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FDP sucht neuen Chef | Kubicki vs. Höne – wer die Nase vorn hat

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Der Kanzler hat die FDP für tot erklärt, die aber macht gerade wieder viel von sich reden: Bei den Liberalen kommt es absehbar zur Showdown-Wahl um den Parteivorsitz. Wer die Nase vorn hat und was auf dem Spiel steht. Christian Lindner , Christian Dürr – und jetzt bald Wolfgang Kubicki? Oder doch Henning Höne? Ein Jahr nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag ist in der FDP ein offener Kampf um den Parteivorsitz entbrannt. Entschieden wird er beim Bundesparteitag in Berlin am 31. Mai, also in knapp sechs Wochen. Wie schlimm steht's derzeit um die Liberalen? Welchen Kurs wollen Kubicki und Höne einschlagen? Und kann der Wettstreit um die Parteispitze der FDP nutzen, oder schadet er ihr womöglich noch? Ein Überblick. Die Ausgangslage: Die FDP am Abgrund Für die FDP sieht es derzeit gar nicht gut aus, wieder einmal. Seitdem sie vor einem Jahr aus dem Bundestag geflogen ist, zum zweiten Mal binnen zwölf Jahren, dümpelt die Partei in den Umfragen stabil unterhalb der wichtigen Marke von fünf Prozent, die es braucht für den Einzug in ein Parlament. Manche Meinungsforschungsinstitute führen die Liberalen gar nicht mehr gesondert auf, weil der Zuspruch nicht mehr messbar ist. Zuletzt scheiterte die Partei auch noch im liberalen Stammland Baden-Württemberg an der Fünfprozenthürde. Seitdem herrscht Panik bei den Freidemokraten. Innerhalb der FDP hatten nicht wenige mit einem schwierigen Start in die zweiten außerparlamentarischen "Schattenjahre" gerechnet. Zu schwer lastete für einen großen Teil der Wähler die Beteiligung an der Ampelkoalition auf der Partei. Ein anderer, eher etwas kleinerer Teil wiederum wandte sich enttäuscht von den Liberalen ab, weil sie erneut den Anschein erweckten, nicht regierungsfähig zu sein. Als nach einigem Holpern und Stolpern im Frühjahr 2025 der frühere Chef der Bundestagsfraktion, Christian Dürr, erklärte, er wolle die Führung der FDP übernehmen, atmeten viele Mitglieder und Funktionäre dennoch auf. Nach dem Abdanken von Christian Lindner, der keinen echten Nachfolger aufgebaut hatte, schien es schon schwierig genug, überhaupt jemanden für diesen Job zu finden. Zumindest einen, der etwas Erfahrung und Bekanntheit mitbringt und noch dazu vermag, die teils widerstreitenden Flügel der Partei zu einen. Dürr trauten das anfangs viele zu. Doch er erfüllte die Erwartungen nicht. Bald warfen Kritiker ihm und seiner Generalsekretärin Nicole Büttner vor, zu wenig zu führen, auf die falschen Themen und Begriffe ("Radikale Mitte") zu setzen. Ernüchterung machte sich breit. Spätestens nach dem Super-GAU in Baden-Württemberg im März dieses Jahres war klar: Die Geduld ist aufgebraucht, mit Dürr geht es nicht weiter, es braucht einen neuen Chef. Der Rest ist jüngere Geschichte: Der Parteivorstand trat geschlossen zurück, Dürr trat sogleich wieder an, sein Herausforderer Henning Höne, Chef der Landes-FDP in NRW, brachte sich in Stellung. An Ostern zog mit Wolfgang Kubicki der aktuell wohl bekannteste Politiker der Partei nach, was Dürr wiederum zum Rückzug bewog. Noch einmal mehr steht die FDP am Abgrund, für die Liberalen geht es 2026 um alles oder nichts. Zunächst aber geht es ums Personal. Wolfgang Kubicki: Der Recke aus dem Norden Kubicki gilt für Beobachter innerhalb und außerhalb der Partei derzeit als Favorit für die Nachfolge von Dürr. Er ist bekannt, hat stets einen markigen Spruch auf den Lippen und kann so die nötige mediale Aufmerksamkeit generieren, die eine Partei in der außerparlamentarischen Opposition braucht, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Der 74-Jährige war und vertrat in der FDP schon gefühlt alles, nur Minister und Parteichef ist er bislang nie gewesen. Mit 19 trat er in seiner Heimat Schleswig-Holstein nicht nur der Partei bei, sondern auch den Jungdemokraten, der einst linksliberalen Jugendorganisation der FDP, die in den 1980er-Jahren von den eher marktwirtschaftlich geprägten Jungliberalen (Julis) abgelöst wurde. Lange galt er in der Folge als Teil des sozialliberalen Flügels der Partei, der sich vor allem für Bürgerrechte starkmacht und der anschlussfähig bleiben will, auch zu Sozialdemokraten und Grünen. Über die Jahre und Jahrzehnte aber wandelte sich seine Haltung. Inzwischen ist Kubicki Teil einer innerparteilichen Gruppe, die sich "Ottos Erben" nennt. Dabei handelt es sich um eine lose Verbindung von Wirtschaftsliberalen, die sich in der Tradition des früheren Bundeswirtschaftsministers Otto Graf Lambsdorff sehen und der auch Libertäre wie der einstige Euro-Kritiker Frank Schäffler angehören. Entsprechend dürfte der Kurs, den Kubicki als möglicher Parteichef mit der FDP einschlagen will, eher der einer wirtschaftsliberalen Partei sein, vermutlich mit einem eher konservativ-bürgerlichen Anstrich. Dazu passt in den Augen vieler, dass Kubicki im Falle seiner Wahl Martin Hagen zum Generalsekretär machen will. Hagen stammt aus Bayern und war einst der Ziehsohn der bürgerrechtsliberalen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Inzwischen aber leitet er als Geschäftsführer die konservative Denkfabrik "Republik 21", nachdem er als aktiver Politiker weit früher als andere in der FDP etwa auf eine striktere Migrationspolitik gesetzt hatte. Einer, der die Partei aus dem Effeff kennt, sagt über Kubicki: "Er bringt alles mit, um die Partei in ihrer schwierigen Lage wieder ins Rampenlicht zu rücken. Was ihm aber fehlt, ist eine Vision für die Zukunft." Ein Punkt, den mancher ihm aber auch verzeihen dürfte, denn Kubicki hat bereits angekündigt, das Amt des Vorsitzenden lediglich ein Jahr bekleiden zu wollen, als eine Art Übergangspapst, bis ein weiteres Mal weißer Rauch aufsteigt. Henning Höne: Der Underdog aus Düsseldorf Henning Höne, 39 Jahre alt, Chef des größten Landesverbandes NRW, war wie Kubicki im vergangenen Jahr einer der drei stellvertretenden Parteichefs hinter Christian Dürr, trat als solcher jedoch kaum in Erscheinung. Genau das ist der Makel, mit dem Höne in den Wettstreit um den Vorsitz zieht: Nicht einmal in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen ist er als Vorsitzender der kleinsten Oppositionsfraktion wirklich bekannt, jenseits dessen dürften viele Menschen seinen Namen jetzt überhaupt zum ersten Mal hören. Auch wenn er zu den Revoluzzern gegen Dürr zählte und seine Kandidatur für den Spitzenposten vor Kubicki erklärte, ist er im Rennen der Herausforderer mit weit geringeren Chancen. Prominente Unterstützer in der FDP hat Höne trotzdem. Die wichtigste: Marie-Agnes Strack-Zimmermann , neben Kubicki die zweite Lautsprecherin der Liberalen, hat sich hinter Höne gestellt. Was viele in der Partei als Zeichen auch für den möglichen Kurs Hönes deuteten: MASZ, wie die Europapolitikerin intern oft abgekürzt wird, gilt als die Speerspitze derer, die man heute noch Sozialliberale bezeichnen könnte. Leicht ließe sich so das Bild zeichnen vom weichen Liberalala Höne gegen den harten Wirtschaftsliberalen Kubicki. Doch trifft diese Zuschreibung zu? "Nicht wirklich", sagen übereinstimmend viele in der Partei, sowohl unter den Anhängern Hönes als auch im Kubicki-Lager. Eigentlich sei Höne auch jemand, der wirtschaftsliberale Positionen betont. Nur wirkt seine Vorstellung von Liberalismus im Kontrast zu Kubicki eben doch deutlich "ganzheitlicher". Was man jedoch definitiv sagen kann: Höne verkörpert nicht nur in Stilfragen und wegen seiner relativen Jugend das Zukunftsversprechen für die Partei. Wo Kubicki sich selbst als fleischgewordenen Liberalismus zur Wahl stellt, zeichnet Höne ein schon weit differenzierteres, konkreteres Bild einer Politik für die Freiheit von morgen. Zuletzt etwa schrieb er in einem "Welt"-Gastbeitrag davon, dass Bildung eine zentrale Säule seiner Politik sein müsse, dass Kinder konsequent ans Leistungsprinzip herangeführt werden sollte. Und dass Liberale die Antwort finden müssten auf die Frage nach den wichtigsten Innovationen, etwa in der Krebsforschung. "All das ist schon ein Pluspunkt, das wirkt durchdachter als bei Kubicki", heißt es von einem aus dem aktuellen Bundesvorstand, "das finden viele in der Partei schon gut. Die Frage ist nur: Dringen wir mit der Botschaft durch, wenn dem Überbringer der Botschaft niemand zuhört, weil ihn keiner kennt?" Der Ausblick: Beide brauchen einander Prognosen über den Ausgang des Parteitags Ende Mai lassen sich seriös kaum anstellen. Anders als in echten Wahlkämpfen um die Stimmen in der Bevölkerung erheben Demoskopen bei Kampfkandidaturen innerhalb von Parteien keine repräsentativen Meinungsbilder. Und doch sind sich selbst im Lager von Henning Höne die meisten einig, dass Kubicki aus den genannten Gründen die Nase derzeit vorn hat. Und im Kubicki-Lager heißt es: weit vorn. So oder so, die Aufgabe, die am Ende der eine oder der andere übernehmen muss, wird alles andere als leicht. Vor der FDP liegen in diesem Jahr noch drei Landtagswahlen, bei denen sie nach aktuellem Umfragestand fast nur verlieren kann. Am besten sieht es noch in Berlin aus, dort stehen die Liberalen derzeit bei vier Prozent. In Sachsen-Anhalt, wo man derzeit sogar noch mitregiert, und in Mecklenburg-Vorpommern jedoch sind die Aussichten so schlecht, dass die FDP dort eigentlich gar nicht antreten müsste. Wichtiger als die Wahlen in diesem Jahr werden darum die im kommenden, und zwar auch für Kubicki und Höne ganz persönlich: Am 18. April wählt zunächst Schleswig-Holstein, wo Kubicki als lokales FDP-Zugpferd gesetzt ist, eine Woche später am 25. April ist Nordrhein-Westfalen dran, wo Höne als Spitzenkandidat den Wiedereinzug in den Landtag schaffen muss. In jeder möglichen Konstellation also gilt: Beide brauchen einander, niemand darf aus dem Kampf um die Spitze so beschädigt hervorgehen, dass er seine eigentliche Rolle nicht mehr ausüben kann. Und: Die Partei darf sich in der Folge des Parteitags nicht weiter zerstreiten, spalten. "Bestenfalls gelingt ein Aufbruch, idealerweise dient der Wahlkampf um den Vorsitz auch der inhaltlichen Auseinandersetzung", sagt ein Präsidiumsmitglied. Und vielleicht, so heißt es aus verschiedenen Ecken, zieht Höne ja doch noch zurück, wenn er merkt, dass seine Niederlage gewiss ist, auch wenn er das aktuell noch ausschließt. In diesem Fall könnte er den jetzt laufenden Wettstreit als Chance nutzen, um sich für künftige Personalfragen zu empfehlen - und am Ende mit Kubicki womöglich gar einen Pakt schließen: Erst Du, dann ich.



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