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Kash Patel: Trumps FBI-Direktor liefert sich heftigen Schlagabtausch

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Ein Investigativreport erhebt schwere Vorwürfe gegen FBI-Direktor Kash Patel. Nun wehrte er sich bei einer Pressekonferenz. Es kam zu einem heftigen Schlagabtausch. Am Dienstag stand FBI-Direktor Kash Patel im Presseraum des US-Justizministeriums und stellte sich den Fragen der Journalisten. Als der NBC-Reporter Ryan Reilly ihn nach den kürzlich publik gewordenen Vorwürfen zu seinem angeblichen Alkoholmissbrauch fragte, setzte der Trump-Vertraute zu einer beispiellosen Verteidigungsrede an. "Ich will hiermit klarstellen, dass ich auf die Fake-News-Mafia nichts gebe. Je lauter die wird, desto mehr zeigt mir das, dass ich meinen Job richtig mache." Mit dem unter MAGA-Anhängern populären Schimpfwort "Fake News-Mafia" sind liberale, eher Trump-kritische Medienhäuser und Publikationen gemeint. Eines von ihnen hat Patel nun auf 250 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Es handelt sich um das US-Magazin "The Atlantic". Dessen Journalistin Sarah Fitzpatrick hatte vor wenigen Tagen in einem Investigativreport aus dem Inneren der FBI-Behörde berichtet, dass dessen Direktor ein gravierendes Alkoholproblem habe. Im vergangenen Jahr hätten Mitglieder seines persönlichen Sicherheitsteams mehrfach Probleme gehabt, ihn aufzuwecken, weil er stark betrunken gewesen sein soll. Trumps Rächer: Kash Patel wird Trumps Problemfall im FBI Kristi Noem: Ihre Grausamkeit wurde Trump zu gefährlich US-Heimatschutzministerin: Dieser Rauswurf gibt Aufschluss über Trump Am Mittwoch wandten sich sogar Mitglieder des Justizausschusses des US-Senats an Patel. In einem Schreiben fordern sie ihn auf, zu den Vorwürfen des Komasaufens Stellung zu nehmen und einen Zehn-Fragen-Katalog ("AUDIT") zu seinen Trinkgewohnheiten zu beantworten. Der Alkoholtest gilt als Standardprotokoll zur Ermittlung von Suchtverhalten. Die demokratischen Politiker beziehen sich dabei ebenfalls auf den Artikel im "The Atlantic". Investigativreport berichtet von Trinkgelagen Demnach soll Patel regelmäßig Zeit in teuren Nachtklubs in Washington , D.C., und Las Vegas verbringen und dort zum Teil exzessive Trinkgelage abhalten. Er trinke bisweilen so viel, dass er nicht mehr ansprechbar sei. Zudem habe sich Patel vor Kurzem bei Dienstbeginn nicht mehr in das Computersystem des Justizministeriums einloggen können. Der 46-jährige Trump-Hardliner habe daraufhin einen Panikanfall bekommen, weil er wohl glaubte, er sei entlassen worden. So schildern es mehrere anonyme FBI-Quellen, auf die Fitzpatrick sich in ihrem Artikel beruft. Als er auf die Enthüllungen in der Pressekonferenz angesprochen wurde, konterte Patel zunächst mit einer Leistungsbilanz in eigener Sache. "Dieser FBI-Direktor war doppelt so viele Tage im Dienst wie alle anderen FBI-Direktoren vor mir. Das heißt, ich habe zweimal so wenige Tage freigenommen als die vor mir. Das heißt, ich habe nur ein Drittel so viele Urlaubstage genommen wie die vor mir. Das heißt auch, diesem FBI und diesem Justizministerium ist es gelungen, die Mordrate um 20 Prozent zu senken, im Vergleich zur Biden-Administration. Ich bin immer im Dienst, ich komme als Erster und ich gehe als Letzter." Trumps Kriegsminister: Sein religiöser Zorn kennt kaum noch Grenzen Trumps Arbeitsministerin tritt zurück: "Sie hat die Zeichen der Zeit erkannt" Doch NBC-Reporter Ryan Reilly genügten diese Behauptungen nicht. Er bohrte nach. "Was dachten Sie, als Sie sich nicht ins System einloggen konnten. Dachten Sie, Sie seien gefeuert worden?" Patel antwortete: "Lassen Sie uns eine Umfrage machen, wie viele Leute glauben Ihnen wohl?" Reilly blieb hartnäckig: "Bitte beantworten Sie die Frage." Patel wurde nun persönlich: "Das Problem mit Ihnen und Ihrer unbegründeten Berichterstattung ist, dass es sich um eine komplette Lüge handelt. Es ist niemals gesagt worden und es ist niemals passiert. Und ich werde so lange in dieser Regierung arbeiten, wie es der Präsident für richtig hält". Informant: Patel ist "zu Recht paranoid" Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Patel im Amt bleibt, sehen einige bereits im Promillebereich. "Wir warten alle nur noch darauf, dass es offiziell wird", dass Patel seinen Spitzenposten verliert, zitiert Investigativjournalistin Fitzpatrick einen hohen FBI-Beamten. Ein anderer sagte, Patel sei "zu Recht paranoid". Offenbar rumort es nicht nur in der Sicherheitsbehörde, sondern auch im Weißen Haus, wenn es um den FBI-Chef geht. Mit Justizministerin Pam Bondi, Patels Vorgesetzter, hatte Trump bereits Anfang April ein wichtiges Kabinettsmitglied entlassen. Zuvor war auch Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen worden. In dieser Woche nahm dann Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer nach dem Bekanntwerden mehrerer Skandale ihren Hut. Patel, so vermuten Insider, könnte der Nächste sein. Doch der wehrt sich gegen die drohende Demission. Patel, ehemals Mitarbeiter von Trumps Unternehmen Trump Media & Technology Group, die die Plattform Truth Social betreibt, gilt als einer der entschiedensten Befürworter der MAGA-Politik. Er treibt die Agenda des Präsidenten kompromisslos voran und hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, den politischen Gegnern des Republikaners mit allen Mitteln nachzustellen. Vor allem Demokraten, aber auch allen anderen, die sich Trumps Willen nicht beugen. Erst am Montag wiesen führende Vertreter des US-Bundesstaates Michigan eine Forderung des US-Justizministeriums zurück, Wahlunterlagen der Wahl 2024 auszuhändigen. Sie werfen der Regierung von Präsident Donald Trump vor, Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahlen säen zu wollen. Hintergrund ist die von Trump seit Langem verbreitete, unbelegte Behauptung, seine Niederlage 2020 sei auf massiven Wahlbetrug zurückzuführen. Parallel kündigte FBI-Direktor Patel "baldige" Verhaftungen im Zusammenhang mit dem angeblichen Wahlbetrug 2020 an. Journalist: Patel der "Kettenhund von Donald Trump" "Kash Patel ist ein radikaler MAGA-Ideologe, der unser Land unsicherer macht", schrieb der Demokrat Dick Durbin noch vor Patels Ernennung zum FBI-Direktor im vergangenen Jahr. Er habe wiederholt Verschwörungserzählungen verbreitet und werde das FBI instrumentalisieren, um "gegen die Feinde Donald Trumps vorzugehen". Der US-Senator warnte gemeinsam mit anderen hochrangigen Politikern, Patel habe eine Schwarze Liste mit mehr als 60 Personen, die er als Vertreter des "tiefen Staates" ("deep state") betrachte. Diese seien laut Patel "Feinde Amerikas" und müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Der amerikanische Investigativjournalist und Pulitzer-Preisträger David Cay Johnston nannte Patel in einem Interview mit dem Sender PBS "Trumps Kettenhund". Der FBI-Direktor tue alles, um sich beim Präsidenten beliebt zu machen und schrecke auch vor radikalen Maßnahmen nicht zurück. Das könnte ihn in den Augen von Experten auch angesichts der jüngsten Enthüllungen vor einer Entlassung schützen. Patel schlägt unterdessen hart gegen seine Kritiker zurück. Er wehrt sich nicht nur gegen kritische Fragen auf Pressekonferenzen, sondern auch gegen unliebsame Berichterstattung. Die 250-Millionen-Dollar-Klage gegen "The Atlantic" dürfte dabei ganz nach dem Geschmack des Präsidenten sein; auch dieser nutzt das juristische Mittel der Verleumdungsklage, um allzu kritische Berichterstattung zu unterbinden. Der US-Sender MS Now (ehemals MSNBC) bezeichnete die Klage Patels denn auch als "Einschüchterungsversuch". "Er will die Klage gar nicht gewinnen", so der Sender, "er will lediglich Angst verbreiten". Patel: "Auf der Arbeit nie betrunken" Bei der Pressekonferenz im Justizministerium sprach Patel über sich als Durchschnittsbürger. "Ich bin ein ganz normaler Amerikaner, der sein Land liebt, der Eishockey liebt und meine Freunde anfeuert, wenn sie eine Goldmedaille in die Höhe recken und mich einladen, mit ihnen zu feiern." Er spielte damit auf ein Video an, das von ihm während der Olympischen Winterspiele in Italien aufgetaucht war. Darauf ist zu sehen, wie der FBI-Direktor mit dem US-Hockeyteam in der Kabine den Gewinn der Goldmedaille feiert. Patel gibt bei der ausgelassenen Party offensichtlich den Takt an: Er öffnet eine Flasche Bier, schüttet sie sich in einem Zug in den Hals und stimmt ein patriotisches Lied an. Das Video hatte nicht nur in sozialen Netzwerken Verwunderung ausgelöst. Danach schossen die Gerüchte über Patels vermeintlich problematischen Umgang mit Alkohol erneut ins Kraut. Nun sagte er im Schlagabtausch mit den Journalisten: "Ich war bei der Arbeit noch nie betrunken, und deshalb haben wir eine Verleumdungsklage in Höhe von 250 Millionen Dollar eingereicht. Und wer von euch sich daran beteiligen will, nur zu, wir sehen uns vor Gericht." Damit überließ er dem Justizminister Todd Blanche das Rednerpult. Für weitere Nachfragen war Kash Patel an diesem Nachmittag nicht mehr zu erreichen.



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