"Tapfere Frauen": "Selbst ist die Frau": Eine Mut-Geschichte aus Salmünster
Bienen zur Verteidigung: Wie beherzte Frauen im Dreißigjährigen Krieg ihre Heimat retteten – und warum die Geschichte der "tapferen Frauen von Salmünster" bis heute lebendig ist.
Am Weltfrauentag an diesem Sonntag werden sich die Menschen in Salmünster gerne an eine Überlieferung aus ihrer Stadtgeschichte erinnern. Die Legende von den "tapferen Frauen von Salmünster" gehört in dem heutigen Stadtteil von Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis) zur lokalen Identität. "In Salmünster kennt wahrscheinlich jeder die Geschichte von den tapferen Frauen", sagt Iris Bolender von der Tourist-Information Bad Soden-Salmünster.
Der Erzählung nach zogen im Jahr 1646 im Dreißigjährigen Krieg schwedische Truppen durch das Kinzigtal und näherten sich der Stadt. Da fast alle Männer aus Salmünster bei Erntearbeiten auf dem Feld waren, nahmen die Frauen laut Überlieferung die Verteidigung ihrer Stadt in die Hand und verschlossen die Stadttore.
"In ihrer höchsten Not holten die Frauen Bienenkörbe herbei, schüttelten sie recht kräftig und schleuderten sie auf die Feinde", schildert der zeitgenössische Chronist Johannes Lutz, damals Wirt des Gasthauses "Zum Weißen Ross", die Begebenheit. "Kaum noch ihrer Rosse Herr werdend, zog sich das fremde Kriegsvolk auf schnellstem Wege zurück und Salmünster war gerettet."
"Selbst ist die Frau"
"Die Legende zeigt, dass auch damals Frauen diejenigen waren, ohne die es nicht geht", sagt Bolender. "Die Frauen waren allein in der Stadt und ließen sich unter dem Motto "Selbst ist die Frau" etwas einfallen, um Salmünster zu retten. Dabei zeigten sie Kreativität und List genauso wie Mut."
Auch im Stadtbild hat die Geschichte ihren Platz: Zu Ehren der tapferen Frauen wurde vor 25 Jahren ein Denkmal eingeweiht. Es steht auf einem Platz vor dem Generationentreff. Vor rund drei Jahren wurde der Abenteuerspielplatz "Wilde Biene" unweit des Denkmals eröffnet. Mit Spielzeuggeräten in Form von Bienenkörben erinnert er an die alte Legende.
Legende macht Geschichte lebendig
Für Besucher des Stadtteils ist die Geschichte auch Bestandteil des Besuchprogramms. "Die Legende von den "Tapferen Frauen" ist ein schönes Thema für die Stadtführungen", so Bolender. "Sie macht die Geschichte Salmünsters lebendig und zeigt, dass ihre Lage an der Frankfurt-Leipziger-Handelsstraße nicht nur Gutes gebracht hat."
Auszeichnung von "Vorbildfrauen" am Weltfrauentag
Der Weltfrauentag am 8. März knüpft in der Kurstadt an die Überlieferung der tapferen Vorfahrinnen an. "Auch heute werden in Bad Soden-Salmünster Frauen mit Vorbildcharakter besonders geehrt", erklärt Bolender.
So zeichne das Archiv Frauenleben im Main-Kinzig-Kreis in Zusammenarbeit mit dem Kunstkreis Bad Soden-Salmünster seit ein paar Jahren immer am Weltfrauentag jeweils drei "Vorbildfrauen" in der Stadt aus.
