Syrien: Deutsche Journalistin vermisst
Mitte Januar griffen die Streitkräfte der Syrischen Übergangsregierung die autonome Region Rojava in Syrien an. Seither sind zwei Journalisten verschwunden. Die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann wird in Syrien vermisst. Darauf machen sowohl die Nichtregierungsorganisation (NGO) Peoples Bridge als auch "Menschen Machen Medien" (MMM), dem Magazin der Journalistenvertretung der Gewerkschaft Verdi, aufmerksam. Auch der türkische Journalist Ahmed Polad wird in dem Zusammenhang vermisst. Sie sollen bei dem Angriff der Streitkräfte der Syrischen Übergangsregierung (STG) am 18. Januar in Rakka verschleppt worden sein. Die demokratischen Kräfte Syriens (SDF) hatten noch versucht, Zivilistinnen und Zivilisten aus der Hauptstadt des Gebiets der "Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien", auch Rojava genannt, zu evakuieren. Es gelang ihnen laut "Peoples Bridge" allerdings nicht sofort vollständig. Aktuelle Informationen legen demnach nahe, dass Michelmann und Polad von STG-Kräften in ein Fahrzeug gebracht und danach nie wieder gesehen wurden. Krieg in Nahost: Macron verlegt Kriegsschiffe ins Mittelmeer – auch Flugzeugträger Newsblog: Aktuelle Entwicklungen zum Krieg in Nahost Auswärtigem Amt ist Verschwinden bekannt Durch den Strom- und Internetausfall wurde das Verschwinden der beiden Journalisten erst nach über einem Monat bekannt. Der Rechtsanwalt der Angehörigen von Michelmann, Roland Meister, erklärte gegenüber MMM: "Erst nachdem Telefon und Internet wieder funktionierten, wurde festgestellt, dass sich Michelmann und Polad nicht in die weiterhin von der kurdischen Selbstverwaltung gehaltenen Stadt Kobanê zurückziehen konnten". Davon war zunächst ausgegangen worden. Das Auswärtige Amt ist über das Verschwinden von Michelmann informiert, wie MMM unter Berufung auf einen Sprecher des Amtes berichtet. Über daraus folgende konkrete Schritte und mögliche Ergebnisse gebe man allerdings aus Datenschutzgründen keine Auskunft.