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Апрель
2026

Deutschland, USA und Weltordnung: Da irrt sich Donald Trump gewaltig

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Friedrich Merz will die Bundeswehr als die stärkste konventionelle Armee Europas sehen. Aber was ist das im Spannungsfall ohne die nuklearstrategische US-Abschreckung wert? Politologe Maximilian Terhalle geht der Frage im Gastbeitrag nach. "Bei allem Verständnis … nach klarer Kante", so jüngst Bundeskanzler Friedrich Merz , "will ich keine Spaltung der Nato ." Es gelte, sie "zu erhalten und mit dem amerikanischen Präsidenten fortzuentwickeln". Gut, dass der Albtraum des Bruchs der Nato und die damit unmittelbar einhergehende nuklearstrategische Erpressbarkeit Europas durch Russland das Wägen des Kanzlers bestimmt. Gut, dass er sich dabei auch zu fragen scheint, warum Russland den US-Nuklearschirm für glaubwürdig halten sollte, wenn die transatlantischen Bedrohungswahrnehmungen Moskaus jeweils radikal divergieren. Die Kernfrage lautet: Was ist also die stärkste konventionelle Armee Europas (zu der Friedrich Merz die Bundeswehr ausbauen will) im Spannungsfall ohne die nuklearstrategische US-Abschreckung wert? Weniger gut ist, dass die Verwirklichung des skizzierten Albtraums für internationale Akteure wie China und Russland oberste strategische Priorität ist, während er für die USA in dieser Form nicht handlungsleitend ist. Der Kampf um die Nato ist dabei internationaler Kristallisationspunkt des übergeordneten Kampfes um die zukünftige Machtordnung. Einige, wie der polnische Premierminister Donald Tusk, betrachten diesen Kampf deshalb bereits als "Vorkriegsära". In dieser Ära besteht die übergeordnete Strategie der Achse Moskau–Peking in der psychologischen Spaltung der wirtschaftsstarken militärischen Sicherheitsallianz des Westens. Die Spaltung würde das Scheitern von Amerikas nie machtpolitisch gehärteter Annäherung an Russland offenlegen, vor allem aber eine Konstellation herstellen, in der Washington (ohne Europa) nicht nur Xi Jinping , sondern auch Wladimir Putin gegenüberstehen würde. Ein zentraler Grund dabei ist die Fehlannahme Präsident Donald Trumps, dass die Grenzen der Einflusssphären der drei Militärmächte unter ihren drei großen Männern geklärt werden. Ein neuralgischer Punkt Das Gegenteil ist der Fall, denn alle Sphären sind weiterhin geopolitisch unausgefochten, sodass die Bedrohung durch einen Zweifrontenkrieg, der seit 1991 tunlichst vermieden werden sollte, jetzt akut würde. Schwäche wird nicht geduldet. Der psychologische Punkt wäre erreicht, an dem Xi und Putin annehmen, die USA betrachteten die Allianz nicht mehr als schützenswert. Der Moment des Angriffs, in Europa und Ostasien, wäre gekommen. Und damit wären der Verlust des Zugriffs auf den reichen Finanz- und Wirtschaftsmarkt Europas und der für die globale Seemacht USA vitale Zugang zur sicheren Gegenküste Europas die wahrscheinlichen Konsequenzen verloren gehender Privilegien aus dem Zweiten Weltkrieg . Der Albtraum dieser von außen avisierten Spaltung, zu der Teile der US-Regierung fahrlässig beitragen, ist noch nicht real. In Berlin wird er dabei zu gerne mit der Hoffnung verdrängt, schon im November 2028 werde ein amerikanischer Präsident gewählt, der die Geringschätzung des transatlantischen Verhältnisses aufgibt. Ein frommer Wunsch, der schon an Chinas hegemonialer Herausforderung an die USA nichts ändert. Was den Europäern aber transatlantisch in die Hände spielt, ist, dass die Zeit bis zur US-Präsidentenwahl dem zur Überdehnung neigenden Handeln Trumps einige Lektionen Realpolitik erteilen wird. Die wichtigste: Die Amerikaner brauchen Militärbasen von Okinawa bis Ramstein , sie brauchen die asiatischen wie die europäischen Volkswirtschaften für Handel, Technologie und Forschung. All das erhält den Dollar als globale Reservewährung und strategisches Machtmittel. Sieht man auf die Reise Trumps nach Japan im letzten Herbst, die Kontinuität von Aukus (Militärbündnis aus Australien , Großbritannien und USA) mit Indien , das im Kern unerschütterte Verhältnis zum deutschen Bundeskanzler, dann wird deutlich, wie die Hybris Trump'scher Strategie längst von der Realität zurechtgestutzt wird. Vorsicht ist angesagt Überdies eröffnet die Niederlage Viktor Orbáns in Ungarn dem Weißen Haus (ungewollt), dass viele Europäer den historisch misstrauischen Blick auf Moskau bevorzugen. Und nach der Absage des Supreme Courts an global auferlegte Tarife werden die amerikanischen Zwischenwahlen im November, ganz traditionell, weitere Korrekturen der Politik Trumps erzwingen. Das heißt nicht, dass die von Merz erwähnte "klare Kante" gegenüber den USA nicht legitim, ja psychologisch notwendig ist, um durch Unmissverständlichkeit rote Linien wie in der Grönland-Krise zu ziehen. Aber: Diese Kritik muss mit den E5 der europäischen Partner (Deutschland, Frankreich , Polen , Italien , Großbritannien) strategisch so kommuniziert werden, dass sie realpolitisch keinen antiamerikanischen Kern enthält. Nicht nur die eigene nuklearstrategische Erpressbarkeit spricht gegen solche unbedachte Kritik. Besonders gilt es, dadurch nicht die Spaltungsabsicht und damit das strategische Geschäft Chinas und Russlands unbeabsichtigt zu befördern. Und zum anderen muss verhindert werden, dass solche von außen manipulierbare Kritik nicht eine Eigendynamik gewinnt, die sich dann allenthalben auf die strategische Notwendigkeit der Annäherung an den Nachbarn Russland beruft, wie sie ein gegenwärtig leiserer Flügel der SPD und große Teile der AfD und Linken beabsichtigen. Die Erwartung realpolitischer US-Selbstkorrekturen sowie strategische Achtsamkeit bei der Kommunikation der Kritik an den USA reichen aber nicht aus. Dazu muss endlich die geopolitische Einsicht der deutschen Wirtschaftspolitik vis-à-vis China treten, dass Chinas strategische Unterstützung des russischen Krieges die Spaltung der Nato zum Ziel hat – und damit das Ende der europäischen Sicherheits- und Wirtschaftsordnung. Jetzt kommt es darauf an Und das realpolitische Eingeständnis, dass die bemerkenswerte Öffnung der nuklearstrategischen Ausrichtung Frankreichs nicht entfernt genügt, um Moskau glaubwürdig bei der Verwirklichung von Europas Albtraum abschrecken zu können. "The more, the better", forderte deshalb eine wegweisende Stimme der Abschreckungspolitik bereits in den 1980ern. Die Zusammenführung dieser Ansätze in einer transatlantischen Strategie verlangt höchste Staatskunst. Dass die Spaltungsachse Moskau–Peking abwartet, bis diese Strategie reüssiert, ist unwahrscheinlich. Die im Gastbeitrag geäußerten Ansichten geben die Meinungen der Autoren wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online-Redaktion.



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