Gegen den schwersten Gegner müssen die Basketballer auf fast alle Stars verzichten. Der Bundestrainer hat aber das große Ganze im Blick. Am vergangenen Wochenende machte sich Alex Mumbrú schon einmal ein Bild von einem Teil seiner Nationalspieler. Der Bundestrainer konnte beim Top Four der Basketball-Bundesliga gleich acht seiner nominierten Profis beobachten. Dennoch hatte Mumbrú einige Sorgenfalten auf der Stirn. Denn vor den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Kroatien am Freitag (20.00 Uhr/Magentasport) in Zagreb und am Sonntag in Bonn (18.00 Uhr/Magentasport) ist der Spanier mehr denn je als großer Puzzler gefragt. "Das ist vielleicht das schwerste Nationalmannschafts-Fenster für uns überhaupt", sagte Mumbrú. "Kroatien hat eine sehr gute Mannschaft und sie werden komplett sein. Bei uns ist die Situation dagegen komplett anderes. Wir haben einige Spieler, die sich mit Verletzungen herumplagen. Einige Spieler stehen gar nicht zur Verfügung." Ohne NBA- und viele Euroleague-Stars Das gilt außer für die NBA-Profis um Kapitän Dennis Schröder und Topspieler Franz Wagner auch für Bayern-Star Andreas Obst. Der 29-Jährige absolvierte bei der Pokal-Endrunde, wo er mit den Bayern überraschend bereits im Halbfinale gegen die BMA365 Bamberg Baskets ausschied, bereits sein 45. Pflichtspiel in dieser Saison. Seit dem EM-Titel in Riga hat der beste deutsche Spieler außerhalb der NBA praktisch durchgespielt. Weshalb Mumbrú ihm wie auch den Euroleague-Profis Maodo Lo, Daniel Theis, Isaac Bonga und Johannes Voigtmann eine Pause gönnt. "Wir müssen nicht nur an die beiden Spiele gegen Kroatien denken, sondern auch den kommenden Sommer und die WM im kommenden Jahr im Blick haben", sagte der 46 Jahre alte Nationalcoach, der sich nach seiner Bauchspeicheldrüsenentzündung während der Europameisterschaft wieder richtig gesund fühlt. "Ich bin wieder bei 100 Prozent." Rund 20 Spieler fehlen Dass seine wieder einmal völlig neu zusammengewürfelte Mannschaft das nach ein paar Tagen Training in München beim Kroatien-Doppelpack nicht sein kann, ist für Mumbrú offensichtlich. "Wenn man alles zusammennimmt, fehlen uns mehr als 20 Spieler", sagte der Spanier auch mit Blick auf die seit dem vergangenen Sommer so zahlreichen deutschen College-Spieler in den USA. Doch Jammern ist nicht die Sache von Mumbrú, das hat er schon während der für ihn so komplizierten EM eindrucksvoll bewiesen. "Ich glaube an die Jungs, die hier sind." Wer das am Freitag und Sonntag genau sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Es gehört zu den Verrücktheiten der Basketball-Welt, dass beim Euroleague-Spiel zwischen Real Madrid und Bayern München in David Krämer (Real) und Oscar da Silva, Justus Hollatz sowie Leon Kratzer in Spanien am Donnerstagabend noch vier potenzielle Kandidaten gegeneinander spielen. Fragezeichen hinter Euroleague-Quartett Ob diese am Freitagmorgen, womöglich gemeinsam mit Reals Kroaten Mario Hezonja, nach Zagreb fliegen oder in Bonn zum Team stoßen, ist noch unklar. "Wir schauen von Tag zu Tag", sagte Mumbrú. Auf jeden Fall wird der Doppelpack mit den Kroaten, die wie Deutschland die ersten beiden Spiele gewonnen haben, zum ersten Härtetest seit dem EM-Coup. "Wir werden richtig gefordert werden", sagte Mumbrú. Zum Abschluss der ersten Gruppenphase Anfang Juli mit den Partien gegen Israel und Zypern wird der Kader dann wieder ganz anders aussehen.