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Fall Fabian aus Güstrow aktuell: Anwältin mit Frontalschlag gegen Gina H.

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Im Prozess um den Mordfall Fabian werden emotionale Sprachnachrichten zwischen der Angeklagten Gina H. und Fabians Vater abgespielt. Neue Details zur Verdächtigen kommen ans Licht. Der dritte Prozesstag im Liveblog. Im Fall Fabian aus Güstrow steht am Dienstag der dritte Prozesstag vor dem Rostocker Landgericht an. Befragt werden soll – wie schon am vergangenen Donnerstag – der Vater des getöteten Achtjährigen, Matthias R. Er war vier Jahre lang mit der Angeklagten Gina H. liiert, bevor sich die beiden trennten. R. gilt daher als zentraler Zeuge im Prozess. Vergangene Woche hatte sich R. wiederholt in Widersprüche verstrickt. Negative Aussagen über Gina H., die er in der Vergangenheit getroffen hatte, revidierte er. Auf die Frage des Richters, wer Fabian getötet haben könnte, sagte er, er könne sich vorstellen, "dass da noch irgendjemand anderes dahintersteckt". Fabians Mutter sagte anschließend, mit seinem Auftritt habe R. den Jungen "ein zweites Mal sterben lassen". Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll Gina H. den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass Gina H. mit der Tat ihre Beziehung zu Matthias R. retten wollte. Dieser habe die Beziehung nicht fortführen wollen, weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht gefährden wollte. Klicken Sie hier, um den Liveticker zu aktualisieren. 17.06 Uhr: Gina H. soll nach Angaben ihres Verteidigers Thomas Löcker eine Trauerrede für den Achtjährigen geschrieben haben. "Die ist sehr einfühlsam", sagt Löcker und zitiert Auszüge der Rede. H. habe eine künstlerische, malerische Seite, so R. über die Angeklagte. Löcker versucht, seine Mandantin in ein positives Licht zu stellen. Sie habe etwa nicht zusehen können, wie Tiere geschlachtet werden und hätte es auch niemals über das Herz gebracht, ein Tier zu töten. Für die 30-jährige Gina H. gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung. 17 Uhr: Wie schon am zweiten Prozesstag geraten Oberstaatsanwalt Harald Nowack und Gina H.s Verteidiger Thomas Löcker verbal aneinander. Nowack kritisiert, die Fragen von Löcker an den Zeugen Matthias R. seien suggestiv. Der Richter: "Der Herr Oberstaatsanwalt hat da einen Punkt. Stellen Sie Ihre Fragen bitte anders." Währenddessen unterhalten sich Gina H. und ihr anderer Verteidiger Andreas Ohm intensiv. 16.56 Uhr: Jetzt geht es noch einmal um die Google-Suchen, die Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden getätigt haben soll. Löcker will die Suchanfragen nach "Polizei" und "Unfall" so erklären, dass es am selben Tag auf der Autobahn einen Unfall gegeben habe und der Großvater von Gina H. sie gebeten habe, darüber etwas herauszugeben. Allerdings: Gina H. googelte laut Akte auch "Vermisste Person Güstrow" – zu dem Zeitpunkt, als sie offiziell noch gar nichts vom Verschwinden des kleinen Fabian wusste. Anwalt befragt Fabians Vater: Staatsanwalt verdreht die Augen 16.27 Uhr: Thomas Löcker, Anwalt von Gina H., befragt jetzt den Zeugen Matthias R. Es geht noch einmal darum, ob H. tatsächlich finanziell abhängig von Fabians Vater gewesen sein soll. Löcker geht in Details: Gina H. habe nicht fünf Pferde gehabt, sondern nur ein Pferd und vier Ponys. Es geht um die Mengen des Futters und die Kosten dafür. Die lägen bei 250 bis 300 Euro im Monat. Gina H. habe 1.400 Euro netto Rente monatlich bekommen und für ihre Wohnung keine Miete bezahlen müssen. "Ihr ging es doch wirtschaftlich gut", so Löcker über seine Mandantin. Hintergrund der Fragen: Löcker möchte offensichtlich das vermutete Motiv der Staatsanwaltschaft angreifen, wonach H. ihre finanziellen Vorteile aus der Beziehung mit Fabians Vater nicht verlieren wollte und auch deshalb Fabian umgebracht haben soll. "Kann man das mit den Worten Quatsch zusammenfassen?", fragt Löcker. Oberstaatsanwalt Nowack verdreht die Augen. Matthias R.: "Ja." Publikum empört über Aussage im Mordfall Fabian 16.09 Uhr: Jetzt holt die Anwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha, zum Frontalangriff gegen Gina H. aus. Sie zitiert aus einem Protokoll des Jugendamts, dessen Mitarbeiterinnen Gina H. im November besuchten, kurz vor ihrer Festnahme. Darin habe Gina H. angegeben, sie verstehe nicht, warum um den toten Fabian "so ein Gewese gemacht wird und ein großer Trauergottesdienst, es würden doch täglich Kinder sterben oder vermisst werden", so der Auszug aus dem Protokoll. In dem Moment geht ein lautes Raunen durch den Saal. Der Vorsitzende Richter weist das Publikum zurecht: "Seien Sie ruhig!" Hintergrund: In Güstrow hatte ein großer Trauergottesdienst mit Hunderten Teilnehmern stattgefunden. Fabians Vater hingegen bezeichnete den Gottesdienst vor Gericht als "wunderschön". 16.01 Uhr: Gina H., die Angeklagte im Fall Fabian, stützt ihr Gesicht auf beide Hände, schaut Richtung Tisch. Zwischendurch bespricht sie sich mit ihren Anwälten. Staatsanwaltschaft weist Fabians Vater zurecht 15.58 Uhr: Jetzt wird Nowack lauter und weist den Zeugen Matthias R. deutlich zurecht. Nowack betont noch einmal mit lauter Stimme, R. dürfe als Zeuge keine falschen Angaben machen. Sollte sich herausstellen, dass dies doch der Fall sei, "werden wir gegen Sie einleiten", so Nowack. 15.40 Uhr: Oberstaatsanwalt Harald Nowack hat noch einige Nachfragen an den Zeugen Matthias R. Er hält R. Chatverläufe aus dem Zeitraum vor, als Fabian noch als vermisst galt. Auch da stritten Gina H. und Matthias R. noch einmal. Gina H. fragte: "Bist du jetzt die ganze Zeit bei Dorina?" R. antwortete: "An allem hast du etwas auszusetzen." Fall Fabian: Matthias R. und Gina H. sind wieder "ein Paar" 15.20 Uhr: Sind Sie beide ein Paar, will der Richter wissen. "Wir sind wieder ein Paar", sagt Matthias R. "Das hat sich im Gefängnis im Januar ergeben." "Ich stehe offen und ehrlich hinter ihr." Mehr zu seinen Äußerungen im Fall Fabian lesen Sie hier. 15.17 Uhr: In Nachrichten an Bekannte nach dem 6. November, nach der Festnahme von Gina H., spricht R. immer wieder über einen Verdacht, er habe "Beweise" gesammelt. Das könne er nicht am Telefon besprechen. Der Richter will wissen, welche Beweise. R. antwortet, er habe eine Freundin von Fabians Mutter im Visier. 15.08: Matthias R. ist weiter von der Unschuld der Angeklagten überzeugt. Er glaubt, eine gute Freundin von Fabians Mutter könnte das Handy möglicherweise gehackt haben. Gina H. wippt währenddessen immer auf ihrem Stuhl nach links und rechts. Ihren Kopf stützt sie auf eine Hand. Gina H.: "Fressen Wildschweine tote Menschen?" 14.59: Brisante Enthüllungen um Gina H.s Handy: Die Ermittler haben ihren Suchverlauf bei Google geprüft. Um 19.22 Uhr am 10. Oktober wurde von ihrem Handy mit ihrem Account aus gegoogelt: "Vermisste Person Güstrow", dabei wurde sie erst eine Stunde später von R. über das Verschwinden von Fabian informiert. Einen Tag später googelte ihr Account: "Fressen Wildschweine tote Menschen?" Gina H. gab später an, ihr Handy könnte gehackt worden sein. 14.48 Uhr: Gina H. gab an, die Leiche von Fabian zufällig entdeckt zu haben. Auch eine Freundin soll dabei gewesen sein. Den Vater des Kindes, Matthias R., rief sie nach dem Leichenfund nicht an. In einer früheren Aussage gab der Vater zu Protokoll, er habe aus den Medien vom Fund der Leiche erfahren. Schon zwei Tage zuvor soll H. mit einem Bekannten rund um den Fundort der Leiche unterwegs gewesen sein, um aktiv nach Fabian zu suchen. Gina H. behauptete gegenüber R. hingegen, sie habe sich Tiere anschauen wollen, so seine Angaben vor Gericht. 14.44 Uhr: Die Ermittler haben ein Gespräch aufgezeichnet, das Gina H. und Matthias R. in der JVA geführt haben. Gina H. erklärt sich, R. antwortet ihr: "Ich glaube dir." 14.40: Gina H. bespricht sich verstärkt mit ihren Verteidigern. Sie wirkt jetzt aktiver, nicht mehr so teilnahmslos wie in den Stunden zuvor. Fall Fabian: In Gina H.s Auto wurden Faserspuren gefunden 14.32 Uhr: Im Auto von Gina H., dem orangen Pick-up, wurden laut dem Richter Faserspuren von einem Pullover entdeckt, passend zum Pullover, den Fabian am Tag seines Verschwindens getragen habe. Dazu eine Küchenrolle mit Blut. Laut Matthias R. könnte das Blut auch von einem kleineren Unfall einige Wochen zuvor stammen. Zu den anderen Spuren habe Gina H. nie mit ihm geredet, sagt er. 14.31 Uhr: Der Richter erhöht den Druck: Auf dem Handy von Gina H. wird ein Foto gefunden, das am Tattag um 11.19 Uhr aufgenommen wurde. Das Foto entstand nur 1.600 Meter entfernt vom späteren Fundort der Leiche, wie eine Datenanalyse ergeben hat. "Darüber haben wir gar nicht gesprochen", so Matthias R. Videokamera zeichnet Wagen von Gina H. auf 14.22 Uhr: Aufnahmen einer Überwachungskamera werden vorgespielt. Zu sehen ist, wie am 10. Oktober 2025 gegen 10.45 Uhr der orange Wagen von Gina H. eine Straße entlangfährt, nur 100 Meter von Fabians Zuhause entfernt. Neun Minuten später fährt der Wagen wieder in die andere Richtung zurück. Im selben Zeitraum deaktivierte sich Fabians Handydisplay. Das Handy ließ der Junge bei seinem Verschwinden zurück. 14.15 Uhr: Die Befragung des Zeugen Matthias R., Fabians Vater, geht weiter. 13.47 Uhr: Dass Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden Polizeiseiten googelte, dürfte noch eine wichtige Rolle spielen. Offenbar gab es am 10. Oktober 2025 auch einen größeren Verkehrsunfall auf der A19. Die Frage ist nun: Googelte Gina H. tatsächlich nach Polizeimeldungen zum Fall Fabian? Nach t-online-Informationen dürften ihre Verteidiger ins Feld führen, H. sei von ihren Großeltern gebeten worden, zu googeln, was bei dem Unfall passiert sein könnte. Auf Anfrage während der Sitzungspause äußerten sich ihre Anwälte zu t-online nicht. Oberstaatsanwalt Harald Nowack betonte auf Nachfrage jedoch, Gina H. habe explizit auf Vermisstenseiten gesucht. 13.39 Uhr: Und die nächste Pause: Die Sitzung ist bis 14.15 Uhr unterbrochen. Dann wird die Befragung von Fabians Vater fortgesetzt. Bundeskriminalamt im Fall Fabian eingeschaltet 13.30 Uhr: Nach Angaben des Gerichts wurde das Bundeskriminalamt in den Fall Fabian eingeschaltet. Die Spezialisten hätten den jahrelangen Chatverkehr zwischen R. und Gina H. ausgewertet. Das Ergebnis: Gina H. zeigte wenig Interesse am Befinden ihres Partners, teils gar keine Reaktion. Am Tag von Fabians Tod änderte sich das. Gina H. fragte siebenmal nach, was R. bedrückt. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war sie es, die den achtjährigen Fabian Stunden zuvor mit sechs Messerstichen getötet haben soll. 13.29 Uhr: Wenige Tage nach Fabians Tod habe Gina H. ihrem Ex-Partner geschildert, wie sie den 10. Oktober, Fabians Todestag, verbracht haben will. Demnach sei sie in Güstrow – dem Ort von Fabians Zuhause – gewesen, um Bankgeschäfte für die Großeltern zu erledigen. Anschließend habe sie sich mit einem Bekannten an einem See getroffen. Gina H. informierte sich auf Polizeiseiten 13.26 Uhr: Gina H. soll nach Aussage des Vorsitzenden Richters ab 15 Uhr immer wieder auf Polizeiseiten im Internet unterwegs gewesen sein. Doch offiziell erfuhr sie erst am Abend von Matthias R. davon, dass Fabian verschwunden ist. 13.19 Uhr: Am Tag von Fabians Verschwinden bettelt H. Matthias R. regelrecht an, sich zu treffen. "Du belastest mich nicht", schreibt sie am Abend laut Protokoll mit mehreren Ausrufezeichen. "Bitte rede mit mir", fordert Gina H. Um 20.17 Uhr schreibt R.: "Mein Sohn Fabi ist weg." Erstmals spricht R. laut Protokoll mit H. über das Verschwinden seines Sohnes. Der Richter will wissen, warum H. "so intensiv nachfragt". Laut R. sei das normal gewesen. Der Richter: "Laut Chatverkehr in den vergangenen Jahren war das aber nicht so." Gina H. habe sonst nicht so energisch nachgefragt. 13.16 Uhr: Weiter in Chat- und Sprachnachrichten am Tag von Fabians Verschwinden: Um 19.19 Uhr fragt Gina H. Matthias R., ob man sich abends noch sehen könne. Aber: "Ich habe keine Lust auf dumme Fragen", betont sie. R. sagt, er habe keine Lust auf ein Treffen. H. entgegnet, sie finde das "komisch". Zu dem Zeitpunkt war Fabian bereits mehrere Stunden tot, das wussten Fabians Eltern aber noch nicht. 13.09 Uhr: Es geht weiter mit Chat- und Sprachnachrichten zwischen Fabians Vater und der Angeklagten Gina H. R. sagt, er mache sich Sorgen. Den Namen Fabian erwähnt er nicht. H. antwortet: "Was ist denn los? Was macht dir denn noch Sorgen?" Sie würde ja vorbeikommen, "aber ist Fabian nicht bei dir?" fragt sie via Sprachnachricht. Außerdem sagt sie, sie wolle "ungern auf Kameras zu sehen sein". Matthias R. hatte zu Hause mehrere Überwachungskameras. Fall Fabian aus Güstrow: Gina H. wusch Auto 12.56 Uhr: Es sind Abertausende Handyaktivitäten, die die Ermittler ausgewertet haben. Gina H. und Matthias R. schreiben einige Nachrichten hin und her, zu diesem Zeitpunkt ist Fabian bereits tot und die Eltern vermissen ihren Sohn. Um 17.25 Uhr schickte die Angeklagte eine Sprachnachricht an R. und sagte, was sie gerade macht. "Dich vermissen, Auto sauber machen, das ist ganz schön mistig." Laut Anklage soll Gina H. Fabian mit ihrem orangen Pick-up von seinem Zuhause in Güstrow abgeholt, an den Tümpel nach Klein Upahl gebracht und dort getötet haben. 12.48 Uhr: Am 10. Oktober, dem Todestag Fabians, gab es um 12.49 Uhr, also im tatrelevanten Zeitraum, ein knapp siebenminütiges Telefonat zwischen R. und Gina H. Doch R. behauptet, er könne sich an den Inhalt nicht erinnern. In einer Sprachnachricht kurz darauf von R. an H. geht es erneut um Beziehungsprobleme. Später schrieb H.: "Ich will das alles nicht akzeptieren. Ich will uns hinbekommen." Der Richter konstatiert: "Offenbar haben Sie in dem Telefonat keine Lösung für Ihre Beziehung gefunden." Später schrieb Gina H.: "Ich liebe dich dafür zu sehr." Der Richter bohrt jetzt energisch nach, will den Inhalt des Telefonats erfahren. Fall Fabian: Vater schildert Ablauf am Tag des Mordes 12.29 Uhr: Matthias R. soll jetzt seinen Tagesablauf am 10. Oktober schildern, dem Tag, an dem Fabian getötet wurde. Er habe gearbeitet und noch einen Termin mit seinem Auto bei einer Werkstatt gehabt. Um 16.53 Uhr habe er einen Anruf von Fabians Mutter erhalten, dass Fabian verschwunden sei. Er habe Dorina L. dann geraten, zur Polizei zu gehen. Erst habe er sich nichts dabei gedacht und sich keine Sorgen gemacht. "Aber wo es immer später wurde, habe ich mir schon Sorgen gemacht." Gegen 20 Uhr habe er einen Suchaufruf auf Facebook gestartet. Gina H. habe er kurz vorher Bescheid gesagt. Sie habe "schockiert" reagiert und nachgefragt, wo er sein könnte. Sie habe angeboten, bei der Suche zu helfen. 12.25 Uhr: Am 9. Oktober, abends, schickte Gina H. R. erneut eine Sprachnachricht. Darin kritisiert sie, R. habe erneut Alkohol getrunken "Jedes Mal, wenn du nicht weiterweißt, nimmst du die Flasche und musst Bier trinken. Damit treibst du mich noch mehr von dir weg. Mach's gut." Anschließend bricht die Kommunikation ab – bis zum 10. Oktober, dem Tag von Fabians Tod. 12.15 Uhr: Am Tag vor Fabians Verschwinden schickte R. eine Sprachnachricht an Gina H.: Er frage sich, warum Gina H. ihn beim Treffen am Tag zuvor "einfach nach Hause geschickt" habe. "Das verstehe ich gerade nicht." Der Richter: "Wurden Sie rausgeschmissen?" R.: "Ich wollte sowieso gehen." An Details könne er sich nicht erinnern, behauptet R. Eine weitere Sprachnachricht lässt aber vermuten, es sei erneut um die Beziehungs- und familiären Probleme gegangen. "Wie machen wir das mit den Kindern, wenn Fabian wieder regelmäßig zu uns kommen würde?", fragte Matthias R. damals. Im Laufe des 9. Oktobers tauschten beide dann zahlreiche Nachrichten aus, in denen es weiter um die Probleme in der Beziehung geht. 12.13 Uhr: Am 8. Oktober habe es ein weiteres persönliches Treffen gegeben, auf Einladung von Gina H. Die Angeklagte habe R. nicht schreiben wollen, was das Thema des Gesprächs sein soll. "Um was es in dem Gespräch ging, da kann ich mich nicht dran erinnern", sagt Fabians Vater jetzt vor Gericht. Er wisse aber, dass er und Gina H. noch einmal Sex gehabt hätten. Zwei Tage später wurde Fabian ermordet. 12.08 Uhr: R. und H. trafen sich in der Folge am 6. Oktober 2025, vier Tage vor Fabians gewaltsamem Tod, um sich auszusprechen und nach einer gemeinsamen Lösung zu kommen. "Und dann sind Sie wieder in der Kiste gelandet?" fragt der Richter salopp. "Ja, genau", sagt R. Gleich zweimal hätten sie am 6. Oktober Sex gehabt. "Sie schreiben wieder völlig unbeschwert", konstatiert der Richter über die an diesem Tag ausgetauschten Chatnachrichten. Mordfall Fabian: Sprachnachricht setzt Gina H. unter Druck 12.06 Uhr: Gina H. per Sprachnachricht: "Die Zeit, wo Fabian von dir nichts wissen wollte, war wesentlich entspannter. Es war eine himmlische Ruhe zu Hause. Auch wenn ich ihn gern habe, keine Frage." Und weiter: "Ich spiele halt keine große Rolle für dich und bin nicht der Mittelpunkt deiner Erde." Kontext der Sprachnachricht: Fabian brach 2024 den Kontakt zu seinem Vater ab, nachdem er mutmaßlich eine körperliche Auseinandersetzung zwischen Gina H. und seinem Vater mitbekommen hatte. 11.58 Uhr: Matthias R. antwortete per Sprachnachricht: "Du hast ein Problem mit meiner Familie, wofür ich mich selbst manchmal schäme. Dass ich dir als Mensch nicht das bieten kann, was du brauchst. Das finde ich alles einfach nur traurig. Ich liebe dich über alles und von ganzem Herzen. Aber das, was ich tue, reicht dir nicht aus." 11.56 Uhr: Am 5. Oktober 2025 hatten Gina H. und Matthias R. erneut Kontakt, "fast minütlich", wie der Richter betont. Gina H. sagte: "Du willst keine Veränderung und ich soll das alles so akzeptieren. Ich gehe daran kaputt. Ich möchte mit dir mein Leben leben, ohne den ganzen scheiß Anhängsel." Gina H. will, das wird deutlich, raus aus den alten Familienstrukturen und ein neues Leben mit Matthias R. beginnen. Auch mit Fabian? "Deine ganze Familie ist einfach nur asi", so H. in der Sprachnachricht. 11.51 Uhr: Nach den Worten von Matthias R. hatten er und Gina H. nach der Trennung versucht, eventuell doch noch eine Lösung zu finden. Eine Lösung habe es nicht gegeben, "weil Gina H. ab dem 6. November in Untersuchungshaft saß". R. glaubt, Gina H. könne eifersüchtig gewesen sein, weil er mit Fabians Mutter noch regelmäßig Chat-Kontakt hatte – laut seiner Aussage ausschließlich wegen Fabian. "Für mich wäre nicht vorstellbar gewesen, dass Fabian nicht mehr bei mir ist", so R. 11.45 Uhr: Gina H. in einer Sprachnachricht vom 19. September 2025 an Matthias R.: "Ich werde mir nie wieder einen Partner suchen, der ein Kind hat." Nicht Fabian sei das Problem, aber der ständige Kontakt zu Ex-Partnern, zur Familie. Dann sagte sie: "Ich möchte nicht mehr leben. Ich habe dafür keine Kraft mehr. Selbst wenn ich gehe, werde ich mich von dir nicht verabschieden. Vielleicht interessiert es dich auch schon gar nicht mehr, weil du 'ne Neue hast." "Fabian" taucht in Chatnachrichten auf 11.38 Uhr: Der Richter: "Hatte die Angeklagte Probleme, dass Sie Umgang mit Fabian hatten?" Matthias R.: "Nein." Der Richter: "Warum hatten Sie die Gedankenspiele, dass Sie Fabian aufgeben und Gina H. ihre Familie aufgibt?" R. antwortet: "Gute Frage." 11.33 Uhr: Eine weitere Sprachnachricht von R. an Gina H.: "Soll ich Fabian aufgeben? Ich liebe Fabian genauso sehr wie dich." Gina H. antwortete: "Wir werden kein glückliches Paar mehr hier auf diesen Dörfern. Wenn, müssten wir weg und ein neues Leben anfangen, wo uns keiner kennt." Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, Gina H. habe Fabian ermordet, um die Beziehung mit R. zu retten. Fabian sei dabei ein Streitpunkt gewesen. 11.31 Uhr: Jetzt behauptet Matthias R. entgegen den Chatnachrichten, Fabian sei ausdrücklich kein Trennungsgrund gewesen. 11.21 Uhr: Eine Chatnachricht vom 19. September 2025 von Matthias R. an Gina H. wird auf die Leinwand projiziert. Er habe "oft angefangen zu reden". Und dann fällt zum ersten Mal der Name Fabian: "Warum durfte ich das mit Fabian nicht klären?" Der Richter hakt nach: "Was war mit Fabian? Warum ließ Sie Frau H. das nicht klären?" Hintergrund ist, dass Fabian mutmaßlich nach einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Gina H. und R. seinen Vater nicht mehr besuchen wollte. Gina H. antwortete damals per Chat: "Ja, ich habe den Kindern mehr vertraut als dir. Ich habe immer im Sinne der Kinder gehandelt. Wir haben uns viel wegen der Kinder gestritten, vor allem wegen Fabian. Fabian wollte immer nicht, dass du da bist." Gina H. schrieb, R. habe Fabian öfter "den Arsch versohlt", davon habe sie nie etwas gehalten. R. antwortete H.: "Eigentlich ist das eine Sache zwischen mir und Dorina, was mit Fabian ist." 11.19 Uhr: Der Vorsitzende Richter setzt die Befragung fort, es soll weiter um die Trennungsgründe von Gina H. und Matthias R., Fabians Vater, gehen. 11 Uhr: Die Sitzung ist für eine Viertelstunde unterbrochen. Um 11.15 Uhr soll es weitergehen. 10.54 Uhr: Der Richter hakt bei der finanziellen Situation weiter nach, konfrontiert den Zeugen mit einer Aussage, die er am 12. November bei der Polizei getätigt hat. "Sie hat die Miete bezahlt, ich den Rest", sagte R. laut Protokoll. Am 5. Oktober schickte R. Gina H. eine weitere Sprachnachricht: "Ich konnte dir nicht das bieten, was du wolltest." R. jetzt im Gericht: "Ich meinte das aber anders." Allerdings räumt er ein, H. insbesondere in den Monaten vor der Trennung "jeden Monat" finanziell unterstützt zu haben. 10.47 Uhr: Noch eine Sprachnachricht von R. an Gina H. wird abgespielt: Gina H. habe "immer mehr" gewollt, neue Pferde etwa. "Wie? Wenn kein Geld dafür da ist?" Immer wieder habe Gina H. "ich, ich, ich" gesagt. Matthias R. berichtet auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters, in dieser Zeit seien viele Rechnungen gekommen. "Das ist mir alles über den Kopf gewachsen." Er habe aber auch Sachen gesagt, die er so nicht gemeint habe. 10.43 Uhr: Matthias R. in einer weiteren Sprachnachricht an Gina H.: "Wie soll ich für dich da sein, wenn ich nur arbeiten bin? Warum bin ich arbeiten? Und dann bekomme ich die Schuld, dass ich nicht für dich da bin. Ich musste arbeiten gehen, dass du deine Rechnungen zahlen kannst. Ich kann doch nicht mehr als arbeiten gehen und dir das Geld andauernd geben." Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Gina H. mit dem Mord an Fabian die Beziehung zu R. retten wollte, da mit dieser auch finanzielle Vorteile für sie verbunden gewesen seien. Emotionale Sprachnachrichten im Fall Fabian 10.39 Uhr: In einer weiteren Sprachnachricht aus August 2025 sagt Matthias R.: "Ich liebe dich über alles, kann es aber nicht so zeigen, wie du es gerne hättest." Jetzt, im Gerichtssaal, bestätigt R. auf Nachfrage des Richters den Kontrollzwang von Gina H. noch einmal. In der vergangenen Woche hatte R. seine Aussagen zu Gina H. noch stark relativiert. 10.36 Uhr: Emotionale Momente im Gericht: In Sprachnachrichten an Gina H. vom August 2025 begründet R. seine Entscheidung zur Trennung. Er wirft ihr "extremen Kontrollzwang" vor. Er habe ihr sogar Bescheid geben müssen, wenn er sich etwas zum Trinken geholt habe. Gina H. antwortet mit weinerlicher Stimme. "Ich bin fertig, du hast mich zurückgelassen, das zerstört mich. Ich will nicht mehr und ich kann nicht mehr. Ich bin den ganzen Tag nur am Spucken und am Zittern, habe die letzten Nächte nur noch geheult." 10.29 Uhr: Der Vorsitzende Richter möchte Sprachnachrichten zwischen Gina H. und Matthias R. im Saal vorspielen lassen. "Es geht um die Gründe dieser Trennung", so der Richter. Konkret geht es um Sprachnachrichten, die R. kurz nach der Trennung gesendet hat. 10.26 Uhr: Es geht erneut um die Gründe, warum sich R. von Gina H. im August 2025 trennte. "Mir wurde alles zu viel", sagt er. Er habe sich mehr Freiraum und Zeit für Hobbys gewünscht. Sie habe sich dann "stark vernachlässigt" gefühlt, weil R. nicht immer Zeit für sie gehabt habe. 1 0.24 Uhr: Gina H. war von Matthias R. schwanger. Beide hätten sich einvernehmlich entschieden, das Kind abzutreiben. "Ich finde dieses Land nicht kinderfreundlich, finanziell hätte es auch nicht gepasst", begründet R. die Entscheidung. 10.21 Uhr: Matthias R. enthüllt weitere Details aus dem Leben von Gina H. Als Kind sei sie bei ihren Großeltern aufgewachsen. Ihr vorheriger Partner, der Vater ihres Sohnes, sei alkoholabhängig gewesen und es habe in der Beziehung auch Gewalt gegeben. Daher habe sie sich von ihm getrennt. Außerdem berichtet R., Gina H. sei mutmaßlich Opfer eines Vergewaltigungsversuchs geworden. Ein Unbekannter habe sie ins Gebüsch gezerrt. "Gina H. ist schreiend weggerannt", so R. Vater löst Wut aus bei Fabians Mutter aus: "Hat ihn ein zweites Mal sterben lassen" Mordfall Fabian: Plötzlich Emotionen bei Gina H. 10.09 Uhr: Matthias R. erzählt, wie eines der geliebten Pferde von Gina H. gestorben ist. Sie sei über Stunden "am Boden zerstört" gewesen, berichtet er. In diesem Moment wird auch Gina H. im Gerichtssaal emotional. Sie vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen, muss sich mehrfach schnäuzen, sie blickt zu Boden, schüttelt mehrfach leicht mit dem Kopf. Dann fließen Tränen bei der 30-Jährigen. 10.01 Uhr: Jetzt geht es um die finanzielle Situation in der Beziehung: Matthias R. arbeitet fest angestellt als Metallbauer, Gina H. hat nicht gearbeitet und nur eine kleine Rente bekommen. R. habe Gina H. regelmäßig finanziell unterstützt. Ihren orangen Pick-up habe sie mit einem Kredit finanziert, beim Diesel habe er ausgeholfen. Die Versicherung hätten die Großeltern bezahlt. Hintergrund der Frage: Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Gina H. mit dem Mord an Fabian die Beziehung zu R. retten wollte, mit der für sie auch finanzielle Vorteile verbunden gewesen seien. Fabians Vater: Gina H. war psychisch erkrankt 9.51 Uhr: Gina H. war nach den Worten ihres Ex-Partners Matthias R. psychisch erkrankt. "Sie hatte eine Art Persönlichkeitsstörung", so R. Sie habe regelmäßig einen Psychotherapeuten aufgesucht. Oft bemerkt habe er die psychische Erkrankung nicht, aber es habe immer wieder Momente gegeben, in denen sie sich zurückgezogen habe. Vor der Beziehung zu Matthias R. soll Gina H. in stationärer Behandlung gewesen sein. 9.45 Uhr: Der Richter kündigt den Schwerpunkt der Befragung an: Es soll um die Beziehung von Matthias R. und Gina H. gehen. "Es war harmonisch, wir haben viel mit den Kindern unternommen", sagt R. Gina H. hat ebenfalls einen Sohn, der ein Jahr jünger als der kleine Fabian ist. R. soll seinen Tagesablauf beschreiben. Er habe immer viel gearbeitet, Gina H. habe sich um den Haushalt gekümmert. 9.41 Uhr: Nun wird der Zeuge, Fabians Vater, aufgerufen. Er gilt als eine der zentralen Figuren im Fall Fabian: Er war rund vier Jahre lang in einer Beziehung mit der Angeklagten Gina H. Er stellt eine kleine Wasserflasche vor sich auf dem Tisch ab, mehr nicht. Er verschränkt die Arme und wird zunächst vom Richter rechtlich belehrt. Mordfall Fabian vor Gericht: "Dieses Messer sicherstellen" Anwalt von Gina H. ergreift das Wort: Es geht um ein Messer 9.39 Uhr: Staatsanwalt Nowack antwortet: "Wir sind gerne bereit, jedes Messer, jede Socke, die noch irgendwo auftaucht, zu untersuchen, auch bei knappen Kapazitäten." Die Anwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha, zeigt sich "erstaunt über den Zeitpunkt des Beweisantrages" Löckers. Aus ihrer Sicht hätte er diesen schon früher einreichen können. 9.36 Uhr: Thomas Löcker meldet sich zu Wort und stellt einen Beweisantrag. Die Kammer soll Matthias R. nach einem Herrn L. befragen. Dieser soll nach Angaben R.s angegeben haben, im Dezember ein Messer in einer Mülltonne entdeckt zu haben. "Es wird angeregt, dieses Messer sicherzustellen." Löcker hatte sich vergangene Woche mit Staatsanwalt Harald Nowack angelegt. Die Ermittler hätten das Messer nicht gesichert, so der Vorwurf. Die Tatwaffe im Fall Fabian ist bis heute nicht gefunden worden. 9.30 Uhr: Es geht los: Der Vorsitzende Richter Holger Schütt eröffnet den dritten Prozesstag im Mordfall Fabian. Zunächst geht es um Organisatorisches. 9.24 Uhr: Die Angeklagte im Fall Fabian, Gina H., betritt den Saal. Erneut hält sie sich einen Aktenordner vor ihr Gesicht, um nicht fotografiert zu werden. Heute betritt sie den Saal außergewöhnlich früh. 9.19 Uhr: Der Rechtsanwalt der Angeklagten Gina H., Thomas Löcker, sitzt bereits auf seinem Platz, ist aber noch in ein Telefonat vertieft. Von Gina H. selbst ist noch nichts zu sehen. Vermutlich wird sie den Saal wieder kurz vor dem Start des Prozesstages um 9.30 Uhr betreten. 9.17 Uhr: Das Interesse am Mordfall Fabian ist weiter sehr groß. Der Saal des Landgerichts ist brechend voll, rund 90 Zuschauer sind da, kaum ein Zuschauerplatz ist noch frei. 9.15 Uhr: Fabians Mutter, Dorina L., und ihre Anwältin Christine Habetha, haben den großen Saal des Landgerichts in Rostock betreten. Der vergangene Prozesstag hatte insbesondere bei Dorina L. tiefe Emotionen ausgelöst. Fall Fabian: Vater ist bereits im Landgericht 9.12 Uhr: Der einzige Zeuge am heutigen Tag, Fabians Vater, ist bereits im Landgericht Rostock. Noch hält er sich im Vorraum des großen Saals auf, steht an die Wand gelehnt, unterhält sich mit einem Justizbeamten. Er trägt eine schwarz-weiße Strickjacke und eine dunkelblaue Jeans. 9.05 Uhr: Am zweiten Prozesstag am Donnerstag löste Fabians Vater Matthias R. unter anderem mit einer Aussage Wirbel aus. Er wurde vom Richter gefragt, ob er sich vorstellen könne, wer hinter dem Mord an Fabian stehe. Er sagte, er könne sich vorstellen, "dass da noch irgendjemand anderes dahintersteckt". Fraglich ist, ob der Richter heute in der Hinsicht in die Details gehen wird – und ob R. einen konkreten Verdacht formuliert. "Kann doch wohl nicht wahr sein": Fall Fabian – Situation eskaliert am zweiten Prozesstag Fall Fabian aus Güstrow: Rückblick auf zweiten Prozesstag 9 Uhr: Als einziger Zeuge ist heute erneut Fabians Vater, Matthias R., geladen, der mit der Angeklagten vier Jahre lang eine Beziehung hatte. Bereits am zweiten Prozesstag hatte der Vorsitzende Richter R. intensiv befragt und Widersprüche aufgedeckt. Offenbar haben sich R. und Gina H. seit dem Tod des Jungen wieder angenähert: So hat R. die 30-jährige Angeklagte in der Untersuchungshaft besucht und kümmert sich um ihre Pferde. 8.45 Uhr: Um 9.30 Uhr beginnt der dritte Prozesstag im Mordfall Fabian vor dem Landgericht Rostock. t-online ist vor Ort und berichtet wie schon an den ersten beiden Prozesstagen minutiös über die Geschehnisse im Gerichtssaal. Hier finden Sie den Liveticker des zweiten Prozesstages zum Nachlesen.



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