Sepp Straka hat am Freitag bei den RBC Heritage zwar mit ein wenig Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, bringt am Ende im Harbour Town Golf Links aber die 67 (-4) zum Recording und mischt damit beim 20 Millionen Signature Event vor dem Wochenende im absoluten Spitzenfeld mit.
Nach dem ziemlich verpatzten Finaltag und Rang 41 in Augusta, haderte Sepp Straka vor allem mit seiner Leistung auf den Grüns, die in der gesamten Masters-Woche nach eigener Aussage nicht seinem Standard entsprach. Dementsprechende Trainingseinheiten schob Österreichs Nummer 1 im Vorfeld der RBC Heritage am Putting Green ein und konnte dabei seine Performance sichtlich stabilisieren.
Zum Auftakt hielt er Fehler generell den gesamten Spieltag über gekonnt von der Scorecard fern, lochte teils unangenehme Tester zum Par und durfte sich am Weg zur makellosen 66 (-5) über drei Birdies und sogar ein Eagle freuen. Nach der starken Auftaktrunde nimmt der noch 32-jährige die zweite Runde von Rang 10 aus in Angriff und weist selbst auf Spitzenreiter Ludvig Aberg (SWE) nur drei Schläge Rückstand auf.
Gleich auf der 1 legt er sich am Nachmittag dann eine richtig gute Birdiemöglichkeit auf, allerdings hat er in der frühen Phase den Putter noch nicht so richtig auf Temperatur und lässt die dicke Chance aus drei Metern ungenützt verstreichen. Auch das Par 5 der 2, wo zum Auftakt sogar der Adler landete, lässt nach verzogenem Drive und knapp verfehltem Grün noch nichts springen, womit er zumindest vorerst mit den durchwegs guten Scores noch nicht Schritt halten kann.
Das ändert sich zum Leidwesen von Österreichs Nummer 1 auch danach nicht, denn auf der zweiten langen Bahn bringt er die Attacke zwar knapp neben dem Kurzgemähten unter und chippt bis auf einen Meter zur Fahne, der 14. Schläger bleibt aber eiskalt und verweigert einmal mehr die Birdiemitarbeit. Fast schon trotzig stopft er dafür direkt danach auf der 6 aus gut sechs Metern und holt sich so den längst überfälligen ersten roten Eintrag ab.
Sepp kommt ins Rollen
Nachdem er sich danach auf der 7 jedoch neben dem Grün einbunkert und am Ende den ersten Schlagverlust im Turnier nach verschobenem Zweimeterputt nicht mehr abwenden kann, währt die Freude nur einigermaßen kurz. Das lockt den vierfachen PGA Tour Champion aber sichtlich aus der Reserve, denn zunächst lässt er sich am kurzen Par 4 der 9 selbst von einem versandeten Tee Shot nicht vom nächsten Birdie abhalten und locht danach auf der 10 sogar aus knapp neun Metern, womit er sich langsam aber sicher in den gesuchten Rhythmus grooved.
Nur kurz gönnt er sich dann auf der 11 eine kleine Verschnaufpause, ehe bereits auf der 12 aus vier Metern der nächste Birdieputt fällt, womit sich Sepp auch endgültig wieder unter die Top 10 arbeitet. Auch danach hat er auf den hinteren Neun alles bestens im Griff und nachdem er schließlich mit Chip & Putt auch vom letzten Par 5 das erhoffte Birdie mitnimmt, tastet er sich immer näher sogar bereits an die Top 3 heran.
Am Dogleg der 16 treibt er sich den Puls dann nach einem Drive in die sandige Native Area etwas nach oben, locht am Ende aber den wichtigen Parputt aus drei Metern und hält sich so weiterhin im absoluten Spitzenfeld. Auf der 18 muss er dann nach etwas lang ausgerollter Annäherung noch einmal Gefühl beweisen, kratzt am Ende das Par aber souverän auf die Scorecard und unterschreibt so schließlich die 67 (-4). Damit weist er zwar auf Matt Fitzpatrick (ENG) nach dessen 63er Traumrunde bereits fünf Schläge Rückstand auf, bei 9 unter Par startet er aber als etwa 4. aus dem Spitzenfeld ins Wochenende und hat wohl durchaus auch noch Außenseiterchancen auf den ganz großen Wurf.
Leaderboard RBC Heritage