Ein AKW spaltet die Gesellschaft: Protest gegen Brokdorf
- mit welchen Argumenten die Stromwirtschaft ein AKW in der Wilstermarsch bauen will,
- welche Sorgen und Bedenken die Atomkraft-Gegner haben,
- was mit der "Schlacht von Brokdorf" gemeint ist,
- warum die Situation am 28. Februar 1981 zum Teil eskaliert,
- wie 1985 der Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts die Demokratie stärkt.
Am 6. Februar 1981 rollen Bagger auf das Baugelände des geplanten AKW Brokdorf. Das löst eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik aus: 50 Organisationen von Atomkraftgegnern rufen zu einer Demonstration auf, die man heute als "Großdemonstration Brokdorf" kennt.
Am 23. Februar 1981, fünf Tage vor der Großdemo, erlässt der Landrat des Kreises Steinburg eine Allgemeinverfügung: Sie verbietet jegliche Proteste am Bauplatz und in der gesamten Wilstermarsch. Zunächst können die Veranstalter die Durchführung der Demonstration gerichtlich durchsetzen.
Einen Tag vor der Großdemo bestätigt wiederum das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Versammlungsverbot in weiten Teilen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Demonstranten längst auf der Anreise. Rund 10.000 Polizisten und 100.000 Protestierende treffen aufeinander.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Frank Uekötter (Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum)
- Heinrich Voss (Landwirt und Demonstrant aus Brokdorf)
- Frank Uekötter: Atomare Demokratie. Eine Geschichte der Kernenergie in Deutschland. Stuttgart 2023
Weiterführende Links:
- Panorama: AKW Brokdorf - Die Demonstranten und die Polizei
- Panorama: Das Fahndungsfoto - Ermittlungen im Fall "Brokdorf" 1981
- tagesschau.de: Aus für die Atomenergie - "Eine gewisse Genugtuung"
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Autor: Stephan Beuting
Redaktion: Frank Zirpins ]]>
