Die Schiedsrichter und der Videoassistent (VAR) standen beim vergangenen Bundesliga-Spieltag besonders im Fokus. Deniz Aytekin wird in der hitzigen Debatte deutlich. In fast allen Bundesliga-Stadien haben die Unparteiischen und ihre Videoschiedsrichter (VAR) im Kölner Keller am vergangenen Wochenende mächtig Ärger und Unverständnis bei den Klubs ausgelöst. Köln-Trainer Lukas Kwasniok "geht es einfach auf den Sack", für Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß war es die "schlechteste Schiedsrichterleistung, die ich je gesehen habe", für Heidenheims Sirlord Conte ist die "automatische Abseitsfunktion einfach Blödsinn", und laut Sky-Experte Didi Hamann haben die technischen Hilfsmittel dem Fußball "wenig bis nichts gegeben, aber alles genommen". Da war es schon fast die Ausnahme, dass Deniz Aytekin beim Top-Spiel am Sonntagabend zwischen Stuttgart und Leipzig nach dem Spiel nicht im Mittelpunkt der Debatten stand. Dennoch äußerte sich der 47-Jährige zu den Situationen seiner Kollegen bei DAZN. Nach Hoeneß-Kritik: "Dingert ein herausragender Schiri" So sei es der Anspruch eines jeden Unparteiischen, dass er alle Situationen auf dem Platz richtig entscheide. Dass Bayern-Boss Uli Hoeneß die Leistung seines Kollegen Christian Dingert so heftig kritisierte, "trifft uns alle", sagte Aytekin. "Je größer die Persönlichkeit ist, desto mehr trifft es nicht nur den einzelnen, sondern alle Schiedsrichter", führte er weiter aus. Ärger nach Leverkusen-Spiel: Kompany tobt wegen dieser vier Szenen – Schiri gibt Fehler zu Dingert sei ein "herausragender Schiedsrichter, der sehr viel erreicht hat", nahm er seinen Kollegen in Schutz. Zudem habe er die "Anhäufung an Situationen nicht kreiert". Die Aussagen von Uli Hoeneß bewertete der langjährige Bundesliga-Unparteiische als "aus der Emotion", und er sei sicher, dass "Uli Hoeneß es in der Art und Weise nicht so gemeint hat." Der Fußball sei eben nicht nur schwarz oder weiß, "deswegen kommen Diskussionen auf". Durch die technischen Hilfsmittel seien die Erwartungen an fehlerfreie Spiele zudem enorm hoch. Die Akzeptanz, dass beispielsweise dadurch Abseitsentscheidungen millimetergenau aufgelöst werden können, sei jedoch "etwas dürftig". Denn dort komme immer wieder die Frage nach dem Vorteil auf, wenn nur die Fußspitze im Abseits sei. "Aber das ist halt die Regel und wir können nicht sagen, dass wir die umgehen", machte er das Dilemma der Unparteiischen deutlich. Zudem warb er für zusätzliches Verständnis für die Bundesliga-Schiedsrichter. Ein Spiel von 22 Hochleistungssportlern zu leiten, sei "eine andere Nummer". Außerdem fügte er hinzu: "Da kommst du physiologisch an deine Grenzen." Man arbeite hart, um die Fehlerquoten zu minimieren, "aber am Ende ist es menschlich."