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Comedienne Parshad Esmaeili über Iran: "Blut an den Händen der Mullahs"

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Parshad Esmaeili ist deutsch-iranische Entertainerin. Mit t-online spricht sie über Einsamkeit und Alkoholsucht, den Iran und ihr größtes Vorbild. Drei kleine schwarze Sterne kleben auf ihrem Kinn, ihrer Wange und ihrer Stirn, sogenannte Pimple Patches, Pflaster gegen Hautunreinheiten. Auf ihrer Nase sitzt eine kantige Brille, die schwarzen Haare mit grau gefärbter Strähne vorn trägt sie zu einem Zopf gebunden. So tritt Parshad Esmaeili häufig für ihre Social-Media-Beiträge vor die Kamera und so zeigt sie sich auch im Videocall mit t-online. Mit ihren Beiträgen, ihrem Bühnenprogramm, ihrem Buch und ihrer Frankfurter Schnauze bringt die Comedienne viele Menschen zum Lachen, doch dahinter steckt die Verarbeitung von ernsten Themen, die sie selbst erlebt hat. Im Gespräch mit Parshad Esmaeili, wenige Tage vor dem Angriff auf den Iran , geht es um Hoffnungslosigkeit und Schmerz mit Blick auf den Iran, um Einsamkeit und Alkohol im Leben der Entertainerin. t-online: Frau Esmaeili, w ie geht es Ihnen, wenn Sie an den Iran denken? Parshad Esmaeili: Ich bin ständig am Zittern, wie es weitergehen könnte. Ich denke an die Zivilbevölkerung, bete für sie und frage mich, ob das Grauen nach 47 Jahren ein Ende haben kann. Wir sollten uns auf die Freiheit der Menschen konzentrieren. Ich weiß nicht, ob ein Krieg diese Freiheit bringen kann, aber vielleicht braucht es Unheil, um das größte Unheil zu beenden. Ihre Mutter ist vor vielen Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Was verbinden Sie persönlich mit dem Land? Mit dem Iran verbinde ich meine persische Essenz. Sie fließt durch meine Adern und ist ein Riesenteil von mir, aber ich weiß fast nichts über sie. Ich spüre oft Sehnsucht, die sich schnell in Schmerz verwandelt. Woher kommt dieser Schmerz? Der Schmerz kommt daher, dass ich nicht einfach in den Iran reisen kann, um vor Ort mehr über meine Herkunft herauszufinden. Ich kann nicht an das Grab meines Onkels gehen, der für mich ein Held und Freiheitskämpfer war. Es fühlt sich an wie eine riesige Lücke in meinem Herzen, die ich niemals werde schließen können. Sprechen Sie mit Ihrer Familie über den Iran, wenn der Schmerz Sie einholt? Meine Mutter nach Heimweh zu fragen, würde sie ruinieren. In der Familie sprechen wir nicht über den Kern des Lebens in der Diaspora, weil wir schon zu viele Verluste und Schicksalsschläge erlebt haben. Menschen, die im Exil leben, fühlen eine ganz eigene Art von Schmerz. Jeder Einzelne von uns fühlt sich im Stich gelassen und einsam. Wenn wir mehr über unsere Sehnsucht sprechen würden, würden wir daran zerbrechen. Das klingt, als hätten Sie auch die Hoffnung auf einen Wechsel des Terrorregimes und eine Reise in den Iran aufgegeben. Ich bin hoffnungslos. Es klebt so viel Blut an den Händen der Mullahs. Sie sind Monster. Meine Mutter hat noch Hoffnung, und dafür bewundere ich sie sehr. Sie ist mein größtes Licht. Ich wünsche mir, dass sie in diesem Leben noch einen freien Iran erlebt. Sie wohnen aktuell wieder mit Ihrer Mutter zusammen, warum? Meine Mutter hat mich gerettet. Ich lebte in einer Traumwohnung, die für mich zur Hölle wurde, weil die Einsamkeit mich zermürbte. Als meine Mutter mich dort das zweite Mal besuchen kam, merkte sie sofort, dass es mir elendig ging. Ich war noch nie in so einem Loch wie in dieser Phase. Was meinen Sie damit? Ich trank unter der Woche Alkohol, viel zu viel. Da standen Weinflaschen über Weinflaschen in meiner Wohnung. Ich hatte schlaflose Nächte und konnte nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden. Mit der Einsamkeit kam der Alkohol und damit keine schönen Gedanken. Gedanken, vor denen ich mich selbst gefürchtet habe. Wie konnte Ihre Mutter Sie aus diesem Loch holen? Sie kam, setzte sich zu mir auf die Couch, ich legte meinen Kopf in ihren Schoß und sie kraulte meine Stirn. In dem Moment begriff ich, dass es nichts bringt, meine Gedanken zu verdrängen. Wir beschlossen, wieder zusammenzuziehen. Sie holte mich aus der Einsamkeit. Das ist Ihrer Mutter nicht immer gelungen. Sie schreiben in Ihrem Buch "Papa weg. Mama müde. Ich laut." , dass Sie schon als Kind oft einsam waren. Meine Mutter hat damals für meinen Bruder und mich gelebt. Sie hat sich komplett hinten angestellt, hatte keine Freundinnen, ist nie ausgegangen. Sie hat von Montag bis Samstag gearbeitet und viele Überstunden gemacht. Sonntag war ihr freier Tag – oft ihr Migräne-Tag, weil sie erschöpft war. Ich habe lange gebraucht, um zu realisieren, wie viel sie für mich gemacht hat. Manchmal kommen Antworten später als gedacht, aber man muss darauf vertrauen, dass sie kommen. Sie schreiben auch, dass Sie sich nach der Trennung Ihrer Eltern lange als "papaloses Papa-Kind" fühlten. Ist das heute anders? Ja, ich fühle mich befreit und vermisse es nicht mehr, keine Vaterfigur zu haben. Mittlerweile kann ich über meine Kindheit und meinen Vater sprechen, ohne dabei an meinen Tränen zu ersticken – nur wenn ich auf TikTok-Videos sehe, bei denen Bräute von ihren Vätern zum Altar geführt werden, da muss ich ganz schnell hochwischen.



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