Hört man das Wort "reich", hat wohl jeder ein Bild vor Augen, wie solch ein Leben aussehen könnte. Doch wann kann man sich selbst als reich bezeichnen? Ein Haus mit Pool , die Yacht im Hafen und regelmäßig Austern und Champagner: Wer an ein Leben in Reichtum denkt, könnte es sich so vorstellen. Vielleicht bedeutet reich sein für Sie aber auch etwas ganz anderes: frei über Ihre Zeit verfügen zu können, zum Beispiel, oder vertrauensvolle Beziehungen zu Freunden und Familie zu haben. Reichtum ist etwas sehr Individuelles. Doch gibt es zumindest aus finanzieller Sicht einen Richtwert? Wie bei der Armutsgrenze gibt es auch bei der Frage, ab wann man in Deutschland als reich gilt, keine unumstrittene Definition. Zudem muss man zwischen Einkommens- und Vermögensreichtum unterscheiden. Wir geben Ihnen einen Überblick. Reichtum nach Einkommensteuertarif Legt man den Verdienst zugrunde, bietet der Einkommensteuertarif eine Orientierung. Denn ab einer gewissen Höhe greift der sogenannte Spitzensteuersatz . Wer mit ihm belegt wird, ist also Spitzenverdiener und muss sein Einkommen mit 42 Prozent versteuern. Das trifft alle, die 2026 mindestens 69.879 Euro zu versteuerndes Einkommen haben. Um wahrhaft reich zu sein, ist das aber noch nicht genug – zumindest nach der Logik der Einkommensteuer . Denn die kennt noch einen höheren Steuersatz: die sogenannte Reichensteuer. Wer 2025 mindestens 277.826 Euro zu versteuerndes Einkommen hat, muss noch mal drei Prozentpunkte mehr an Steuern zahlen, also 45 Prozent Einkommensteuer. Lesen Sie hier, was das zu versteuernde Einkommen vom Bruttogehalt unterscheidet. Reichtum laut Wissenschaft Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nennt eine andere Definition, ab wann man in Deutschland als reich gilt. Auf der Webseite armuts-und-reichtumsbericht.de heißt es dazu: "Als einkommensreich gilt nach einer wissenschaftlichen Konvention, wer über mehr als das Doppelte bzw. Dreifache des Medians der Nettoäquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung verfügt. Diese Grenzen sind ähnlich umstritten wie die Armutsrisikoschwelle." Laut dem jüngsten Armuts- und Reichtumsbericht von 2025 verfügen etwa acht Prozent der Menschen in Deutschland über mindestens das Doppelte des mittleren Einkommens, etwa zwei Prozent über mindestens das Dreifache. Für das Jahr 2023 lag die statistische Reichtumsgrenze für Alleinlebende nach der üblichen Definition bei rund 4.346 Euro netto im Monat. Wer als Single nach dem 300-Prozent-Kriterium als einkommensreich gelten sollte, musste demnach über rund 6.519 Euro netto monatlich verfügen. Gehören Sie zu den obersten zehn Prozent? Eine dritte Antwort auf die Frage, ab wann man als reich gilt, liefert das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Es setzt den Schwellenwert zu den einkommensreichsten zehn Prozent als Maßstab an. Demnach gehört ein Single ab einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 4.400 Euro zum reichsten Zehntel. Als Paar ohne Kinder müsste man auf 6.600 Euro netto im Monat kommen. Die unterschiedlichen Grenzen ergeben sich aus der Annahme, dass das Leben günstiger wird, wenn man es teilt. Hier können Sie testen, ob Sie selbst zur Oberschicht gehören. Ab wann bin ich reich an Vermögen? Das IW hat sich nicht nur angeschaut, ab wann Sie als einkommensreich gelten, sondern auch, wie viel Vermögen nötig ist, um als reich durchzugehen. Sind Sie jünger als 35 Jahre, benötigen Sie ein Nettovermögen von 200.400 Euro, um zu den obersten zehn Prozent zu gehören. Bei 54- bis 64-Jährigen müssten es hingegen 1.061.200 Euro sein.