MTB Frame Development – Episode 14: Zweiter Prototyp im EFBE-Test
Während der erste VHP-X Prototyp aktuell im Feld getestet wird, befindet sich der zweite Rahmen bereits im Prüflabor EFBE, um die Struktur unter kontrollierten Bedingungen zu untersuchen.
[toc]
Video: MTB Frame Development – Episode 14
Zwei Prototypen – unterschiedliche Testschwerpunkte
Der Fokus bei der Entwicklung des VHP X liegt derzeit auf zwei parallelen Schienen: Während der erste Rahmen dazu dient, das Konzept auf dem Trail zu validieren und erste Fahr- sowie Belastungseindrücke zu sammeln, wird der zweite Prototyp im Labor untersucht. Ziel ist es, das Verhalten des Rahmens unter wiederholten Lastzyklen genau zu verstehen.
Konstruktiv sind beide Rahmen weitgehend identisch, wobei beim zweiten Modell bereits Optimierungen aus der ersten Iteration eingeflossen sind. Die Toleranzen der Carbonrohre wurden so weit verfeinert, dass sie nun ohne Nacharbeit montiert werden können. Damit rückt der Prozess deutlich näher an einen seriennahen Aufbau heran. Zudem wurde am Sitzrohr-Lug mit einer Infusionslösung gearbeitet, um die strukturellen Eigenschaften in diesem Bereich weiter zu verbessern. Das Grundkonzept bleibt dabei bestehen: CNC-gefräste Aluminium-Lugs werden mit filamentgewickelten Carbonrohren strukturell verklebt.
Warum Labortests unverzichtbar sind
Testfahrten im Gelände liefern wichtige subjektive Eindrücke, sagen jedoch nur begrenzt etwas über die langfristige Haltbarkeit aus. Da strukturelle Schäden oft nicht durch einen einzelnen harten Schlag, sondern durch tausende wiederholte Lastzyklen entstehen, ist die Simulation im Labor entscheidend. Dort lassen sich Belastungen kontrolliert und reproduzierbar darstellen.
Ein zentraler Punkt ist die Prüfung der Betriebsfestigkeit, um sicherzustellen, dass das Material für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet ist. Eine wichtige Referenz bietet hierbei die ISO-Norm 4210. Der VHP-X Rahmen ist klar im Gravity-Segment angesiedelt, was im Bereich der Einsatzkategorien der Stufe 5 (Downhill) entspricht, bei der große Sprünge und hohe Geschwindigkeiten vorausgesetzt werden.
Der EFBE TRI-TEST
Für die Laborgutachten wurde das spezialisierte Prüflabor EFBE beauftragt. Der Rahmen durchläuft dort den sogenannten TRI-TEST, der verschiedene Szenarien wie Ermüdungs-, Maximallast- und Überlasttests kombiniert.
Die ersten Prüfungen sind bereits angelaufen, beginnend mit dem Pedallast-Test. Dabei werden wiederholte Kräfte über den Tretlagerbereich eingeleitet. Dieser Test ist besonders aufschlussreich, da vorangegangene FEM-Simulationen gezeigt haben, dass der Bereich rund um das Tretlager zu den am stärksten belasteten Zonen der Konstruktion gehört.
Hintergründe im Detail
Im aktuellen Entwicklungsupdate werden die technischen Hintergründe vertieft:
- Die Notwendigkeit von Labortests für die Sicherheit.
- Die Definition von Normen und Standards im Mountainbike-Bereich.
- Die Einteilung der Einsatzkategorien von Enduro bis Downhill.
- Die Funktionsweise und der Ablauf des EFBE TRI-TESTs.
Im nächsten Update werden die weiteren Testergebnisse und die daraus resultierenden Konsequenzen für das Rahmendesign thematisiert.
Welche Prüfverfahren interessieren euch am meisten – die Maximallast-Tests oder die Langzeit-Ermüdungstests?
Hier findest du die spannendsten Mountainbike-Videos – und das sind die letzten fünf Bike-Videos:
- MTB Frame Development – Episode 14: Zweiter Prototyp im EFBE-Test
- Wyn Masters verrät: So viel verdient ein Enduroprofi!
- MTB Frame Development – Episode 13: Erste Fahrten und Bonding-Tests
- Back to the Roost: Stevie Schneider lässt es stauben
- MTB Frame Development – Episode 12: Kompletter Aufbau & erste Ausfahrt
