Добавить новость
ru24.net
World News
Март
2026
1 2 3 4 5 6 7 8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

Notfälle auf Nord- und Ostsee: Brände löschen, Verletzte bergen – Wie geht das auf See?

0
Stern 

Wenn große Schiffe brennen, wie neulich auf der Nordsee, rücken Spezialteams von Feuerwehren aus. Die Anforderungen an die Einsatzkräfte sind hoch. Ein Einblick, was sie können und wie sie trainieren.

Als im Januar ein Feuer auf dem Autotransporter "Thames Highway" nordwestlich von Borkum ausgebrochen ist, sind sie wieder gefragt gewesen: speziell für Schiffsbrände ausgebildete Feuerwehrleute. An mehreren Orten an der Nord- und Ostseeküste sind sie stationiert. Das Havariekommando in Cuxhaven alarmierte für den Einsatz vor Borkum unter anderem die Feuerspezialkräfte aus Cuxhaven. Sie löschten die Flammen an Bord und verhinderten so wohl Schlimmeres. Welche Feuerwehr wann eingreift – das ist genau geregelt, auch die Ausbildung der Spezialisten. Ein Überblick: 

Welche Feuerwehr löscht Brände oder leistet Hilfe auf See? 

Das kommt erst einmal darauf an, wo genau der Einsatzort liegt und wie groß das Ereignis ist. Wenn es zum Beispiel vor der niedersächsischen Küste in den Bereichen von Ems, Weser und Elbe zu einem Schiffsbrand kommt, sind nach dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz erst einmal die örtlichen Feuerwehren zuständig – von Emden über Brake bis Stade.

Wenn allerdings eine sogenannte Komplexe Schadenslage ausgerufen wird, also wenn es beispielsweise eine große Havarie auf Nord- oder Ostsee gibt und mehrere Rettungsorganisationen eingebunden werden, übernimmt das Havariekommando in Cuxhaven die Einsatzleitung. Das ist eine Einrichtung des Bundes und der fünf norddeutschen Küstenländer.

Von dort wird dann auch der Einsatz von den speziell ausgebildeten Feuerwehrleute koordiniert. Dazu arbeite das Havariekommando mit acht Feuerwehren an der deutschen Nord- und Ostseeküste zusammen, teilt ein Behördensprecher mit. Dazu zählen die Berufsfeuerwehren in Emden, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Bremerhaven, Hamburg, Kiel, Lübeck und Rostock.

Welche Feuerwehren werden wie und wo eingesetzt?

Das kommt darauf an, welche Fähigkeiten bei einem Notfall auf See vom Havariekommando angefordert werden. Dazu gibt es bei den Feuerwehren "Maritime Incident Response Groups" (kurz "MIRGs") – quasi schnelle Eingreiftruppen. Das Havariekommando ist verantwortlich für deren Ausbildung, Ausrüstung und den operativen Einsatz. Es gibt drei Arten: 

Die Brandbekämpfer: Die "MIRG FiFi" ("FiFi" steht für "Fire Fighting") ist ein fünfköpfiges Feuerwehrteam, das sich um Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und den Einsatz bei Chemielagen kümmert. Insgesamt gibt es elf solcher abrufbaren Teams an Nord- und Ostsee.Die Lebensretter: Die "MIRG MR" ("MR" steht für "Medical Response") kommen zum Einsatz, wenn zum Beispiel viele Verletzte versorgt werden müssen. Zum Team gehören zwei Notärzte und vier Feuerwehrleute, die auch Notfallsanitäter sind. Vier solcher Teams gibt es an den Küsten.Die Ersthelfer: Die "MIRG FR" ("FR" steht für "First Response") wird üblicherweise als Erste alarmiert. Diese Retter erkunden und geben Rückmeldung, können aber auch Brände bekämpfen und Verletzte retten. Zum sechsköpfigen Team gehören ein Notarzt und eine Feuerwehr-Führungskraft. Solche "MIRG"-Teams gibt es nur in Cuxhaven und in Kiel. 

Alle Teams können übrigens, unabhängig von ihrem Standort, angefordert und überall im Einsatzgebiet des Havariekommandos eingesetzt werden. 

Wie sind diese Feuerwehrteams ausgestattet? 

Das kommt auf ihren Einsatz an. "Die Ausrüstung ist über alle Feuerwehrstandorte hinweg standardisiert", teilt der Sprecher des Havariekommandos mit. Da die Feuerwehr- und Rettungsteams meist per Helikopter zum Einsatzort geflogen werden, ist die Ausrüstung auf zwei große, je 100 Kilogramm schwere Transporttaschen beschränkt. Wenn Mehrzweckschiffe des Bundes zu Schiffsbränden ausrücken, ist dort noch mehr Platz für Ausrüstung an Bord.

Wie schnell sind die Feuerwehrteams einsatzbereit?

Die Ausrückzeiten der Einheiten sind gestaffelt und betragen zwischen 30 und 60 Minuten, wie das Havariekommando mitteilt. In der Regel werden die Einsatzkräfte per Hubschrauber zum Einsatzort geschickt – dafür steht rund um die Uhr ein Bundespolizeihelikopter vom Typ "Super Puma" bereit. Es können aber auch noch andere Hubschrauber eingesetzt werden, etwa von der Marine. 

Wie trainieren die Feuerwehrleute für den Einsatz auf See?

In Norddeutschland gibt es spezielle Trainingsmöglichkeiten für die Schiffsbrandbekämpfung – nämlich in Hamburg, Kiel, Wilhelmshaven, Warnemünde und Neustadt in Holstein. Das Havariekommando nutzt für seine Ausbildung nach eigenen Angaben vorrangig die Trainingseinrichtungen in Neustadt und Wilhelmshaven. In Neustadt ist das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine. Übungen zur Brandabwehr finden dort in einem realistischen Umfeld statt, etwa an Bord der ehemaligen Fregatte "Köln". An anderen Übungsorten gibt es für die Ausbildung umgebaute Container. 

Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Hubschrauber-Trainings, das Überleben auf See, Rettungsübungen aus Höhen und Tiefen, Schiffskunde und seit neustem Lehrgänge zum Umgang mit Flüssigerdgas (LNG). 

Niedersachsen will seine Ausbildungsmöglichkeiten verbessern und plant daher, zusammen mit der Marine in Wilhelmshaven ein maritimes Trainingszentrum zu bauen. Nicht nur die Bekämpfung von Schiffsbränden soll dort geübt werden können, sondern auch die Rettung aus dem Watt oder bei Ölunfällen. "Das geplante Trainingszentrum wird Ausbildungsmöglichkeiten schaffen, die bisher an anderer Stelle nicht oder in zu geringem Umfang oder bisher nur außerhalb von Deutschland zur Verfügung stehen", sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Wie oft kommen die Spezialfeuerwehrleute zum Einsatz? 

"Zum Glück ist die Anzahl der tatsächlichen Einsätze vergleichsweise gering", heißt es vom Havariekommando. Zu "Komplexen Schadenslagen" komme es in deutschen Gewässern durchschnittlich vier bis fünf Mal im Jahr. Der Brand auf dem Autotransporter "Thames Highway" war der erste Einsatz in diesem Jahr. Seit 2021 gab es laut Havariekommando 17 solcher Einsatzlagen – bei elf davon wurden die Spezialteams der Feuerwehren angefordert. 

Wie hoch ist der Trainingsbedarf? 

Die Anforderungen an die maritime Notfallvorsorge seien sehr hoch, sagt der Sprecher des Havariekommandos. "Tendenziell werden die Anforderungen aus unserer Sicht eher größer." Schiffe würden größer, es gebe mehre Passagiere und auch die technische Entwicklung etwa mit alternativen Antriebsstoffen schreite fort. Die Einsätze, auch wenn es wenige sind, seien "meist sehr herausfordernd". Regelmäßige Trainings seien daher umso wichtiger.




Moscow.media
Частные объявления сегодня





Rss.plus
















Музыкальные новости




























Спорт в России и мире

Новости спорта


Новости тенниса