit den Buslinien?

Wie frühere Tarifkonflikte im Nahverkehr gezeigt haben, kann ein kleiner Teil der Linienbusse fahren. Private Subunternehmen sind nicht von den Warnstreiks betroffen. Die Verkehrsbetriebe informieren darüber, welche Buslinien in der jeweiligen Stadt oder Region am Warnstreik noch bedient werden können. Sie geben dazu den Fahrgästen Hinweise auf ihren Internetseiten und in Apps.

Ist der Zug eine Alternative? 

Ein genereller Hinweis ist, dass der Bahnverkehr mit Regional- und S-Bahnen nicht von dem Warnstreik im kommunalen Nahverkehr betroffen ist. So erklärte etwa die Deutsche Bahn, dass die Züge ohne Einschränkungen fahren. Bei früheren Warnstreiks waren S-Bahnen eine häufig genutzte Möglichkeit, auch innerhalb der Großstädte zumindest eine Etappe weit voranzukommen. 

Sind Staus unausweichlich?

"Auf den Hauptstrecken wird es zur Rushhour noch voller werden", sagt ADAC-Sprecher Thomas Müther. Wer mit dem Auto unterwegs sein müsse, sollte zumindest die Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr und 16 bis 18 Uhr meiden und sich vorab über die aktuelle Verkehrslage informieren. "Es lohnt sich, sehr früh loszufahren. Auch Fahrgemeinschaften können eine Option sein", erklärt er. 

Wie stark sich der Warnstreik im Nahverkehr auf die Verkehrslage auswirken wird, hängt laut ADAC entscheidend davon ab, wie viele Arbeitnehmer sich auf den Streik einstellen und gegebenenfalls auch im Homeoffice arbeiten können.

Besteht trotz der Warnstreiks die Schulpflicht?

"Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin", erklärte das NRW-Schulministerium auf der Plattform Facebook. Eltern müssten deshalb dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. Sollte einer Schülerin oder einem Schüler der Schulweg im Einzelfall nicht zumutbar sein, handele es sich um entschuldigte Fehlzeiten, hieß es.

Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt?

Die erste Verhandlungsrunde für die etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW blieb am 21. Januar ohne Ergebnis. Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen, fordert Verdi NRW.

Arbeitgeber halten Forderungen für überzogen

Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der kommunalen Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, so dass der Nahverkehr bereits jetzt attraktive Arbeitsplätze biete. Würde man den Forderungen nachkommen, müsste voraussichtlich an vielen Stellen verstärkt etwa über die Einstellung von Linien, längere Takte und die Vergabe von Beförderungen ans private Busgewerbe nachgedacht werden.




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