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König Charles III. trifft Donald Trump: Kann er die Krise lösen?

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Eine falsche Flagge, viel königlicher Pomp und ein riskanter Auftrag: König Charles III. kommt nach Washington, um Donald Trump zu umwerben. Aber kann der Monarch den unberechenbaren US-Präsidenten wirklich zähmen? Bastian Brauns berichtet aus Washington Den ersten Fauxpas konnte das Protokoll vor einigen Tagen noch schnell beheben. Für den britischen König ließ man an den Laternenmasten rund um das Weiße Haus den "Union Jack", die britische Nationalflagge, anbringen. An mehreren Pfählen hing dann aber plötzlich die australische Landesflagge. Zwar ähneln die Fahnen einander und Charles III. ist auch offizielles Staatsoberhaupt Australiens. Auf den Straßen Washingtons ließ der Spott für die Trump-Regierung jedoch nicht lange auf sich warten. Ohne weiteren Kommentar wurden die Flaggen rasch ausgetauscht. Der heute beginnende dreitägige Staatsbesuch von König Charles III. und Königin Camilla mag auf den ersten Blick wie aus der Zeit gefallen wirken. Für Donald Trump und für die britische Regierung unter Keir Starmer ist er jedoch persönlich und politisch extrem aufgeladen. Der König kommt im Auftrag des Premierministers in die USA. Darüber wird alles Zeremoniell kaum hinwegtäuschen können. Denn die "special relationship", die ganz besondere Beziehung, zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten hat ausgerechnet im 250. Jahr der Unabhängigkeit der USA von der britischen Krone große Risse bekommen. Die Hoffnung der Briten: Charles soll irgendwie kitten, was möglich ist – ob politisch, wirtschaftlich oder militärisch. Die Monarchie als Projektionsfläche für Trump Ein Königreich für Donald Trump – das mag angesichts der amerikanischen Revolution ironisch klingen. Und doch trifft es den Kern der Reise von Charles III. Denn Donald Trump liebt die Inszenierung von Monarchie und all den königlichen Pomp. Schon bei seinem Staatsbesuch 2019 in London schwärmte er von der Pracht, von der Aura der Krone, von der historischen Tiefe, die ihm im eigenen Land offenbar fehlt. Die britischen Royals sind für Trump eine Projektionsfläche für das, was er selbst gerne wäre. Vor allem aber bedeutet es für ihn eine außerordentliche Auszeichnung: Wer vom König empfangen wird, der gehört dazu. Nicht ohne Grund betonte Keir Starmer bei seinem eigenen Antrittsbesuch im Weißen Haus, dass der US-Präsident nach 2019 sogar ein zweites Mal einen Staatsbesuch im Königreich bekommen werde. Trump durfte noch mal – und wurde von Charles 2025 auf Schloss Windsor empfangen. Wird diese monarchische Umschmeichelungsstrategie noch einmal aufgehen? In einem Interview vorab ließ Trump am Wochenende bereits durchblicken, er glaube, Charles sei der Richtige, um die Wogen zwischen dem einstigen britischen Empire und der heutigen Supermacht Amerika zu glätten. Der König sei sein "Freund", sagte Trump, dessen Mutter 1912 auf einer schottischen Insel geboren wurde. Charles als letzter Vermittler Standesgemäß werden der US-Präsident und die First Lady Charles und Camilla an diesem Montagnachmittag zunächst auf dem South Lawn des Weißen Hauses empfangen, um anschließend gemeinsam im Green Room Tee zu trinken. Besichtigt werden sollen außerdem die von Melania Trump kürzlich installierten Bienenstöcke im Garten des Weißen Hauses. Ganz in der Nähe des Ortes, an dem Charles' verstorbene Mutter, Königin Elizabeth II. , bei ihrem Staatsbesuch im Jahr 1991 einen Baum gepflanzt hat. Doch es geht in den kommenden Tagen um mehr als höfische Rituale. Es geht um Macht und vor allem aus britischer Sicht um die Frage, ob der König diesen wohl unberechenbarsten Präsidenten der jüngeren US-Geschichte in irgendeiner Form zähmen kann. Mehrmals forderten Abgeordnete im britischen Unterhaus zuletzt, den Staatsbesuch abzusagen. Das Argument: Der König könne bei einem Verbrecher wie Donald Trump im Grunde nur verlieren. Und das schade dem Land letztlich mehr, als es ihm nützen könnte. Das Verhältnis zwischen Trump und Keir Starmer ist zuletzt sichtbar abgekühlt. Nachdem Trump ihn noch vor Monaten überschwänglich gelobt hatte, spottete er nun öffentlich, Starmer sei eben "kein Churchill". Es ging um den Iran und die Weigerung der Briten, sich an dem Krieg der Amerikaner und Israelis zu beteiligen. Hinzu kamen Streitigkeiten über Energiepolitik, Migration und Zölle. Charles soll nun die Brücke schlagen, die der zu Hause überdies angeschlagene Premier kaum noch bauen kann. Das Vorteilhafte: Der König ist kein Politiker und das macht ihn in diesem Moment für Großbritannien so wertvoll. Charles spricht nicht für eine Regierung, sondern über die Parteigrenzen und auch über Ideologien hinweg. Anders als bei anderen Staatsgästen wird es sehr wahrscheinlich auch keine spontanen, ausufernden und erst recht keine eskalierenden Pressekonferenzen im Oval Office geben. Auch Trump wird sich keine Blöße geben wollen, sich stattdessen lieber im Glanz der Monarchie sonnen wollen. Die Grenzen der Diplomatie Dabei ist auch die Beziehung zum britischen König trotz aller Rituale problematisch – und das liegt vor allem am US-Präsidenten. Immer wieder stellte Trump seit seinem Amtsantritt etwa die Souveränität Kanadas infrage. Das Land solle nicht weniger als der 51. Bundesstaat der USA werden. Was einige als neokolonialen Spaß von Trump abtun, ist nicht nur ein Affront gegen einen der engsten Verbündeten Großbritanniens, sondern auch gegen einen Teil des Commonwealth, jener Staatengemeinschaft ehemaliger britischer Gebiete, deren Oberhaupt Charles ist. Der Besuch des britischen Königs in Kanada im vergangenen Jahr war darum auch ein Signal an Washington . Zwar nannte Charles bei seiner dortigen Rede den US-Präsidenten nicht beim Namen. Er versprach allerdings, "die Kanadier und ihre souveränen Rechte zu schützen". Es war die diskrete diplomatische Antwort auf Trumps beispiellose rhetorische Eskalation, die Unabhängigkeit des Landes zu bedrohen. Auch Trumps Angriffe gegen die dänische und grönländische Souveränität werden in Großbritannien mit Sorge verfolgt. Das Zeitfenster für die scheinbar unpolitische Freundschaft ist an diesem Montag und Dienstag kurz. Aber so sehr Trump die Normen und Regeln ansonsten auch brechen mag, so sehr hält er sich an Gepflogenheiten, wenn er sich davon etwas verspricht. Der Präsident macht diesen Besuch bewusst zur eigenen Bühne: Es wird eine kleine Militärparade geben, 21 Salutschüsse, ein Staatsdinner im Weißen Haus. Für ein paar Tage kann Trump versuchen, vergessen zu machen, dass auch er innenpolitisch unter Druck steht und außenpolitisch im Iran-Krieg nach wie vor keinen Erfolg vermelden kann. Der entscheidende Moment im Kongress? Gespannt erwartet wird darum auch die Rede von Charles III. vor dem Kongress. Es wird wohl der Moment sein, an dem der König über die höfische Symbolik hinausgehen kann. Charles wird dort nicht nur als Staatsoberhaupt sprechen, sondern als die Stimme eines jahrhundertealten historischen Bündnisses, das älter ist als die aktuellen Konflikte. Nur einmal in der Geschichte überhaupt sprach hier ein britisches Staatsoberhaupt: die Queen, nach dem ersten Golfkrieg im Jahr 1991. Wie deutlich Charles bei seinem atmosphärischen Balanceakt werden wird, ist offen. In Diplomatenkreisen heißt es, er werde Themen wie Demokratie, internationale Ordnung und vielleicht auch die Verantwortung westlicher Staaten zumindest indirekt streifen. Der König wird all das aber voraussichtlich höchst vorsichtig formulieren und politische Positionierungen möglichst vermeiden. Dass Charles am Mittwoch bei einem Besuch in New York auch den linken Bürgermeister Zohran Mamdani treffen wird, erlaubt man sich vermutlich nur, weil auch der Präsident bislang ein bemerkenswert gutes Verhältnis zu ihm zu pflegen scheint. Trump soll nicht verärgert werden. Charles' Besuch soll sich schließlich für die Briten lohnen.



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