Reaktionen: Nach tödlichem Angriff – Bahnen rufen zu mehr Rücksicht auf
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter fordern nordhessische Verkehrsbetriebe mehr Rücksichtnahme im Nahverkehr. Niemand dürfe dort Angst um Gesundheit oder Leben haben müssen.
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz rufen die nordhessischen Verkehrsunternehmen zu mehr Rücksichtnahme im ÖPNV auf. Gewalt dürfe im Nahverkehr keinen Platz haben, erklärten der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und die Bahnunternehmen Abellio, Cantus, Hessische Landesbahn, Kasseler Verkehrs-Gesellschaft, Kurhessenbahn, National Express, Nordwestbahn und Regiotram.
Extreme Gewalttaten wie die in Rheinland-Pfalz seien traurige Ausnahmefälle. "Doch jeder dieser Fälle ist einer zu viel", betonten die Unternehmen. "Wir nehmen diesen schrecklichen Vorfall zum Anlass, um unsere Bestürzung zum Ausdruck zu bringen und einen Appell für ein friedvolles Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme im öffentlichen Nahverkehr zu senden."
Appell: Vorfälle melden und zur Anzeige bringen
Gewalt, sexuelle Belästigung und Beschimpfungen dürften im ÖPNV keinen Platz haben. "Daher ist es wichtig, dass jeder Vorfall gemeldet und zur Anzeige gebracht wird." Niemand dürfe im öffentlichen Raum um Gesundheit oder Leben fürchten müssen. "Ein respektvoller, friedlicher Umgang miteinander ist unerlässlich, um allen – Fahrgästen, Zugbegleitpersonal und Fahrpersonal – eine gute und sichere Fahrt zu ermöglichen."
In Rheinland-Pfalz war ein 36 Jahre alter Bahnmitarbeiter am Montag von einem Schwarzfahrer in einem Regionalexpress nahe Kaiserslautern bei einer Ticketkontrolle mit den Fäusten attackiert und so schwer verletzt worden, dass er später starb. Der Kontrolleur hatte den 26 Jahre alten Fahrgast wegen des fehlenden gültigen Tickets zum Verlassen des Zuges beim nächsten Halt aufgefordert.
