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Linke vor BaWü-Wahl: Zwischen Euphorie und Fünf-Prozent-Hürde

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Noch nie hat die Linke es in den Landtag von Baden-Württemberg geschafft. Diesmal könnte es klappen – doch die Umfragen werden knapper. Historisch soll es werden: Wenn am Sonntag die Bürger in Baden-Württemberg einen neuen Landtag wählen, hofft eine Partei auf ihren großen Durchbruch. Bislang ist die Linke im Südwesten immer an der Fünfprozenthürde gescheitert. Nun aber könnte sie es erstmals in das Parlament schaffen. Die Euphorie ist riesig. Dass es noch schiefgehen kann, daran will bei den Linken niemand glauben. Dabei ist die Partei in den Umfragen zur Landtagswahl zuletzt auf nur knapp über der Fünfprozenthürde abgerutscht. Wie passt das zusammen? Um zu verstehen, woher die Euphorie rührt, hilft ein Blick in das vergangene Jahr: Bei der Bundestagswahl holte die eigentlich totgesagte Partei bundesweit 8,8 Prozent und ist seitdem auf Erfolgskurs. Gerade bei jungen Menschen kommt die Linke gut an, ihre Mitgliederzahl hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Auch daraus zieht die Partei viel Kraft für den Wahlkampf: Viele Neumitglieder sind besonders motiviert, sich zu engagieren und von Tür zu Tür zu ziehen. Das zeigte sich auch in Baden-Württemberg. Dort hatte die Partei Ende 2023 nur noch 3.500 Mitglieder, heute sind es über 10.000. Nach Angaben der Linken haben die Wahlkämpfer an mehr als 130.000 Türen geklopft. Mit dabei war auch die Spitzenkandidatin der Partei, Kim Sophie Bohnen. Jung, weiblich, aktivistisch Die 26-Jährige ist die Nummer eins auf der Landesliste und führt die Partei mit zwei anderen jungen Frauen in einem Trio durch den Wahlkampf: Amelie Vollmer, 23 Jahre, und Mersedeh Ghazaei, 29 Jahre alt. Sie sind das neue Gesicht der Partei : jung, weiblich, aktivistisch. Bohnen selbst erzählt die Geschichte von ihrem Weg in die Politik so: Sie hatte vor ihrem Studium eine Banklehre gemacht, "das Einzige, was ich mit Manuel Hagel gemeinsam habe", wie sie sagt. Am Schalter habe sie oft verzweifelte Menschen erlebt. Dann das Schlüsselerlebnis: "Eine Rentnerin ist vor mir in Tränen ausgebrochen, weil sie nicht wusste, wie sie nach einer größeren Rechnung in dem Monat mit ihrer kleinen Rente den nächsten Einkauf bezahlen soll", sagt sie t-online im Gespräch. Sie entschließt sich zu einem Politikstudium, zieht dafür von Schleswig-Holstein nach Heidelberg , engagiert sich zunächst in der Klimabewegung und in einer Gewerkschaft. Vor fünf Jahren tritt sie der Linken bei, "weil sie nicht nur die Symptome bekämpft, sondern an die Ursache ran möchte", wie Bohnen sagt. Kostenlose Kita, kostenloser ÖPNV, kostenlose Klassenfahrt Der Standpunkt des Trios: Die Regierung liefert nicht, hat die Menschen vergessen. Sie hingegen wollen zeigen, dass sie sich kümmern, indem sie an den Türen nach den Problemen der Menschen fragen. "Die letzten Jahre haben die Grünen den Ministerpräsidenten gestellt, aber für uns als junge Menschen hat sich nichts verändert", sagt Bohnen. "Wir fühlen uns abgehängt und nicht gesehen." Sie erzählt, dass viele junge Menschen die Wehrpflicht bewege. "Die Sorge davor, verpflichtet zu werden, an die Waffe zu müssen, ist riesig." Für ältere Menschen seien vor allem Themen wie "niedrige Renten, zusammengesparter ÖPNV und geschlossene Kliniken" wichtig. Die Liste ihrer Versprechen ist dementsprechend lang: kostenlose Kita, kostenlose Klassenfahrten, Gratis-Deutschlandticket für Studenten, Azubis, Schüler, kostenloses Mittagessen für Schüler und Kindergartenkinder. Außerdem sollen die Mieten runter, Großvermieter enteignet werden, keine Krankenhäuser mehr geschlossen werden. Es ist das Programm einer Oppositionspartei. Fragt man nach der Finanzierung, verweist Bohnen auf die Erbschaftsteuer und die Vermögensteuer, die die Linken planen. Auch auf Bundesebene führt die Partei diese beiden Steuern gern als Finanzierungsgrundlage für ihre Ideen an. Mitregieren möchte die Partei in Baden-Württemberg ohnehin nicht. "Ich denke nicht, dass die Grünen daran Interesse hätten – Özdemir hat ja kürzlich erst vor einem Linksrutsch gewarnt", sagt Bohnen und fügt hinzu: "Ich denke auch, wir können als Opposition gut auf unsere Themen aufmerksam machen." Auf einmal droht die Fünfprozenthürde Eine Zeit lang sah es auch so aus, als würde das gut funktionieren. In Umfragen vor der Landtagswahl lag die Linke bei sieben bis acht Prozent, der Einzug in den Landtag also in greifbarer Nähe. Erst in den letzten zwei Wochen vor der Wahl korrigierte die Zahl sich – entgegen dem bundesweiten Aufwärtstrend – plötzlich nach unten, liegt nun bei sechs Prozent, 5,5 Prozent. Woher kommt der Abwärtstrend? Es liegt nahe, dass es an der Zuspitzung zwischen den Spitzenkandidaten Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) liegt. Die CDU führte die meiste Zeit die Umfragen mit deutlichem Abstand an, erst zuletzt hatte Özdemir aufgeholt, die Grünen liegen in der jüngsten Umfrage sogar gleichauf mit den Christdemokraten. Soll heißen: Wähler, die vor Kurzem noch bei den Linken das Kreuz gemacht hätten, tendieren nun zu den Grünen, um zu verhindern, dass die CDU bald den Ministerpräsidenten stellt. Dafür spricht, dass auch die SPD in den Umfragen etwas eingebüßt hat. Auch in Berlin bleibt man optimistisch Die Linke muss jetzt also zittern, ob es am Sonntag tatsächlich für den Einzug in den Landtag reicht – nach all der Euphorie, die auch die Bundesspitze in den ersten Monaten des Jahres versprüht hat. Doch sowohl in Baden-Württemberg als auch in Berlin zeigt man sich optimistisch. "Wir werden reinkommen in den Landtag", sagte Parteichef Jan van Aken bei einer Pressekonferenz am Montag, "das wird historisch sein". Die 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl seien nur der Anfang für die Linke gewesen, so van Aken. "Wir werden immer stärker." Ein Einzug wäre für die Partei ein wichtiges Signal auch in Richtung Rheinland-Pfalz. Dort wird am 22. März gewählt, die Linke liegt in Umfragen bei fünf Prozent. Schafft sie es in Baden-Württemberg, könnten sich auch in Rheinland-Pfalz mehr Menschen ermutigt fühlen, die Linke zu wählen. Schafft sie es nicht, könnte die politische Konkurrenz damit werben, dass eine Stimme für die Linke eine verschenkte Stimme wäre. Van Aken selbst ist in den vergangenen Wochen mehrmals in Baden-Württemberg im Wahlkampf aufgetreten, hat Wahlwerbespots auf Deutsch, Türkisch, Italienisch, Griechisch, Bosnisch und Arabisch aufgenommen und veröffentlicht. Für die Fremdsprachen hat van Aken Sprachunterricht genommen, um Wähler in ihren Muttersprachen anzusprechen. In Baden-Württemberg hat mehr als ein Drittel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Auch Spitzenkandidatin Bohnen gibt sich zuversichtlich. "Wir sind motiviert, der Rückenwind ist da, und wir sind ganz sicher, dass wir erstmalig in den Landtag einziehen werden."



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