Tarifverhandlungen: Warnstreiks in Kitas, Schulen und Behörden - Was tun?
Kitas und Schulen in Berlin bleiben teils geschlossen, Behörden sind eingeschränkt erreichbar. Wie Eltern und Bürger jetzt reagieren können – und was Verdi fordert.
Wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst müssen die Berliner an diesem Mittwoch mit Einschränkungen oder auch kompletten Schließungen in Kitas, Schulen und Bezirksämtern rechnen. Aufgerufen dazu hat die Gewerkschaft Verdi. Wie kann man sich wappnen?
Eltern von Kindern in den knapp 250 landeseigenen Kitas in Berlin - nur diese sind betroffen - sollten vorab klären, ob es eine Notbetreuung gibt. Alternativ können Verwandte/Großeltern einspringen und auf die Kinder aufpassen. Oder man organisiert zusammen mit anderen Eltern der Kita-Gruppe eine Betreuung. Weitere Möglichkeit: Den Arbeitgeber fragen, ob Homeoffice oder verkürzte Schichten möglich sind.Vor Terminen im Bürgeramt am besten vor einem Besuch über die Homepage oder deinen Anruf klären, ob es Einschränkungen im Service gibt.An staatlichen Schulen kann Unterricht ausfallen, wenn angestellte Lehrer und Referendare in den Ausstand treten. Ein Blick in den Vertretungsplan sollte Aufschluss geben, was zu erwarten ist.
Auch Beschäftigte der Berliner Feuerwehr, Polizei und Senatsverwaltungen sollen sich anschließen und an einer großen Demo und Kundgebung in Potsdam teilnehmen, wie ein Verdi-Sprecher sagte. In Brandenburg sind unter anderem die Mitarbeiter der Polizei sowie der Landesministerien und ihrer nachgeordneten Behörden aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Ob und wie sich diese Warnstreiks auf den Alltag der Bürger auswirken, bleibt abzuwarten.
Verdi will mindestens ein Plus von 300 Euro
In den Tarifverhandlungen mit den Ländern fordert Verdi sieben Prozent mehr Geld im Monat, zur Stärkung unterer Lohngruppen aber mindestens ein Plus von 300 Euro. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es ausgeweitete Warnstreiks in etlichen Bundesländern gegeben, auch an Schulen vor allem in Ostdeutschland. In Berlin war zuletzt auch die BVG betroffen, ihre Mitarbeiter sind am Mittwoch aber nicht zum Warnstreik aufgerufen.
Die Gewerkschaften wollen zum Auftakt der 3. Verhandlungsrunde in Potsdam den Druck verstärken. In den zwei vorherigen Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber kein konkretes Angebot gemacht.
Betroffen sind gut zwei Millionen Beschäftigte
Betroffen von den Verhandlungen sind rund 2,2 Millionen Beschäftigte. Für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte wird direkt verhandelt. Auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten und Versorgungsempfänger soll ein Ergebnis nach den Forderungen der Gewerkschaften später in den einzelnen Ländern per Gesetz übertragen werden. "Wir erwarten endlich ein Angebot, das der Bedeutung der Arbeit im öffentlichen Dienst gerecht wird", erklärte Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann.
Im Rahmen des Streiks zieht am Mittwoch ab 9.30 Uhr in Potsdam eine Demonstration vom Lustgarten zum Verhandlungsort, dem Kongresshotel. Dort findet ab 11.45 Uhr eine Abschlusskundgebung statt.
