Добавить новость
ru24.net
World News
Апрель
2026

Schlussstrich gegen teuflische Arschlöcher

0

Die Jahreshauptversammlung am Montag, zwei Tage nach dem gut verlaufenen 30. Spieltag, wirkten ein wenig wie ein Fazit dieses „Scheißjahres“, das allerdings erst in zweieinhalb Wochen tatsächlich zu Ende sein wird. Auch Seitenwahl rief in etwas übereilter Euphorie ob des 0:0 in Wolfsburg den vorzeitigen Klassenerhalt aus. So plausibel dies angesichts der gleichzeitigen Niederlage des FC St. Pauli gewirkt haben mag: Die Mannschaft tut gut daran, nicht zu sehr auf solche Wahrscheinlichkeitsrechnungen zu schielen, sondern zunächst einmal die eigenen Hausaufgaben zu Ende zu bringen, um wirklich alle Eventualitäten auszuschließen. Hierfür müsste am kommenden Sonntag gegen den BVB ein Sieg her. Je nach Verlauf der am gleichen Tag stattfindenden Begegnungen des FC St. Pauli und VfL Wolfsburg könnte aber ggf. auch schon ein einfacher Punktgewinn die letzten rechnerischen Zweifel an einer Fortsetzung der Erstligazugehörigkeit beseitigen.

Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, unkte Rocco Reitz am vergangenen Wochenende ob der Situation am Tabellenende, um allerdings fortzufahren mit der Mutmaßung: „Den Teufel gibt es“. Diese These vermögen wir nicht zu beurteilen. Wir vertrauen hier aber dem Mann, der in den letzten Monaten zigfach mit Vertretern des Red Bull Konzerns gesprochen hat.

Damit sich der Teufel im diesjährigen Abstiegskampf tatsächlich offenbart, dürfte er am vorletzten Spieltag sein Heimspiel gegen den FC St. Pauli nicht gewinnen. Diese benötigen nämlich noch sieben Punkte aus den Partien in Leipzig sowie gegen Mainz und Wolfsburg, um Borussia einholen zu können. Doch Vorsicht: Erst letzten Februar hat der Kiezklub diese Punkteausbeute schon einmal in drei aufeinanderfolgenden Partien erzielt. Mit Werder Bremen, Eintracht Frankfurt (daheim) und der TSG Hoffenheim (auswärts) waren die damaligen Gegner nicht weniger prominent oder schwierig als die bevorstehenden Aufgaben. In der derzeitigen Verfassung spricht wenig dafür, dass den Hanseaten ein solcher Coup noch einmal gelingen wird. In einer Saisonendphase darf aber nichts wirklich ausgeschlossen werden. Das impliziert im Übrigen ebenso wenig einen Sieg der einzig wahren Borussia gegen den Tabellenzweiten aus Dortmund, auch wenn ein solcher ähnlich wahrscheinlich scheinen mag wie eine weitere 7-Punkte-Serie des FC St. Pauli.

Aber warum eigentlich? In den letzten Jahren hat Borussia zumindest in den Heimspielen gegen den Möchtegern-Namensvetter gut ausgesehen. Von den letzten sechs Partien konnten drei gewonnen werden. In der Vorsaison reichte es durch einen Treffer von Kevin Stöger immerhin zu einem 1:1. In der laufenden Spielzeit ist Borussia zwar seit fünf Partien sieglos, hat aber auch nur eine der letzten sechs Partien verloren. Der BVB dagegen brillierte zuletzt beim 4:0 gegen Freiburg, musste davor aber zwei Niederlagen in Kauf nehmen.

Die Champions League-Teilnahme wurde am vorigen Spieltag endgültig gesichert. Die Meisterschaft musste bereits eine Woche zuvor verloren gegeben werden. Für den BVB geht es damit am drittletzten Spieltag nur noch um die schwarz-goldene Ananas. Ob es die Mannschaft tatsächlich noch motiviert, unbedingt den zweiten Platz über die Ziellinie zu retten oder sich anständig aus der Saison zu verabschieden? Dies sind die typischen unbeantwortbaren Fragen einer Saisonendphase, in der manche Mannschaften bereits ihren Urlaub vorziehen, während andere ohne Druck umso befreiter aufspielen. Sollte der FC St. Pauli seine Partie gegen Mainz direkt im Vorlauf verlieren, könnten die Weichen im Borussia-Park beidseitig auf entspannten Sommerkick gestellt sein.

Insbesondere Eugen Polanski dürfte aber motiviert sein, dass seine Mannschaft die Partie mit vollem Engagement angeht, kämpft er doch um eine Weiterbeschäftigung in der kommenden Saison. Bei aller berechtigter Kritik an diversen Aufstellungen und Taktiken: Es ist nicht auszuschließen, dass in Polanski ein Trainertalent schlummert und ihm noch eine große Zukunft in seinem Job bevorsteht. Hierfür sei ihm alles Glück dieser Welt gewünscht. Nur hat er in dieser Saison leider wenige Argumente dafür gesammelt, an dieses Szenario zu glauben. Möglich, dass er im nächsten Jahr mit einer Mannschaft, die er gemeinsam mit Schröder nach seinen Vorstellungen zusammenstellt, mehr erreichen könnte. Für den Verein ist es aber zu riskant, darauf zu vertrauen. Während dieses optimistische Szenario nämlich reines Wunschdenken ist, hat Polanski in dieser Saison aus dem aktuellen Kader maximal genau das herausgeholt, was möglich war. Positive Entwicklungen einzelner Spieler sind kaum zu erkennen. Die Defensive konnte er zwar im Vergleich zum Saisonstart stabilisieren. Dies ging aber zu Lasten der Offensive, wo Honorat und Tabakovic in der Rückrunde dauerkriseln, wo im zentralen Mittelfeld weder Neuhaus, Stöger noch Reyna dauerhaft überzeugten und wo die positiven Ansätze von Mohya oder Bolin regelmäßig durch eine Rückversetzung auf die Bank ausgebremst wurden. Polanski hat sich in seiner bisherigen Laufbahn – ob in dieser Saison bei Borussia oder zuvor als Trainer der U23 – keine allzu großen Meriten aufbauen können. Von daher wäre es für den Verein deutlich risikoärmer, einen bereits (anderswo) erfolgreichen Trainer für die schwierige Mission zu rekrutieren, Borussia in der kommenden Saison mit runderneuerter Mannschaft wieder ins sichere Mittelfeld zurückzuführen.

Dass die Mannschaft für dieses Ziel dringend „Arschlöcher“ benötigt, raunte Polanski berechtigterweise auf der Jahreshauptversammlung. Derjenige, der dem Typ Arschloch im aktuellen Kader am nächsten kommt, wird am Sonntag wie auch in den beiden nachfolgenden Partien dieser Saison fehlen. Während der BVB oder die Bayern bei einer ähnlich harten Rote Karte schon wegen einer Ein-Spiel-Sperre tagelang öffentlich gewütet hätten, scheint Borussia das auch für einen Wiederholungstäter überharte Strafmaß von drei Partien für Jens Castrop unbeschwert zu akzeptieren. Auch hier fehlt im Verein ein wenig die von Polanski angepriesene Arschloch-Mentalität.

Apropos Arschlöcher: Neben Felix Nmecha fallen beim BVB Can und Süle verletzungsbedingt aus. Adeyemi ist dagegen wieder fit und könnte zumindest für einen Kurzeinsatz in Frage kommen, um bei einem potenziellen Rückstand in der Schlussphase einen Elfmeter herauszuschinden.

Borussia wird voraussichtlich wieder auf Kevin Diks zurückgreifen können, der Chiarodia trotz einer ordentlichen Partie in Wolfsburg ersetzen sollte. Der Indonesier bietet der Defensive insgesamt ein größeres Maß an Stabilität. Solange der Klassenerhalt rechnerisch noch nicht gesichert ist, muss die beste Aufstellung gewählt werden, was in der Verteidigung auf Sander, Elvedi und Diks hinausläuft. Der Italiener könnte dagegen evtl. von den Problemen bei der Besetzung der Außenbahnen profitieren. Gegen Leipzig war Ullrich mit entsprechend hochwertigen Gegenspielern maximal überfordert. Von daher wäre es denkbar, hier eine andere Variante als Ersatz für den gesperrten Castrop auszuprobieren. Den wiedergenesenen Hack ins linke Mittelfeld zu beordern wäre eine offensive Lösung, die gegen einen schwächeren Gegner erwägenswert wäre. Chiarodia wäre die naheliegendere Defensivalternative.

Offensiv spricht wenig für Änderungen, es sei denn Polanski gibt den bei den Fans beliebten Mohya oder Bolin eine Chance von Beginn an. Angesichts des Gegners wäre dies aber eher untypisch für das bisherige Vorgehen des Trainers. Ob mit alter oder neuer Aufstellung: Borussia wird an das Optimum seiner Leistungsfähigkeit gehen müssen und etwas Glück benötigen, um gegen den Tabellenzweiten in Normalform zu punkten. Sollte dies gelingen und auf den anderen Plätzen nichts Überraschendes geschehen, dann könnte am Sonntagabend tatsächlich ein Schlussstrich unter dieses Scheißjahr gezogen werden.

So könnten sie spielen

Borussia: Nicolas – Scally, Sander, Elvedi, Diks, Chiarodia – Reitz, Engelhardt, Honorat, Stöger – Tabakovic

Dortmund: Kobel – Anton, Schlotterbeck, Bensebaini – Ryerson, Bellingham, Svensson- Brandt, Sabitzer – Guirassy, Fabio Silva

So tippt die SEITENWAHL-Redaktion

Michael Heinen: „Den nötigen Dreier, um sich aus eigener Kraft den Klassenerhalt endgültig zu sichern, wird Borussia nicht einfahren können. Da St. Pauli und Wolfsburg ihre Partien aber nicht gewinnen, reicht ein 1:1, um endgültig einen Schlussstrich unter dieses Scheißjahr zu ziehen.“

Christian Spoo: „Natürlich hat Borussia keine Chance, natürlich macht sie ausgerechnet da, wo es eh nicht nutzt, ein gutes Spiel. Die 0:2-Heimniederlage wird folglich als Beleg für eine positive Entwicklung herhalten.“

Michael Oehm: „Mehr Fragezeichen um Borussia war nie. Der Montag war eine fleischgewordene Demonstration der Uneinigkeit auf allen Ebenen. Ein völlig kakophones Musical der Gefühligkeit und persönlichen Befindlichkeit. Man mag hoffen, dass es Rouven Schröder ist, der die Richtung vorgibt, schon weil er eigentlich der einzige war, der nicht nur von „gestern“, „früher“ und „damals“ sprach. Aber das ist Hoffnung, nicht Gewissheit. Er jedenfalls hatte „Mut“ gefordert, und den zeigt die vom Trainer am Montag in den Senkel gestellte Mannschaft auch, und verliert mutig und ein bisschen unglücklich 1:2. Damit passt sie perfekt in den Verein. Gut meinen ist nicht gut machen.“

Mike Lukanz: „Hier spricht die voreilige Euphorie vom letzten Wochenende: Borussia wird am Wochenende wie üblich weiter taumelnd den finalen Schritt Richtung Klassenerhalt gehen, weil weder der FC St. Pauli gegen Mainz noch der VfL Wolfsburg in Freiburg gewinnen werden. Ach so, das eigene Spiel … das geht recht humorlos 0:2 verloren.“ 




Moscow.media
Частные объявления сегодня





Rss.plus
















Музыкальные новости




























Спорт в России и мире

Новости спорта


Новости тенниса