"Tatort: Unvergänglich Teil 2": Allerletzter Einsatz für Batic und Leitmayr
Nach dem starken Auftakt wird es emotional: Teil 2 des Münchner "Tatort"-Finales setzt stärker auf Abschied und Freundschaft.
Mit "Unvergänglich Teil 1" hat der Münchner "Tatort" gezeigt, dass ein Abschied nicht automatisch in Nostalgie versinken muss. Der Auftakt zum Finale von Batic (Miroslav Nemec, 71) und Leitmayr (Udo Wachtveitl, 67) war vor allem ein packender, düsterer Krimi mit viel Spannung und fesselnden Szenen.
Nun folgt am Ostermontag ab 20:15 Uhr im Ersten mit Teil 2 der eigentliche Schlussstrich - und der bleibt bis zuletzt ein Stück weit unter Verschluss. Nicht nur die Zuschauer wissen noch nicht, wie das letzte Kapitel für das Kult-Duo endet, auch im Vorfeld wurde um die finalen Minuten für sämtliche Pressevertreter ein großes Geheimnis gemacht. Um den Abschied der Münchner Ermittler rankt sich also nicht nur Wehmut, sondern auch echte Spannung darüber, wie genau ihr letzter gemeinsamer Fall ausgehen wird.
Nach dem nervenaufreibenden ersten Teil rückt nun stärker das in den Mittelpunkt, was nach dem aktiven Dienst bleibt. Wie fühlt sich der Ruhestand an, wenn man jahrzehntelang fast nur über die Arbeit definiert war? Und was passiert, wenn ein Fall eben doch noch nicht abgeschlossen ist? Genau daraus zieht Teil 2 seinen Reiz - auch wenn der Film insgesamt etwas stärker auf Abschiedsstimmung und Nostalgie setzt als der packende Auftakt.
Das ist bisher passiert
Vier Tage vor dem Ruhestand wurden Ivo Batic und Franz Leitmayr in einen verstörenden letzten Fall gezogen. Tief unter der Stadt war die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche einer Frau entdeckt worden - ein rätselhafter Fund ohne klare Spuren. Die Ermittlungen führten zu einem Geflecht aus untervermieteten Wohnungen, versteckten Zugängen und einem Täter, der sich offenbar mit Schlüsseln Zugang zu fremden Orten verschafft.
Ins Zentrum rückte schließlich der dubiose Mike Werner, doch die Lage wurde noch unübersichtlicher, als Kara Roth auftauchte. Die junge Frau war nach einer Überdosis Captagon psychisch schwer angeschlagen, trug aber einen auffälligen Schlüsselbund bei sich und schien mehr über den Fall zu wissen, als sie zunächst sagen konnte. Zwar lief alles auf einen dramatischen Showdown hinaus, doch schon zum Ende von Teil 1 blieb der Eindruck, dass noch nicht alle Fragen beantwortet sind.
Darum geht's in "Tatort: Unvergänglich Teil 2"
Der Ruhestand macht weder Batic noch Leitmayr wirklich glücklich. Die neuen Aufgaben bringen nicht die erhoffte Erfüllung, stattdessen machen sich Einsamkeit und Sinnkrise breit. Dann klingelt plötzlich Franz Leitmayrs Handy: Kara Roth (Lara Feith, 31) meldet sich mit einer verzweifelten Nachricht. Sie schwebe in Lebensgefahr und der alte Fall sei ganz anders gelaufen, als sie damals zu Protokoll gegeben habe. Kurz darauf ist ihr Handy tot - und Kara verschwunden.
Für die beiden Ex-Kommissare ist damit klar, dass sie den Fall nicht auf sich beruhen lassen können. Zwar sieht ihr weiterhin aktiver Kollege und Nachfolger Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer, 32) offiziell keinen Anlass für neue Ermittlungen - der Fall gilt als geklärt, ein Geständnis liegt vor. Doch Batic und Leitmayr folgen ihrem unguten Gefühl und machen sich auf eigene Faust an die Arbeit. Ohne Dienstausweis, ohne Dienstwaffe, ohne die Möglichkeiten der Polizei - dafür aber mit Freiheiten, die sie früher nicht hatten. So beginnt eine ungewöhnliche Privatermittlung, bei der die beiden in das Visier mächtiger Gegner geraten.
Lohnt sich das Einschalten?
Ja - allerdings aus etwas anderen Gründen als noch bei Teil 1. Der zweite Film ist weniger der straffe, düstere Spannungs-Krimi des Auftakts, sondern stärker ein Ausklang für zwei Figuren, die das Münchner "Tatort"-Gesicht über Jahrzehnte geprägt haben. "Unvergänglich Teil 2" interessiert sich spürbar für das Danach, für die Leere nach dem Beruf und für die Frage, was von diesem Duo übrig bleibt, wenn der Polizeialltag plötzlich vorbei ist.
Das macht den Film stellenweise wehmütiger und etwas nostalgischer. Nicht jede Passage entwickelt denselben Sog wie der erste Teil, der stärker über Fall und Bedrohung funktionierte. Dennoch hat auch der Abschluss seinen Reiz - vor allem, weil er Batic und Leitmayr nicht einfach nur in den Ruhestand schickt, sondern sie noch einmal gemeinsam ins Zentrum rückt. Wer vor allem einen knallharten Krimi erwartet, dürfte den Auftakt der Abschiedsdoppelfolge als deutlich stärkeren Film empfinden. Zuschauer, die sich auf den emotionaleren Abschied einlassen wollen (und natürlich alle großen Batic-und-Leitmayr-Fans), bekommen zum Finale noch einmal einige sehr typische Münchner "Tatort"-Momente serviert. Ein absolut würdiger Abschied eines absoluten "Tatort"-Kultteams.
