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Super Bowl: Verletzung von Superstar Kittle entfacht neue NFL-Diskussion

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Verletzungen gehören im American Football dazu. Doch eine neue Entwicklung besorgt Ex-Profi Markus Kuhn und einen Sportmediziner gleichermaßen. Die Gründe sind vielschichtig. Eigentlich war es eine Situation, die so regelmäßig in jedem American-Football-Spiel vorkommt, dass ihr keine große Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ein Spieler fängt einen Pass, wird daran gehindert, ein paar weitere Schritte zu laufen, und geht zu Boden. Der Schiedsrichter pfeift ab, der Spielzug ist beendet. Erst in der Wiederholung ist erkennbar, dass Georg Kittle von sich aus auf den Boden gefallen war und sein linkes Bein nicht mehr belasten konnte. Auf dem Rasen liegend, hält sich einer der besten und populärsten Spieler der Liga seine Wade, das Gesicht schmerzverzerrt. "Als es passiert ist, fühlte es sich an, als hätte jemand eine Schrotflinte an meine Wade gehalten und abgedrückt", beschrieb der NFL-Superstar die Situation im Nachhinein. Der 32-Jährige hatte sich die Achillessehne gerissen. Damit reiht er sich Anfang Januar als aktuell letzter Spieler in eine prominent besetzte Liste der National Football League (NFL) ein. "Die Achillessehnenverletzungen waren in diesem Jahr ungewöhnlich hoch", sagt auch der ehemalige NFL-Profi Markus Kuhn, der die Saison als Reporter für RTL begleitete, im Gespräch mit t-online. Und so stellt sich vor dem Super Bowl zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks (Sonntag ab 0.30 Uhr im Liveticker bei t-online) die Frage, ob die Spieler mittlerweile ihre Belastungsgrenze erreicht haben und die Liga eingreifen muss. "Der Körper wandert während einer Saison an der Grenze" Denn: "Achillessehnenrisse sind nicht Teil des Spiels. Dass es jetzt so weit gekommen ist, ist eine stetige Entwicklung", sagt auch Ulrich Grünwald t-online. Er ist Verbandsarzt des American Football Verbands Deutschland (AFVD). Laut den öffentlich einsehbaren Verletztenlisten der Teams fehlen aktuell mindestens 13 Spieler mit einem Achillessehnenriss. Hinzu kommen weitere Athleten mit Achillessehnen-Problemen sowie Spieler, die sich diese Verletzung bereits vor zwei Jahren zugezogen haben. Nicht einberechnet sind außerdem namhafte Profis, die in dieser Spielzeit bereits mehrere Partien aufgrund einer gereizten Achillessehne verpasst haben. Das Tückische: Die Verletzung entsteht im Kontaktsport American Football nicht durch besonders hartes Vorgehen der Gegner. "Eigentlich reißt die Achillessehne nicht. Sie ist die stärkste und kräftigste Sehne im Körper. Man könnte eine Tonne Gewicht ranhängen, ohne dass sie reißt", veranschaulicht Ulrich Grünwald. Aber warum passiert es dann doch? Die Achillessehne hat einen Schwachpunkt: die Durchblutung, wenn sie die ganze Zeit belastet wird. "Die Explosivkraft ist im Football das Wichtigste. Nachdem der Ball im Spiel ist, muss alles ganz schnell gehen. Die Belastungen auf die Sehne sind gewaltig", erklärte der Verbandsarzt. Und diese werden immer höher. 2021 wurde die reguläre Saison von 16 auf 17 Spiele erhöht, aktuell wird sogar über 18 Partien nachgedacht. Hinzu kommt, dass seit der Saison 2025 acht internationale Spiele stattfinden. Damit spielt die Hälfte aller Mannschaften mindestens eine Partie auf einem anderen Kontinent. Die weiten Reisen fördern kaum die Erholung der Spieler. "Die Athleten werden immer größer und stärker, gleichzeitig absolvieren sie immer mehr Spiele in verschiedenen Wettersituationen auf verschiedenem Untergrund. Der Körper kann sich nie auf die gleiche Situation einstellen und gibt irgendwann nach", sagt Markus Kuhn zu diesen Umständen. Nur ein Beispiel: Beim Spiel um den Einzug in den Super Bowl musste New England in Denver bei einem Schneesturm und einer Temperatur von minus 15 Grad Celsius spielen. Die Seattle Seahawks gewannen ihr Heimspiel um den Super-Bowl-Einzug gegen die Los Angeles Rams bei 15 Grad Celsius. Die Bandbreite in der NFL reicht von Kunstrasen in überdachten und klimatisierten Multifunktionsarenen bis zu komplett offenen Stadien mit Naturrasen. Doch es gibt auch Gegenwehr der Spieler. "Ich verstehe nicht, warum es keinen Standard gibt, dass jedes Team zwischen ein oder zwei Plätzen auswählen kann. Es sollte nicht zwölf verschiedene Untergründe und zwölf unterschiedliche Rasenplätze geben", kritisierte George Kittle bereits im November 2025 auf einer Pressekonferenz. Aber diese Entscheidung sei außerhalb seiner Gehaltsklasse. "Der Körper wandert während einer NFL-Saison schon komplett an der Grenze, da wird es durch die unterschiedliche Qualität der Plätze nicht einfacher", bestätigt Markus Kuhn, der zwischen 2012 und 2015 in der NFL spielte und der erste deutsche Spieler war, der einen Touchdown erzielte. Es dauert jedoch, bis die wahren Auswirkungen dieser kräftezehrenden Saison zwischen September und Januar zum Vorschein kommen. Ein Achillessehnenriss "entsteht nicht von jetzt auf gleich, sondern über Monate oder Jahre sind Mikroschädigungen durch Überbelastung aufgetreten. Über eine längere Zeit haben die Athleten Achillessehnenbeschwerden", erklärt Grünwald den üblichen Verlauf. Achillessehnenriss bedeutet vorzeitiges Karriereende Warum die Profis trotzdem auf dem Feld stehen? Geld. Allein durch den TV-Vertrag bis 2033 nimmt die Liga zusammengerechnet 125,5 Milliarden US-Dollar ein. Hinzu kommen Erlöse aus Ticketverkäufen, Merchandise und Sponsoring. Davon wollen auch die Athleten profitieren. Doch die Liga-Abkürzung NFL steht unter Spielern und Experten nicht nur für National Football League, sondern auch für "not for long" (d eutsch: nicht für lange ). Die durchschnittliche Karriere in der NFL dauert lediglich drei Jahre. Ein kurzer Zeitraum, um möglichst einen Millionen-Dollar-Vertrag zu unterschreiben. Daher wird medizinisch viel möglich gemacht, damit die Profis auch wirklich auf dem Feld stehen können. Kommt es aber wirklich zum Riss der Achillessehne, kann das verheerende Folgen haben. AFVD-Arzt Grünwald sagt: "In der NFL kommen circa 30 Prozent der Spieler, die einen Achillessehnenriss hatten, nicht mehr zurück. Und die, die dennoch zurückkommen, haben deutlich weniger Einsatzzeit. Sie werden früher oder später aussortiert." Dass die NFL einlenkt und künftig wieder weniger Spiele ausgetragen werden, gilt als ausgeschlossen. "Weniger Spiele in der NFL, wo jedes Spiel für alle Beteiligten richtig viel Geld einbringt, wird es auf keinen Fall geben. Ich kann mir vorstellen, dass sich künftig die Kadergröße erhöht oder die Teams eine weitere freie Woche bekommen", blickt Markus Kuhn voraus. Was Verbandsarzt Grünwald immerhin Hoffnung macht: "Glücklicherweise hat die Spielergewerkschaft viel Einfluss. Dadurch wird aktuell viel Geld in die Forschung gesteckt. Zudem hat sich der Staff an Physiotherapeuten, Ärzten und Sportwissenschaftlern bei den Teams enorm erhöht." Und das ist vielleicht auch das Glück von George Kittle.



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